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	<title>Beobachter Blog &#187; Westliche-Denke</title>
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		<title>Fortschrittliches Denken durch Yin &amp; Yang-Polarität</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jul 2007 18:35:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Wochenende las ich wieder mal eines der Bücher meines Lieblingsautors Alan Watts und musste erneut feststellen, wie viel wir von der traditionellen jahrtausend alten taoistische Philosophie für ein besseres und nachhaltigeres Management und Denken lernen können, da unsere alltäglichen Verhaltensweisen doch auf grundsätzlich anderen Vorstellungen zu beruhen scheinen&#8230; Dies wurde zwar schon oft von mir in diesem Blog ausgeführt, aber es ist immer wieder erfrischend darüber zu schreiben&#8230;Das chinesische Denken und Fühlen wurzelt in dem Prinzip der <strong>Polarität</strong> (nicht zu verwechseln mit Gegensatz oder Konflikt!).Polarität ist das Prinzip, daß + und -, Nord und Süd, verschiedene Aspekte <span style="font-weight: bold" class="Apple-style-span">ein und desselben</span> Systems sind und das Verschwinden das einen das <span style="font-weight: bold" class="Apple-style-span">Verschwinden</span> des Systems bedeuten würde.Die westliche Denke und Technologie ist noch immer ganz darauf abgestellt, &#8220;die Welt zu verbessern&#8221;, Freude zu haben ohne Leid, Reichtum ohne Armut und Gesundheit ohne Krankheit. Doch wie immer deutlicher wird, haben unsere gewaltsamen Anstrengungen, dieses Ziel mit Mitteln wie DDT, Penizillin, Kernenergie, industrielle Landwirtschaft usw. zu erreichen und jeden gesetzlich zu zwingen, oberflächlich &#8220;brav und gesund&#8221; zu sein, mehr Probleme geschaffen, als sie lösen.Wir haben ein komplexes System von Beziehungen gestört, das wir nicht verstehen, und je mehr wir zu seinen Details vordringen, desto mehr entzieht es sich uns, indem es immer mehr Details enthüllt (<a href="http://blog.web-welten.de/?p=12" title="Wissen erhöht Unsicherheit">Wissen erhöht Unsicherheit</a>).Während wir versuchen, die Welt zu begreifen und zu dirigieren, läuft sie uns davon.<span id="more-182"></span>Taoisten betrachten die Welt als identisch mit oder untrennbar von ihrem Selbst, so dass Laotse sagen konnte: &#8220;Ohne aus dem Haus zu treten, erkenne ich die ganze Welt&#8221;.Das heißt, dass Technologie nur in Händen von Menschen destruktiv wird, die nicht erkennen, daß sie demselben Prozeß angehören, wie das Universum. Unsere Überbetonung der <a href="http://blog.web-welten.de/?p=11" title="Die Welt ist aus einem Stück">bewußten Aufmerksamkeit</a> und des<a href="http://blog.web-welten.de/?p=8" title="Westliche und Asiatische Denke"> linearen Denkens</a> hat uns dazu geführt, die Grundsätze und Rhytmen dieses Prozesses, dessen wichtigster die Polarität ist, zu vernachlässigen oder zu ignorieren.Im Chinesischen heißen die beiden Pole der kosmischen Energie <span style="font-weight: bold">Yang</span> (positiv) und <span style="font-weight: bold">Yin</span> (negativ).Die Lebenskunst wird also nicht darin gesehen, daß man das yang festhält und das yin ausschließt, sondern daß man beide ins Gleichgewicht bringt, weil das eine nicht ohne das andere existieren kann.Der Schlüssel zur Beziehung zwischen yang und yin wird <em>hsiang sheng</em> genannt, beiderseitiges Entstehen oder Unzertrennlichkeit.In den Worten Laotses:<em>Wenn jeder die Schönheit als schön erkennt, gibt es bereits Häßlichkeit.Wenn jeder das Gute als gut erkennt, gibt es bereits Böses.Sein und Nichtsein erzeugen sich gegenseitig.</em>Sie sind also wie die verschiedenen, aber nicht zu trennenden Seiten einer Münze, die Pole eines Magneten oder Puls und Intervall einer Schwingung.Letzten Endes ist es nie so, dass das eine über das andere den Sieg davonträgt, denn sie sind eher wie zwei Liebende, die sich belangen, als wie Feinde, die miteinander kämpfen.Das yin-yang-Prinzip besagt daher, daß das Etwas und das Nichts, das Vorhandene und das Nichtvorhandene, das Feste und der Raum sowie das Schlafen und das Wachen und das Abwechseln von Seiendem und Nichtseiendem sich gegenseitig bedingen.Das yin-yang-Prinzip ist daher kein Dualismus, sondern eine explizite Zweiheit, die eine implizite Einheit zum Ausdruck bringt.Die Weltanschauung von yin und yang ist zyklisch und heiter. Glück und Unglück, Leben und Tod, im kleinen und im großen, kommen und gehen ewig fort ohne Anfang oder Ende.Vorher und Nachher folgen sich gegenseitig. Es kann kein &#8220;Bevor&#8221; geben, wenn es nicht ein &#8220;Nachher&#8221; gib, und umgekehrt, und sechs Uhr bedeutet nichts ohne den ganzen Ablauf der Stunden von eins bis zwölf.Mit anderen Worten, keine Zahl hat irgendeine Bedeutung außer in Beziehung zu den vorangehenden oder folgenden Zahlen. Wenn wir also die Zahl 13 aus der Reihe der ganzen Zahlen auslassen, so würde 1000 lächerlicher- und unpraktischerweise 999 bedeuten, wel das der wirkliche Wert der Ziffer wäre. Das heißt einfach, daß man kein Ganzes auslassen kann, ohne das gesamte System umzustürzen.In anderen Worten, der ganze Kosmos drückt sich in jedem seiner Glieder aus, und jeder Punkt darin darf als sein Mittelpunkt betrachtet werden.</p>
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		<title>Gegenüberstellung: Westliche und die asiatische Denke</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2005 17:17:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Daoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Chinesische-Denke]]></category>
		<category><![CDATA[lineare Denkweise]]></category>
		<category><![CDATA[ursache-wirkung]]></category>
		<category><![CDATA[Westliche-Denke]]></category>
<category>China</category><category>Chinesische-Denke</category><category>Ganzheitliches Denken</category><category>Lineares Denken</category><category>Management</category><category>nicht-triviale Maschine</category><category>Triviale Maschine</category><category>Westliche-Denke</category>
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		<description><![CDATA[Wie unterschiedlich Wahrnehmung, Erkenntnisgewinnung, Informationsverarbeitung, Wahrnehmung der &#8220;Realität&#8221; und die Art des Denkens bei den Menschen durch die Kultur geprägt wird, veranschaulicht der Vergleich zwischen abendländischer und chinesischer Denk- und Sichtweisen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Unser lineares Ursache-Wirkungs-Denken hat seinen Ursprung in unserer abendländischen Kultur, die auf die Ideen der alten Griechen zurückgeht. Unsere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left">Wie unterschiedlich Wahrnehmung, Erkenntnisgewinnung, Informationsverarbeitung, Wahrnehmung der &#8220;Realität&#8221; und die Art des Denkens bei den Menschen durch die Kultur geprägt wird, veranschaulicht der Vergleich zwischen abendländischer und chinesischer Denk- und Sichtweisen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Unser lineares Ursache-Wirkungs-Denken hat seinen Ursprung in unserer abendländischen Kultur, die auf die Ideen der alten Griechen zurückgeht. Unsere Sprache mit den lateinischen Buchstaben wird zunächst nach Gehör (bzw. Augenlicht) analytisch in Laute (bzw. Buchstaben) zerlegt. Bspw. hat das geschriebene Wort &#8220;Geld&#8221; mit dem Gegenstand, den es bezeichnet nicht die geringste Ähnlichkeit.</p>
<p align="left">Ganz anders bei den Chinesen. Ihre Pictogramme/Bildzeichen sind ein vereinfachtes Bild dessen, was es bedeutet &#8211; und zwar als synthetische/synoptische <strong>Ganzheit</strong>. Wir schreiben Lautzeichen für Lautzeichen, die Chinesen skizzieren dagegen den Gegenstand als Ganzen, so wie wir ihn sehen. Dies führt zu einer vollkommen anderen Denkweise.</p>
<p align="left"><span id="more-8"></span>Bei uns dominieren analytische kognitive Operationen, bei den Chinesen vorwiegend synthetische (vernetzte) und ganzheitliche. Begriffe und Dinge haben bei den Chinesen (im Gegensatz zu unserem Denken) keine isolierte Existenz, sondern ein <strong>jedes wird erst durch seine wechselseitige Beziehungen zu jeden anderen spezifiziert</strong>. Das Primäre sind somit die <strong>Relationen</strong>, die Beziehungen und dynamischen Wechselwirkungen. Wenn wir bspw. sagen, dass eine Person verlässlich ist, dann glauben wir, dass dies eine Eigenschaft der Person ist.</p>
<p>Aus chinesischer Sicht sind diese Persönlichkeitseigenschaften hingegen Relationseigenschaften. Wie jemand oder etwas ist oder wird resultiert aus den wechselseitigen Beziehungen zu anderen. Wir verbinden Ereignisse diachron, entlang der Zeitachse, die Chinesen tendieren eher dazu, synchrone Ereignisse im Sinne einer wechselseitigen Beziehung zueinander zu verknüpfen. Für sie geschieht nichts, was nicht gleichzeitig mit allem übrigen Geschehen in dynamischer Resonanz steht.</p>
<p>Bei Gegensätzen fassen wir diese als selbständige Weisheiten oder Kräfte auf, die dann in Widerstreit miteinander treten (Dualistische Denken: Schwarz-Weiss, wahr-falsch, gut-böse&#8230;). und glauben, diese seien separate Wesenheiten, die nicht nur gesondert, sondern auch ganz allein existieren könnten. Wir glauben, dass das Böse durch das Gute vernichtet und das Gute dann ganz alleine existieren könne. Die Chinesen halten dies für vollkommen absurd.</p>
<p>Die Pole einer Polarität sind nicht unabhängig voneinander denkbar, sondern sie <strong>bedingen einander</strong>, d.h. sie definieren sich wechselseitig. In dem wir erklären, was das Gute sei, erschaffen wir gleichzeitig das Böse als seinen Gegenpol. Nach unserer westlichen digitalen Logik (Entweder-oder-Dualismus) ist etwas entweder wahr oder falsch, gut oder böse, etc. Bei den Chinesen ist das nie so, denn dort ist nie eine formalisierte Logik entstanden.</p>
<p>Die Entfaltung der Gedanken geschieht bei den Chinesen in Bildern und Gleichnissen, vor allem solchen, die mehrdeutig, widersprüchlich, dialektisch oder paradox sind. Die Chinesen kennen nichts feststehendes, nichts unveränderliches. Alles ist einem beständigen Wandel unterworfen.Unsere westliche Sprache ist durch eine fundamentale syntaktische Struktur charakterisiert. Wir können keine Sätze Bilden, in denen kein Subjekt vorkommt.</p>
<p align="left">Die europäischen Standardsprachen haben z.B. eine Satzstruktur, bei der das Verb (Geschehen) durch ein Substantiv (Ding) in Bewegung gesetzt werden muß. Wir können nicht &#8220;wissen&#8221; sagen, ohne vorauszusetzen, dass es &#8220;wer&#8221; oder &#8220;was&#8221; gibt, der oder das weiß, und machen uns nicht klar, dass dies nichts anderes ist als eine grammatikalische Konvention. Die Annahme, dass Wissen einen Wissenden benötigt, beruht auf einer linguistischen, nicht auf einer existentiellen Regel. Das wird ersichtlich, wenn man bedenkt, dass Regnen keinen Regner und Bewölken keinen Bewölker braucht. Wenn ein Chinese also eine formelle Einladung bekommt, dann antwortet er etwa einfach mit dem Wort &#8220;Wissen&#8221; und gibt damit zu verstehen, dass er das Ereignis zur Kenntnis nimmt und entweder kommen oder nicht kommen wird.</p>
<p align="left">Unser Täter-Tun-Denken (Input-Output oder lineare Kausaldenken) drängt uns immer die Vorstellung auf, dass ein Ereignis stets von etwas oder von jemanden verursacht sei (Ursache-Wirkungs-Denken).</p>
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