FTD-Serie Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft

Die FTD zeigt, was sich hinter Schumpeters „schöpferischer Zerstörung“ verbirgt – in einer Porträtserie über die innovativsten Unternehmer des Landes.

via
FTD.de – Unternehmer mit Profil: Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft – Management.

Entwicklungslosigkeit der Konjunkturprogramme

Prof. Röpke hat einen sehr guten Beitrag über die entwicklungslose Wirkung der verabschiedeten Konjunkturprogramme geschrieben.

Er beklagt – zu Recht – die Konzentration auf (veraltete) „Schlüsselbranchen“, anstatt innovative Mikromultiplikatoren zu fördern, wird Geld in alte Industrien und Branchen gesteckt, die von der Veralterung und somit der Krise besonders betroffen sind und Management by crocodile betreiben: Warten, bis einem das Wasser am Hals steht, dann das Maul weit aufreißen. So befindet sich die Wirtschaft auf dem Weg in die Innovationsdemenz und Altersverwirrtheit. Mit einem Bruchteil der Pakete des Obamaismus und Merkelismus hätte man – richtig zugeteilt – eine enorme Entwicklungsdynamik erzeugen können. Wenn man schon Schulden macht, warum nicht für Vorhaben, die langfristige Entwicklung erzeugen und kurzfristig Krisen meistern helfen? Lediglich 15% der Konjunkturprogramme seien diesem Ziel gewidmet. Wie Schumpeter schon sagte: Investition = Innovation. Röpke zeigt sehr praktikable Wege auf, wie durch die Entwicklungslogische Brille makroökonomisch hätte gehandelt werden müssen. Die Ansätze lassen sich zudem ziemlich gut auch auf die Mikroökonomische Ebene und somit auf das Verhalten einzelner Unternehmen und deren Führung herunter brechen.

Sehr lesenswert…

Entrepreneurship-Ansatz nach Prof. Dr. Jochen Röpke wird im Labor für Entrepreneurship vorgestellt

Am Donnerstag, dem 16. November war Dr. Cord Siemon im Labor für Entrepreneurship. Dr. Siemon ist Mitarbeiter im Marburger Förderzentrum für Existenzgründer aus der Universität (MAFEX) und promovierte bei Prof. Dr. Jochen Röpke , der leider kurzfristig sein Kommen absagen musste. Das Thema des Abends „’Ein Unternehmer baut seine eigene Welt‘ statt ‚Die Zähmung des Unternehmers zum Schumpeter’schen Wirt, zum Routineunternehmer'“ lehnt sich an das 2002 von Prof. Röpke erschienene Buch „Der lernende Unternehmer. Zur Evolution und Konstruktion unternehmerischer Kompetenz“ an.

     
  • 00:03 Begrüßung/ Vorstellen des Buches von Prof. Dr. Jochen Röpke: „Der lernende Unternehmer – zur Evolution und Konstruktion unternehmerischer Kompetenz.“
  • 01:00 „Wie ist es mit dem Unternehmertum“? (Zitat aus Röpke: Der lernende Unternehmer – zur Evolution und Konstruktion unternehmerischer Kompetenz.“, Books on Demand, 2002) – Erklärung des Ansatzes von Prof. Röpke
  • 07:00 Autopoetik
  • 08:50 Schumpeter und Röpke
  • 13:28 Evolutorische Rolle des Unternehmers
  • 19:00 Ansatz des Mafex
  • 22:00 Visionskompetenz
  • 24:38 Humboldt
  • 27:16 Persönlichkeitsentwicklung / John Miner Test
  • 29:07 Banken, Business Angels und Venture Capital
  • 34:09 Venture Capital
  • 36:38 Lao-Tse
  • 44:20 Persönlichkeitsentwicklung und Markt (Der schwache Yogi)
  • 49:09 Der geeignete Unternehmer
  • 52:25 Stabile Erfolgsfaktoren
  • 56:34 Schulabgänger und Befähigung zum Unternehmer

Unternehmertypen nach Jochen Röpke

Hier ist eine Übersicht über die von Prof. Röpke unterschiedenen Unternehmertypen:

Unternehmertyp

Funktion

Routine
„Homo oeconomicus“
  • Theorie: Neoklassik; Allokationseffizienz
  • Ressourcen-Allokation, Optimierer des Ressourcen-Einsatzes
  • Lehrbuchunternehmer der WiWi
  • Der unternehmerische Alltag ist Routine
  • Märkte sind im Gleichgewicht
  • Gewinnmaximierung
  • Paradigma: Neoklassik, theoretischer Mainstream, Allokationslogik
Arbitrage
„Der findige Unternehmer“
  • Theorie: Österreichische Schule; Koordinationseffizienz
  • Koordination in Märkten
  • Der Arbitrageur dominiert quantitativ das moderne Wirtschaftsleben
  • Entdecker von Bewertungsdiskrepanzen in Unternehmen und Märkten (auch kurzfristig: Spekulation)
  • Ausnutzen von Preisunterschieden und Bewertungsdiskrepanzen auf Märkten, Börsenplätzen,…
  • Gewisse Rücksichtslosigkeit, Abzockermoral, Freisein von ethischen und moralischen Skrupeln
  • Paradigma: „Österreichische Schule“ (Hayek, Mises, Kirzner), Tauschlogik
Innovation
„Der schöpferische Unternehmer“
  • Theorie: Schumpeter; Innovationseffizienz
  • Neukombination von Ressourcen
  • Rekombination von gegebenen
  • Neue Technik, Produkt, Märkte, Organisation, Beschaffungswege
  • Paradigma: Schumpeter, Neo-Schumpeterianer, Entwicklungslogik
Evolution
„Der evolutorische Unternehmer“
  • Theorie: Evolutorische Ökonomik; Evolutionseffizienz
  • Entfaltung von Handlungskompetenzen
  • Was auf dem Weg (der Innovation) zählt ist die Fähigkeit zum Wandel
  • Entwicklung in sich selbst, selbstevolutiv (durch Transformation und Transzendenz).
  • Evolutionieren kann nur jeder Unternehmer selbst. Er kann sich aber bei seiner Selbstevolution anregen, stören, irritieren lassen.
  • Paradigma: Daoismus (Laotse), Evolutionslogik

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Evolutorisches Management

Wir glauben mit Problemen fertig zu werden, wenn man sie dort bekämpft, wo sie auftreten. In einem komplexen System führt jedoch gerade die Beseitigung eines Problems meist dazu, dass man damit gleich wieder neue Probleme schafft. Die Welt wird immer durch unerwartete Ereignisse, Diskontinuität und Turbulenz geprägt sein. Friedrich von Hayek stelle fest, dass „wir in der Tat auf vielen Gebieten genug gelernt haben, um zu wissen, dass wir nicht all das wissen können, was wir zu einer vollständigen Erklärung der Phänomene wissen müssen“. Demzufolge geht das evolutionäre Management von gänzlich anderen Grundvorstellungen als das technokratische Management aus.

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