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	<title>Beobachter Blog &#187; Innovation</title>
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		<title>FTD-Serie Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft</title>
		<link>http://blog.web-welten.de/2009/02/16/ftd-serie-kreative-zerstorer-der-deutschen-wirtschaft/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 11:34:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die FTD zeigt, was sich hinter Schumpeters &#8220;schöpferischer Zerstörung&#8221; verbirgt &#8211; in einer Porträtserie über die innovativsten Unternehmer des Landes. via FTD.de &#8211; Unternehmer mit Profil: Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft &#8211; Management.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die FTD zeigt, was sich hinter Schumpeters &#8220;schöpferischer Zerstörung&#8221; verbirgt &#8211; in einer Porträtserie über die innovativsten Unternehmer des Landes.</p>
<p>via<br />
<a href="http://www.ftd.de/karriere_management/management/:Unternehmer-mit-Profil-Kreative-Zerst�rer-der-deutschen-Wirtschaft/439101.html?eid=437770">FTD.de &#8211; Unternehmer mit Profil: Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft &#8211; Management</a>.</p>
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		<title>Entwicklungslosigkeit der Konjunkturprogramme</title>
		<link>http://blog.web-welten.de/2009/02/14/entwicklungslosigkeit-der-konjunkturprogramme/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 21:49:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prof. Röpke hat einen sehr guten Beitrag über die entwicklungslose Wirkung der verabschiedeten Konjunkturprogramme geschrieben. Er beklagt &#8211; zu Recht &#8211; die Konzentration auf (veraltete) &#8220;Schlüsselbranchen&#8221;, anstatt innovative Mikromultiplikatoren zu fördern, wird Geld in alte Industrien und Branchen gesteckt, die von der Veralterung und somit der Krise besonders betroffen sind und Management by crocodile betreiben: Warten, bis einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Röpke hat einen sehr guten <a href="http://mafexpundit.blogspot.com/2009/02/auf-dem-weg-in-die-wirtschaftliche.html">Beitrag</a> über die entwicklungslose Wirkung der verabschiedeten Konjunkturprogramme geschrieben.</p>
<p>Er beklagt &#8211; zu Recht &#8211; die Konzentration auf (veraltete) &#8220;Schlüsselbranchen&#8221;, anstatt innovative Mikromultiplikatoren zu fördern, wird Geld in alte Industrien und Branchen gesteckt, die von der Veralterung und somit der Krise besonders betroffen sind und Management by crocodile betreiben: Warten, bis einem das Wasser am Hals steht, dann das Maul weit aufreißen. So befindet sich die Wirtschaft auf dem Weg in die Innovationsdemenz und Altersverwirrtheit. Mit einem Bruchteil der Pakete des Obamaismus und Merkelismus hätte man &#8211; richtig zugeteilt &#8211; eine enorme Entwicklungsdynamik erzeugen können. Wenn man schon Schulden macht, warum nicht für Vorhaben, die langfristige Entwicklung erzeugen und kurzfristig Krisen meistern helfen? Lediglich 15% der Konjunkturprogramme seien diesem Ziel gewidmet. Wie Schumpeter schon sagte: Investition = Innovation. Röpke zeigt sehr praktikable Wege auf, wie durch die Entwicklungslogische Brille makroökonomisch hätte gehandelt werden müssen. Die Ansätze lassen sich zudem ziemlich gut auch auf die Mikroökonomische Ebene und somit auf das Verhalten einzelner Unternehmen und deren Führung herunter brechen.</p>
<p>Sehr lesenswert&#8230;</p>
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		<title>Expertenmeinungen und Innovation&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jun 2008 09:52:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;hört sich im ersten Moment recht schlüssig und plausiebel an&#8230; Wenn man jedoch eine neue Idee oder ein innovatives Geschäftsmodell entwickelt hat, dann ist diese in einem selbst über einen langen Entwicklungs- und Erfahrungsprozess gereift. Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo man diese gerne in die Realität umsetzen möchte und man begibt sich auf die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;hört sich im ersten Moment recht schlüssig und plausiebel an&#8230;</p>
<p>Wenn man jedoch eine neue Idee oder ein innovatives Geschäftsmodell entwickelt hat, dann ist diese in einem selbst über einen langen Entwicklungs- und Erfahrungsprozess gereift.</p>
<p>Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo man diese gerne in die Realität umsetzen möchte und man begibt sich auf die Suche nach Menschen, die diese Vision verstehen, den Enthusiasmus teilen und einem ggf. Venture-Capital zur Verfügung stellen bzw. einen auf der Suche nach diesem unterstützen.</p>
<p>Was man dann leider immer wieder erleben muss ist eine scheinbar ganz natürliche Reaktion, denn diejenigen, die man von der Idee begeistern möchte, haben nicht den gesamten evolutorischen Prozess und die innere Reifungsphase dieser Idee durchlaufen, wie man es selbst getan hat und können diese somit gar nicht für so selbstverständlich und erfolgsversprechend begreifen, wie man es selbst kann.</p>
<p>Es kommt dann meist schnell die Fragen auf, dass wenn es eine so tolle Idee ist, warum sie nicht schon jemand anderes oder die Firma XY etc. umgesetzt hat usw.</p>
<p>Ferner werden dann meist zudem sogenannte &#8220;Experten&#8221; konsultiert, die eine Meinung zu dieser Idee abgeben sollen.</p>
<p>Mit den &#8220;Experten&#8221;-Meinungen ist es dann jedoch dasselbe Problem. Auch bei diesen hat ja die Idee nicht den selben Reifungsprozess durchlaufen. Was meist übersehen wird ist, dass es ja für diese Idee, sofern sie neu ist, quasi per Definition zwangsläufig gar keine Experten geben kann &#8211; genausowenig wie eine Standard-Software etc. Denn wie soll es für neue Ideen bereits Experten geben?!</p>
<p>Wo wären wir, wenn man bei Innovationen immer auf den Rat von Experten, die es folglich ja nur für &#8220;alte&#8221; Ideen und Geschäftsmodelle geben kann, gehört hätte?<br />
Neue Ideen wurden immer von sogenannten &#8220;Experten&#8221; belächelt und die Menschen mit diesen Ideen und Überzeugungen für verrückt erklärt &#8211; egal, ob es sich um Flugzeuge, Autos, Eisenbahn, Telefon usw. handelt.</p>
<p>Auch Marktforschung kann bei Innovationen nicht weiter helfen, denn durch das <strong>&#8220;dem-Kunden-nach-dem-Maul-reden</strong>&#8221; lassen sich ebenfalls keine Innovationen erwarten.</p>
<p align="center"><strong>Hätte Henri Ford Marktforschung betrieben,<br />
so hätte er eine schnellere Kutsche entwickelt.”</strong></p>
<p>Hierduch wird man laut Jochen Röpke höchstens zum <strong>Sklaven des Konsumenten</strong>. Die Peitsche der Nachfrager hält einen auf Trab und man wird für seine Mühen abgespeist mit einem mageren Unternehmerlohn, denn der Käufer diktiert somit Angebot, Preise und Konditionen.</p>
<p>Alles was neu und anders ist, sieht in der Marktforschung zwangsläufig erst einmal schlecht aus.</p>
<p>Auch das Sammeln von neuen und weiteren Informationen hilft meist nicht weiter, denn <a href="http://blog.web-welten.de/?p=12">Wissen erhöht Unsicherheit</a>. Man bemerkt, was man alles noch nicht weiß, bekommt das starke Bedürfnis nach noch mehr Wissen, sammelt weitere Informationen, merkt noch mehr, dass man eigentlich fast überhaupt nichts weiß, usw… Das wahrgenommene Risiko nimmt also mit mehr Informationen und Wissen zu, anstatt ab. Wie es <a href="http://www.bubendorfer.com/" target="_blank">Thomas Bubendorfer</a> ausdrückte, kommt der Bergsteiger, der versucht alle Risiken abzuwägen und sich gegen alles abzusichern nie aus seinem Basislager heraus.</p>
<p>Infolgedessen muss man jemanden als Unterstützer bzw. Business-Angel für seine Idee finden, der diese Zusammenhänge versteht, sich nicht auf Meinungen Dritter verlässt und daher eher die persönliche Geschichte des Unternehmers, seine Motivation und seine Leidenschaft in den Vordergrund seiner Beurteilung stellt, da dies die wichtigste Voraussetzung für einen möglichen Markterfolg darstellt.</p>
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		<title>Wieso Geldgeber die innovativsten Startups unterschätzen</title>
		<link>http://blog.web-welten.de/2008/04/20/wieso-geldgeber-die-innovativsten-startups-unterschatzen/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Apr 2008 11:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einen sehr guten Beitrag, den ich nachfolgend daher 1:1 übernehme, hat Jochen Krisch zum Thema Geldgeber für Innovationen geschrieben: Paul Graham bringt das Paradoxe an innovativen Ideen und Geschäftsmodellen auf den Punkt: &#8220;Any really good new idea will seem bad to most people; otherwise someone would already be doing it.&#8221; Gründer, die etwas originär Neues [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einen sehr guten Beitrag, den ich nachfolgend daher 1:1 übernehme, hat <a href="http://ecommerce.typepad.com/exciting_ecommerce/2008/04/wieso-geldgeber.html" target="_blank">Jochen Krisch zum Thema Geldgeber für Innovationen</a> geschrieben:</p>
<p>Paul Graham bringt das Paradoxe an innovativen Ideen und Geschäftsmodellen <a href="http://www.paulgraham.com/googles.html">auf den Punkt</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Any really good new idea will seem bad to most people; otherwise someone would already be doing it.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gründer, die etwas originär Neues wagen wollen, tun sich extrem schwer, an das erforderliche Kapital zu kommen, das es ihnen erlaubt, neuartige Ideen weiterzuentwickeln, reifen zu lassen und einen Weg zu finden, sie groß zu machen.</p>
<p>Wenn sich dann selten genug doch mal ein Kapitalgeber findet, beginnt umgehend der Monetarisierungsdruck &#8211; und die einst vielversprechende Idee wird solange verbogen, bis das Zukunftspotenzial dahin ist.</p>
<p>Umair Haque hat das Dilemma kürzlich <a href="http://discussionleader.hbsp.com/haque/2008/04/i_agree_and_i.html">beschrieben</a> (&#8220;How to Fix Venture Capital&#8221;) und Marcel Weiß hat es <a href="http://www.neunetz.com/2008/04/15/warum-gibt-es-keine-neuen-innovatoren-vom-schlage-googles/">aufgegriffen</a> (&#8220;Warum gibt es keine Innovatoren vom Schlage Googles?&#8221;).</p>
<p>Außenstehende unterschätzen, wie extrem risikoscheu die Investorenszene ist. Engagierte Gründer, die mit (scheinbar) verrückten Ideen neue Märkte erobern wollen, werden als Belästigung empfunden.</p>
<p>Zwar behaupten alle, dass sie &#8220;das nächste Google&#8221; finden wollen. Doch wird dies ihr ewiger Traum bleiben, weil weder die vom frühen Internet geprägten Business Angels noch angestellte Investmentmanager &#8220;das nächste Google&#8221; je erkennen würden. Viel zu riskant!<br />
<span id="more-275"></span> Paul Graham, der in den USA den Inkubator &#8220;Y Combinator&#8221; betreibt, <a href="http://www.paulgraham.com/googles.html">beschreibt die Gründe</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;<strong>Money guys undervalue the most innovative startups.</strong> The reason there aren&#8217;t more Googles is not that investors encourage innovative startups to sell out, but that they won&#8217;t even fund them.</p>
<p>The most surprising thing I&#8217;ve learned is how conservative they are. VC firms present an image of boldly encouraging innovation. Only a handful actually do, and even they are more conservative in reality than you&#8217;d guess from reading their sites.</p>
<p><strong>They&#8217;re terrified of really novel ideas</strong>, unless the founders are good enough salesmen to compensate.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ihre Risikoscheu und Phantasielosigkeit kann man Investoren schlecht vorwerfen. Siehe dazu auch den lesenswerten <a href="http://medienkonvergenz.com/2007/10/04/ein-paar-dinge-die-man-ueber-venture-capital-wissen-sollte/">Beitrag von Andreas Göldi</a> (&#8220;Ein paar Dinge, die man über Venture Capital wissen sollte&#8221;). Wohl aber kann man ihnen vorhalten, dass sie Innovationsfreude vorgaukeln, wo keine ist.</p>
<p>Gründer mit neuartigen Ideen sollten sich nichts vormachen: Innovationen sind bei Investoren nicht willkommen! Deshalb, wenn Ihr nicht in Schema F passt, verschwendet Eure Zeit nicht damit, bei den <a href="http://www.deutsche-startups.de/a-z/investors-a-z/">üblichen Verdächtigen</a> vorzusprechen &#8211; und selbst wenn sie von sich aus auf Euch zukommen, lehnt deren Geld ab!</p>
<p><a href="http://ecommerce.typepad.com/exciting_ecommerce/2007/12/etsy.html"> Orientiert Euch lieber</a> an Leuten wie Rob Kalin. Vermarktet Euch selbstbewusst und authentisch in Eurem eigenen Blog. Nehmt Kontakt zu Unternehmern (außerhalb Deutschlands!) auf, die selber eine neuartige(!) Idee umgesetzt haben.</p>
<p>Nutzt frühzeitig die Möglichkeiten, die Euch innovationsfreudige Blogs (<a href="http://www.zweinull.cc/">zweinull</a>, <a href="http://www.neunetz.com/">neunetz</a>, <a href="http://www.readwriteweb.com/">ReadWriteWeb</a> bzw. Exciting Commerce (für E-Commerce Themen)) bieten. Interessierte Investoren verfolgen diese Blogs sehr aufmerksam und stoßen so auf Euch.</p>
<p>Wenn Ihr ein spannendes Konzept habt und nicht ausschließlich im stillen Kämmerchen arbeitet, dann finden Euch die (wenigen) potenziellen Geldgeber auf die ein oder andere Weise.</p>
<p>Generell stellt Euch jedoch mental auf schwere Zeiten ein! Denn Kapital kriegen heute mehr denn je nur die, die sich an vermeintlich Bewährtem orientieren und (aus Investorensicht) auf Nummer sicher gehen.</p>
<p>Oder <a href="http://www.paulgraham.com/googles.html">anders forumuliert</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Whoever the next Google is, they&#8217;re probably being told right now by VCs to come back when they have more &#8220;traction.&#8221;</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Das trügerische Heil der Lohnkostensenkung und niedrigeren Steuern</title>
		<link>http://blog.web-welten.de/2008/02/03/das-trugerische-heil-der-lohnkostensenkung-und-niedrigeren-steuern/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 16:04:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innovation]]></category>
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<category>Innovation</category><category>Management</category><category>roepke</category><category>Unternehmertum</category>
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		<description><![CDATA[Der Chef des ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts, Hans Werner Sinn, meint: „Ob wir wollen oder nicht: Dem Niedriglohnwettbewerb mit unseren östlichen Nachbarn können wir nicht ausweichen. Wir stehen in einer historischen Phase, wo die Lohnkosten gesenkt werden müssten, um das Massensterben von Firmen und insbesondere die Verlagerung arbeitsintensiver Produktionsprozesse nach Osteuropa [und den Fernen Osten] zu verlangsamen.“ Frage: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoToc1" style="text-align: justify; line-height: 150%">Der Chef des ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts, Hans Werner Sinn, meint: „Ob wir wollen oder nicht: Dem Niedriglohnwettbewerb mit unseren östlichen Nachbarn können wir nicht ausweichen. Wir stehen in einer historischen <span style="line-height: 150%">Phase, wo die Lohnkosten gesenkt werden müssten, um das Massensterben von Firmen und insbesondere die Verlagerung arbeitsintensiver Produktionsprozesse nach Osteuropa [und den Fernen Osten] zu verlangsamen.“<a name="_ftnref1"></a> </span>Frage: Wie sollen mehr Arbeitsplätze entstehen? Sinn: „Durch deutlich niedrigere Steuern und Lohnkostensenkungen, die sich auf den Niedriglohnsektor konzentrieren. Wenn die Löhne sinken und die Leute länger arbeiten, schaffen die Unternehmen neue Arbeitsplätze und lassen Menschen statt Maschinen in den Fabrikhallen arbeiten. Entscheidend ist dafür, dass der Sozialstaat umgebaut wird.“<a name="_ftnref2"></a> Diese Sichtweise ist jedoch unvollständig. Die <strong>Lohnsenkung verzögert lediglich einen unvermeidbaren Tod</strong>. Innovation wäre stattdessen die Antwort Schumpeters auf den Niedriglohnwettbewerb. <strong>Deutschland kann dieses lohnpolitische<em> race to the bottom </em>niemals gewinnen</strong>. Hinter <span style="line-height: 150%">Polen s</span>teht China, hinter China lauert Indien. Irgendwann, so die logische Konsequenz, <span style="line-height: 150%">landen </span>die Löhne auf chinesischen und unser Sozialstaat auf <span style="line-height: 150%">indischem Niveau.</span><a name="_ftnref3"></a> Die niedrigen Löhne in Polen und China reflektieren die am deutschen Standard gemessen noch niedrige Innovationsintensität ihrer Produkte und Technologien. Niedrige Löhne, geringe <span style="line-height: 150%">Sozialstandards usw. – also die s</span>prichwörtlichen „neoliberalen“ Aktionsparameter <span style="line-height: 150%">– sind </span>Ausdruck einer geringen <span style="line-height: 150%">Innovationsleistung.</span></p>
<p class="MsoNormal" align="center"><strong>Wer sich mit Polen, China und Indien über Löhne und Sozialleistungen auf Konkurrenz einläßt, verarmt, rückentwickelt sich auf deren Standards, wenn er sein Innovationssystem schleifen läßt.</strong><br />
(Jochen Röpke, 2004, S. 27)</p>
<p class="MsoNormal"><span id="more-270"></span></p>
<p>Chinesen, Inder und Osteuropäer müssen dazu gar <span style="line-height: 150%">nicht zu uns</span> kommen, auf unsere Baustellen, <span style="line-height: 150%">in unsere Fabriken und Büros.</span> Sie <span style="line-height: 150%">kommen zu uns über ihre Produkte</span>. In <span style="line-height: 150%">diesen stecken die </span>niedrigen <span style="line-height: 150%">S</span>ozialleistungen, die Ausbeutung <span style="line-height: 150%">der A</span>rbeitskraft, die Ausbeutung der <span style="line-height: 150%">Umwelt, die nich</span>t-existierenden Gewerkschaften. Mit China und anderen <span style="line-height: 150%">Staaten (z.B. den EU-Beitrittsländern </span>Osteuropas) in innovationsarmen Produkten konkurrieren zu wollen wäre ökonomischer Selbstmord<a name="_ftnref4"></a>. Niedrige Löhne seien schon lange kein Vorteil mehr, schrieb Drucker bereits 1988(!)<a name="_ftnref5"></a>. Nicht Wettbewerb aufgrund von Lohnunterschieden entscheidet danach über die Zukunft eines Unternehmens, sondern die Kompetenz des Managements – die Produktivität des Umgangs mit Wissen und Geld, Prozesstechnologie, Qualität, Design, nicht zuletzt Innovation. Die in der Stagnations- und Rückbildungsphase tätigen Unternehmen sehen das naturgemäß völlig anders. <strong>Wer nicht neukombiniert (innoviert), muß die Löhne senken</strong><a name="_ftnref6"></a>. <strong>Jedes System (Unternehmen), das seine Möglichkeiten möglichst vorteilhaft ausnützt, kann dennoch auf lange Sicht hinaus einem System unterlegen sein, das dies zu keinem gegebenen Zeitpunkt tut &#8211; Effektivität schlägt Effizienz.</strong> „Wie das?“ fragt der wirtschaftstheoretische Laie und dem MBA und Controller sträuben sich die Haare<a name="_ftnref7"></a>. Aus neoklassischer („Neoliberalismus“) und somit input- und allokationslogischer Sicht sind Fehlallokationen systemische Schieflagen, die der korrigierenden Hand des Reformers bedürfen. Schumpeter allerdings entgegnet, dass eine nach der Allokationslogik (Fokus auf Effizienz) optimal wachsende Wirtschaft einer neukombinierten (innovativen) Wirtschaft (Fokus auf Effektivität) unterlegen sei, weil „Fehlallokation“ Bedingung der Neukombination (Innovation) ist<a name="_ftnref8"></a>.</p>
<p align="center"><strong>Kein Land auf der Erde hat sich unter den Bedingungen eines optimalen Ressourceneinsatz bei freiem Handel entwickelt<br />
</strong>(Ha-Joon Chang, 2002)</p>
<p class="MsoToc1" style="text-align: justify; line-height: 150%">Betrachten wir z.B. den Aufstieg der westdeutschen Wirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg: hohe Innovationsleistung bei <em>unvollkommender</em> Allokation.</p>
<p class="MsoToc1" style="text-align: justify; line-height: 150%">Wirtschaftliche Entwicklung kann aus einer evolutorischen Perspektive beleuchtet werden. Evolution ist (in Analogie zu den biologischen Abstammungslinien) ein strukturelles Driften bei fortwährender Selektion, bei der es keinen „Fortschritt“ im Sinne einer Optimierung, sondern nur die <strong>Erhaltung der Anpassung</strong> gibt<a name="_ftnref9"></a>.</p>
<p class="MsoToc1" style="text-align: justify; line-height: 150%">Im Verlauf der Evolution wurde nicht irgendeine besondere Qualität der Lebewesen optimiert (Effizienzverbesserung)<a name="_ftnref10"></a>. Alles ist einem Wandel unterworfen, der „Weise“ jedoch verwirklicht seinen (richtigen) Weg durch Anpassung an das Wandeln<a name="_ftnref11"></a>. Erfolgsbestimmend im Selektionsprozess der Evolution somit ist die <strong>Anpassungsfähigkeit</strong> &#8211; ganz im Sinne taoistischen Prinzips des Wu Wei, d.h. dem Verzicht auf absichtliches Eingreifen, da sich die Dinge und ihr Verlauf selbst ordnet<a name="_ftnref12"></a> &#8211; und nicht durch Eingreifen mittels bestimmter Maßnahmen.</p>
<p class="MsoNormal">Unsere westliche Denke ist ganz darauf abgestellt, „die Welt zu verbessern“, Freude zu haben ohne Leid, Reichtum ohne Armut und Gesundheit ohne Krankheit. All die gewaltsamen Anstrengungen, dieses Ziel mit Mitteln wie DDT, Penizillin, Kernenergie, Computer, industrielle Landwirtschaft, usw. zu erreichen und jeden gesetzlich zu zwingen, oberflächlich „brav und gesund“ zu sein hat jedoch mehr Probleme geschaffen, als sie zu lösen. Wir haben ein komplexes System von Beziehungen gestört, das wir nicht verstehen, und je mehr wir zu seinen Details vordringen, desto mehr entzieht es sich uns, indem es immer mehr Details enthüllt. Während wir versuchen, die Welt zu begreifen und zu dirigieren, läuft sie uns davon<a name="_ftnref13"></a>. Es kommt folglich darauf an, dass Unternehmen nicht wie derzeit üblich auf einzelne unvorhergesehene Ereignisse aktionistisch reagieren, sondern sich vielmehr gegenüber externen Einflüssen <strong>robuster, fehlertoleranter und störungsunempfindlicher</strong> macht. In Analogie zur Evolution, die als ein natürliches Driften bei fortwährender Selektion zu verstehen ist, ist lediglich die Anpassungsfähigkeit entscheidend, d.h. dass man einen gangbaren Weg gefunden hat und eben nicht scheitert<a name="_ftnref14"></a>.</p>
<p align="center"><!--[if gte vml 1]><v:shape id="_x0000_s1028" type="#_x0000_t202"  style='position:absolute;left:0;text-align:left;margin-left:0;margin-top:9.1pt;  width:459pt;height:45pt;z-index:3' fillcolor="silver"> <v:textbox style="mso-next-textbox:#_x0000_s1028" mce_style="mso-next-textbox:#_x0000_s1028" /> </v:shape><![endif]--><!--[if !vml]--></p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p align="center"><strong>Das, was auf dem Weg zählt, ist die Fähigkeit zum Wandel</strong><br />
(Laotse)</p>
<p class="MsoToc1" style="text-align: justify; line-height: 150%" align="center">In Deutschland sind wir schon ein Jahrzehnt fast ohne Wachstum, ernten stagnierende Realeinkommen und ein Ende der Stagnation ist nicht in Sicht. Kein Wunder, dass der Normalbürger ohne Hoffnung in die Zukunft schaut. Symptom der Krise im „Autoland Deutschland“: Der neue VW Golf ist für den Durchschnittsverdiener unbezahlbar geworden. Ein Superauto findet keine Käufer. Warum? Die Menschen haben zu wenig Geld in der Tasche. Und die vorherrschende Logik tröstet sie: Es geht euch immer noch zu gut. Ihr verdient zu viel, ihr seid unflexibel, ihr geht zu oft zum Arzt und macht zu lange Urlaub. „Ist Deutschland noch zu retten?“, fragt Hans Werner Sinn<a name="_ftnref15"></a>. Löhne runter für den Fortschritt? Natürlich nicht. Für die Armut. Genauer: für die effiziente Armut. Der Golf Made in Germany ist zu teuer, kaufen wir eben das Golf-Imitat aus China. Komparative Kostenvorteile. Machen wir uns also fit für Polen und China. Die traditionelle Logik erklärt uns: Überschüssige Arbeit (Arbeitslosigkeit) ist ein Allokationsproblem. Arbeitskraft sei zu teuer, ihre Reallokation durch Fehlanreize erschwert. Folglich müssen die Löhne runter und die Flexibilität steigen – beides erzeugt Mehrnachfrage nach Arbeit. Die Etablierung eines Niedriglohnsektors oder einer Niedriglohnwirtschaft im Namen der optimalen Ressourcenallokation bei Durchhängen von Innovation bedeutet jedoch faktisch nur eine Optimierung des Elends<a name="_ftnref16"></a>. Auf optimale Allokation setzende Maßnahmen bringen nur etwas, wenn sie (direkt oder indirekt) die Anreize zur Neukombination stärken. Dagegen steht der andere Weg: Innovationen erzeugen Nachfrage nach Produktionsfaktoren, einschließlich Arbeit. Langfristig schaffen ausschließlich innovative Neugründungen von Unternehmen Netto-Arbeitsplätze. Dass Arbeitskräfte entlassen werden, wenn die Produkte nicht mehr absetzbar sind, ist normal.</p>
<p><!--[endif]--></p>
<p class="MsoToc1" style="text-align: justify; line-height: 150%" align="center"><strong>Man könnte in Deutschland Schreibmaschinen zum Lohnsatz von Null produzieren lassen<br />
und sie würden im Computerzeitalter dennoch keine Abnehmer mehr finden.</strong></p>
<p class="MsoToc1" style="text-align: justify; line-height: 150%">Ob Arbeitskräfte eingestellt werden, ist langfristig also ausschließlich eine Frage der Innovationskraft. <strong>Niedrige Löhne reflektieren Innovationsarmut.</strong> Eine „Innovationsoffensive“ ist eine spezifische Form schumpeterscher Sozialpolitik. Unternehmer erzeugen die erforderlichen Produktionsfaktoren, sie konkurrieren sie aus bestehenden Verwendungen heraus, entweder aus anderen Unternehmen, oder aus Arbeitsamt und Sozialhilfe. Neukombinationen im Sinne Schumpeters sind der einzige Aktionsparameter wirtschaftlicher Entwicklung, notwendige und hinreichende Bedingung zugleich<a name="_ftnref17"></a>. Eine Wirtschaft kann Kapital akkumulieren, so viel sie will. Eine Gesellschaft kann Eliteuniversitäten aufbauen, 10% des Sozialprodukts für Forschung und Entwicklung ausgeben, über hoch qualifizierte Arbeitskräfte verfügen. Es gibt immer jemanden auf der Welt, der diese Wirtschaft und ihre Unternehmen nieder zu konkurrieren vermag.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%">Polen entlohnt seine Arbeitskräfte mit 20 % der ostdeutschen Löhne. China mit 10 %, Indien mit 5 usw. Und diese Länder holen auch hinsichtlich ihrer Produktivität schneller auf, als wir die Löhne senken könnten.</p>
<p class="MsoNormal">Die Branchen mit geringer Innovationstätigkeit sind dem Tode geweiht. Sie „überleben“ nur durch Lohnsenkung und Controlling – den Aktionsparametern der Routine- und Arbitragewirtschaft<a name="_ftnref18"></a>. Diese <strong>Unternehmen in den Alt-Kondratieffs können aber dem Schicksal ihres Ablebens nicht entgehen</strong>. Die Schumpetersche „schöpferische Zerstörung“ verdrängt allmählich die bestehenden Produkte und reißt die mit ihnen verheirateten Unternehmen in den Tod (der PC verdrängt die Schreibmaschine, die Eisenbahn die Postkutsche – Es können noch so viele Postkutschen produziert werden, und es wird dabei keine Eisenbahn entstehen<a name="_ftnref19"></a>.)<a name="_ftnref20"></a>. <em>„Zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Eisenbahn und zur Erhaltung der Arbeitsplätze fordern wir: eine drastische Senkung der Löhne. Verband der Postkutschen- und Pferdefuhrwerkmanufakturen e.V.“</em><a name="_ftnref21"></a> Ohne Innovation kann es in einer offenen Volkswirtschaft mehr Arbeit nur durch Lohnsenkung geben. Ein ökonomisches Naturgesetz &#8211; und der Weg in die Armut. Irgendwann zahlen wir dem deutschen Arbeiter den gleichen Lohn wie seinem indischen und chinesischen Kollegen. Arbeit bleibt bezahlbar. Was gezahlt wird, wird immer weniger. Armut (sinkende Reallöhne) erhöht <span class="kursiv">ceteris paribus</span> die Nachfrage nach Arbeit. In der Suaheli gibt es keine Arbeitslosen. Auch im Neandertal sollen solche, nach jüngeren Erkenntnissen der Wirtschaftsgeschichte, unbekannt gewesen sein<a name="_ftnref22"></a>. Was eine Anpassung der Löhne an die „Realität“ bewirken könnte, wäre, zum Tod verurteilte Unternehmen, Märkte und Regionen noch ein wenig Lebensatem einzuhauchen. Aus einem Greis wird kein Baby mehr<a name="_ftnref23"></a>. Betrachten wir unsere Universitäten; Sie fahren Sinologie runter und Controlling hoch. Die Zukunft leuchtet strahlend in der Morgenröte schöpferischer Zerstörung<a name="_ftnref24"></a>.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal">Das (Lohn-)kostenargument stellt somit ein Armutszeugnis für das Versagen und die Einfallslosigkeit des eigenen Unternehmertums (und des Staates) dar.</p>
<p class="MsoNormal">Symptomatisch für diese Denkhaltung sind dann bspw. aktuelle Vorschläge einzelner Parteien, Atomkraftwerksbetreibern eine Verlängerung der Laufzeiten zu versprechen. Hiermit wird lediglich sterbenden Branchen noch ein wenig Lebensatem eingehaucht, der Innovationsdruck genommen und die Chance auf eine Weltmarktführerschaft in einer neuen Technologie verbaut.</p>
<p><span style="font-size: 12pt; line-height: 130%; font-family: Arial">Ziel einer grundlegenden Strategie muss es sein aus dem Massenmarkt auszusteigen<a name="_ftnref25"></a>. Wir sollten alles daran setzen, Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die anders sind und was dazu beitragen, etwas Einzigartiges zu schaffen (auch vermittelte Werte, Emotionen und Gefühle können dazu beitragen), und die Kunden werden sich angezogen fühlen wie Motten vom Licht<a name="_ftnref26"></a>.</span><!--[if !supportFootnotes]--></p>
<hr size="1" /><!--[endif]--> </p>
<p id="ftn2"><a name="_ftn1"></a> Hans Werner Sinn, 2004, S.2</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn2"></a> http://politikforum.de/forum/archive/2/2003/10/4/39974</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn3"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2004, S. 27</p>
<p id="ftn5"><a name="_ftn4"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2004, S. 29</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn5"></a> Vgl. Peter Drucker, 1988</p>
<p id="ftn7"><a name="_ftn6"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2004, S.23</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn7"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2004, S.23f</p>
<p id="ftn9"><a name="_ftn8"></a> Vgl. Joseph A. Schumpeter, 1993, S. 138</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn9"></a><span lang="IT"> Vgl. Humberto Maturana, Franceisco Varela, 1987, S.127</span></p>
<p id="ftn11"><a name="_ftn10"></a><span lang="IT"> Vgl. Humberto Maturana, Franceisco Varela, 1987, S.129</span></p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn11"></a><span lang="EN-GB"> Vgl. Laotse</span></p>
<p id="ftn13"><a name="_ftn12"></a><span lang="EN-GB"> Vgl. Laotse</span></p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn13"></a><span lang="EN-GB"> Vgl. Alan Watts, 2003, S. 44f.</span></p>
<p id="ftn15"><a name="_ftn14"></a> Vgl. Ernst von Glasersfeld, 2002, S.51</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn15"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2004, S. 31</p>
<p id="ftn17"><a name="_ftn16"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2004, S.31</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn17"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2004, S.32</p>
<p id="ftn19"><a name="_ftn18"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2003b, S.13</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn19"></a> Vgl. Alois Schumpeter, 1987, S.356</p>
<p id="ftn21"><a name="_ftn20"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2003b, S.19ff.</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn21"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2003a, S.10</p>
<p id="ftn23"><a name="_ftn22"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2003a, S.7</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn23"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2003a, S.10</p>
<p id="ftn25"><a name="_ftn24"></a> Vgl. Jochen Röpke, 2003b, S.13</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn25"></a> Vgl. Jack Welch, 2005, S.186</p>
<p class="MsoFootnoteText" style="line-height: normal"><a name="_ftn26"></a> Vgl. Jack Welch, 2005, S.186</p>
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		<title>Daoismus als Erklärungsmodell für wirtschaftliche Entwicklung</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jan 2008 23:20:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachfolgend wird auf Basis der Überlegungen von Jochen Röpke und Ying Xia aufgezeigt, warum der Daoismus ein ideales Erklärungsmodell für wirtschaftliche Entwicklung darstellt.Der Daoismus ist keine metaphysische Lehre und kein Glaubenssystem. Er beschäftigt sich mit der „realen“ Welt, mit dem Lauf der Welt und der Dinge in ihr, mit den Prinzipien und Möglichkeiten und Strategien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachfolgend wird auf Basis der Überlegungen von <a href="http://www.wiwi.uni-marburg.de/lehrstuehle/einrinst/mafex/Publikationen/reisen/reisen.htm" target="_blank">Jochen Röpke und Ying Xia</a> aufgezeigt, warum der Daoismus ein ideales Erklärungsmodell für wirtschaftliche Entwicklung darstellt.Der Daoismus ist keine metaphysische Lehre und kein Glaubenssystem. Er beschäftigt sich mit der „realen“ Welt, mit dem Lauf der Welt und der Dinge in ihr, mit den Prinzipien und Möglichkeiten und Strategien ihrer Gestaltung, Verbesserung, Evolution, auch ihres Niedergangs und ihrer Zerstörung.Der Daoismus ist keine lebensfremde Philosophie; er reflektiert die chinesische historische Entwicklung über viele Jahrhunderte und ist eine theoretische &#8220;Antwort&#8221; auf die &#8220;Herausforderungen&#8221; der Moderne.<span id="more-266"></span>Laotse, auf den der Daoismus zurückgeht, hat die Natur intensiv beobachtet und über die grundlegenden Prinzipien der Natur nachgedacht. Daoismus gibt keine Moral vor, hält wenig von Regeln und macht keine Vorschriften. Niemand sitzt auf einem hohen moralischen Roß und bepredigt seine Gläubigen.Was soll man tun? Die Pferde frei galoppieren lassen. So bieten die Amerikaner für Unternehmertum eine attraktive Umwelt und verfügen über reichlich Unternehmertum. Sie lassen ihre unternehmerischen Pferde galoppieren, anstelle ihnen so straffe Zügel anzulegen, daß sie ihrer natur verlustig gehen. Gott ist im Daoismus Privatsache. Daoismus ist deswegen religionstolerant. Es existiert kein Oberhaupt, kein „Papst“, es gibt keinen Führer, weder spirituell noch weltlich und keine Gurus.Daoismus ist eine chinesische Weltanschauung, Philosophie und für manche auch Religion. Daoisten sind Menschen, die dem Dao folgt oder lernt ihm zu folgen. Er ist bereit, sich auf den natürlichen Lauf der Dinge einzulassen. Dao ist ein Grundbegriff des chinesischen Denkens und kann vereinfacht als „Methode“, „richtige Wege“, „Prinzip“ oder „Fähigkeit“ interpretiert werden. Eine genaue Definition ist nicht möglich.Ein Dao von dem man reden kann, ist nicht ein beständiges Dao (Laotse).Aus konstruktivistischer Brille: Was der Sprecher sagt, ist nicht immer das, was er meint und auch nicht immer das, was die Zuhörer wahrnehmen und verstehen. Was man sieht, ist auch nicht absolut das, was man wahrnimmt. Das dao ist für verschiedene Leute unterschiedlich, auch für die gleiche Person unterschiedlich, wenn sie in verschiedenen Lebensphasen und emotionalen Zuständen ist.Die Welt des Daoismus besteht aus subjektiver Konstruktion und Erfahrung. „Ein Dao, von dem man reden kann, ist nicht ein beständiges Dao“, weil die Menschen mit dem Namen und mit dem, was sie damit verbinden, Unterschiedliches verstehen, und weil die gleiche Person mit dem gleichen Wort in unterschiedlichen Zusammenhängen, bei unterschiedlichen Erfahrungen auch ganz Unterschiedliches „kosntruiert“. Ein Weg kommt zustande, indem er begangen wird. Jeder Mensch und jedes System geht seinen eigenen Weg, ist auf seinem eigenen „Lauf“.Steve Jobs hat genau das getan, was Laotse und Zhuangzi zum-auf-den-Weg-kommen verlangt. Anfangen, den ersten Schritt tun.Wer alles vorher wissen will, alles im Kopf durchdenkt und durchplant, jeden möglichen Widerstand und alle Risiken auf die Gegenwart abdiskontiert, venturecapital-logisch sein Leben gestaltet, paralysiert sich selbst, kommt nicht auf den Weg. Er erzeugt, in seinem Kopf, in seinem Fühlen und Denken, die Widerstände, die er vermeiden will.Ein Weg (dao) kommt zustande, in dem er begangen wird. Ein Lauf gelingt/vollbringt sich beim Gehen. (Zhuangzi). Der Weg, dao, ist daher kein festgelegter, im Voraus geplanter, bereits gemachter. Es ist der Lauf der sich spontan entfaltenden Dinge, der Welt, der Lauf des Wassers.So ist auch die Wirtschaft ein Ort des unentwegten Wandels. Das Dao ist der Lauf, der Fluß, das Treiben oder der Prozess der Natur. Dieser ist jedoch nicht vorhersagbar. Ein Lauf (dao) dessen Richtung man weisen/zeigen kann, ist nicht der stetige (ständiger Veränderung unterworfene) Lauf der Dinge/der Natur/der Welt (Laotse).Der Weg als Lauf ist ein in seinem normalen, gewöhnlichen Ablauf unaufhörlich sich verändernder und zyklischer Weg, der sich von selbst, spontan-natürlich reproduziert. Für den Daoismus ist alles zyklisch.Die Kondratieff-Zyklen zeigen das Dao oder den Lauf der Wirtschaft. Die Entwicklung der Wirtschaft vollzieht sich in Wellenform. Wenn wir beschreiben wollen, was wirklich geschieht, dann paßt nach Schumpeter nur das Bild der Wellenbewegung und nicht das der einheitlichen Kurve. Der Lauf der Wirtschaft verkörpert sich bzw. reproduziert sich in/durch Neuerungen, in einer Abfolge von Neuerungen, durch Ko-Innovation.<img src="http://www.kondratieff.net/image002.gif" width="604" height="343" /><a href="http://blog.web-welten.de/wp-content/uploads/Kondratieff.gif" onclick="ps_imagemanager_popup(this.href,'Kondratieff.gif','604','343');return false" onfocus="this.blur()"></a>Daoisten sind Interventionsskeptiker. Sie sehen &#8220;Systeme&#8221; ähnlich wie die moderne Systemtheorie als geschlossen, von ihren eigenen Strukturen bestimmt, nur in Grenzen steuer- und lenkbar. Gerade deswegen sind es Systeme, die sich entwickeln und Evolution lieben. Evolution ist aus Daoistischer Sicht nicht intervenierbar. Ein &#8220;sollen&#8221; behindert den natürlichen Lauf, die spontane Freiheit, die Entwicklung und Evolution. Evolutionsdynamik und Innovationszyklen sind in daoistischen Systeme normal.Systeme im Gleichgewicht, welches noch immer die gängige Management-Lehre vermittelt, sind solche, die mit dem Leben abgeschlossen haben.Eine grundlegende Unterscheidung im Daoismus wird zwischen Sein (you) und Nichtsein (wu) getroffen.Das Nichtsein (wu) wird als der Anfang von Himmel und Erde genannt.Das Sein (you) wird als die Mutter der &#8220;zehntausend Dinge&#8221; genannt.(Laotse: Dao De Jing, Kapitel 1)Das Nichtsein ist das, was man nicht sehen, nicht hören und auch nicht mit der Hand greifen kann. Laotse sagt in seinem Konzept von Nichtsein: Nichtexistenz existiert, auch in der Wirtschaft. In diesem Nichtsein (Wissen, Fähigkeiten, Persönlichkeit,&#8230;) sind die Embryos des Sein (Güter, materielle Ressourcen,&#8230;) enthalten. Man kann die zehntausend Dinge also erzeugen. Sie fallen nicht als Manna vom Himmel.Wenn es Systeme, Unternehmer und Unternehmen gibt, denen es gelingt, aus dem Nichtsein ein neues Sein zu schaffen, dann ist das ökonomische Spiel für diejenigen gelaufen, die keinen Zugang zum Nichtsein &#8211; vor allem zum neuen Nichtsein &#8211; schaffen, oder das Nichtsein nicht ins Sein umsetzen können.Das Nichtsein ist somit kein absolutes Nichts, sondern ein Nichtsein mit potentiellem Sein. Die Funktion des Unternehmers besteht darin, das potentielle Sein zu einem wirklichen Sein zu machen, Nichtsein in Sein zu transformieren.Die unternehmerische Transformationsleistung ist dabei abhängig von der Funktionstiefe von Unternehmertum, d.h. auf welcher <a href="http://blog.web-welten.de/?p=34" target="_blank">Ebene </a>der Unternehmer tätig ist &#8211; Als Routine-Unternehmer, Arbitrageur,  Innovator oder Evolutorischer Unternehmer.Die gegebenen materiellen Ressourcen und die aus ihnen hergestellten Güter gehören zum Sein. Die Leistungen und Produktionsverfahren zum Nichtsein.  Ein Computer hat eine materielle (Gehäuse, Laufwerk,&#8230;) und eine nicht-materielle (Software) Komponente. Ohne Nichtsein (Wissen, Fähigkeiten, auch der Anwender) läßt sich ein Rechner nicht konstruieren, bauen und anwenden. Sein und Nichtsein erzeugen einande. Fällt das eine aus, fällt auch das andere aus.Das Wissen und die Werkzeuge, die MBAs erwerben (Röpke, Xia und auch ich können dies als Ökonomen beurteilen&#8230;), sind (vielleicht und eingeschränkt) wirksam, wenn ein Unternehmen bereits am Markt etabliert ist: die Welt des Seins. Nachhaltigen Erfolg garantiert dies nicht.Wenn das Management abhebt, den Erfolg des Unternehmens auf sich selbst zurückführt (nicht auf Zufälle, die Umstände, Gott, usw.), ist das Ende trotz MBAs und McKinsey unaufhaltsam (Sheth &amp; Sisodia, 2005). Persönlichkeit bringt die Unternehmung ins Leben (Schumpeter), hält sie am Leben, bewirkt ihren Tod (Daoismus). Der Daoist setzt daher nicht auf &#8220;Vernunft&#8221; und &#8220;Verstand&#8221;; er setzt, im Einklang mit Schumpeter und der modernen Psychologie (Martens &amp; Kuhl, 2005) auf Persönlichkeit.Nach Schumpeter sind Neukombinationen (Innovationen) sind zunächst nicht Materielles, sie sind zunächst überhaupt nichts. &#8220;Ihr Vorhandensein im Bewußtsein einiger Leute ändert nichts am Gange der Wirtschaft. Aber das ändert sich, sobald eine solche neue Kombination von einem Manne unseres energetischen Typus (Unternehmer) aufgegriffen wird. Von dem Momente an, nämlich, von dem unser Mann ihre Realisierung ernstlich ins Auge faßt, beginnt ihr Vorhandensein sich in sehr reeler Weise fühlbar zu machen. Auf die vorhanden Güter wirkt sie nicht sofort, wohl aber auf deren Werte und durch diese auf die Preise. Unser Mann wird seine Wertschätzungen für viele Güter ändern; er wird sowohl seine eigenen anders werten, wie auch Güter anderer Leute min anderen Augen ansehen.&#8221;Wissen (Nichtsein) wird erst dann und dadurch wirtschaftlich wertvoll, daß es in Neuerungen Eingang findet oder potentiell finden kann.Können wir Nichtsein mit Sein erzeugen oder Sein durch Nichtsein substituieren? Laotse sagt: Vergiss es &#8211; sie bringen einander hervor. Ursache und Wirkung im klassischen Sinne gibt es nicht. Eine zirkuläre Sichtweise rückt vom Prinzip von Ursache und Wirkung ab. Unter systemischen Gesichtspunkten ist die Frage nach der Ursache aufgelöst in Beziehungen struktueller Kopplung zwischen Umgebung und selbst gesteuerten System. Es sind immer eine Vielzahl von Wirkungen zu beobachten, ohne dass auszumachen ist, was Ursache und Wirkung ist. Komplexität triumphiert. Ko-Innovation und Ko-Evolution ersetzen Ursache und Wirkung. Die Bewertung eines Verhaltens als Ursache oder als Wirkung stellt eine willkürliche Reduktion von Komplexität dar. Heinz von Förster sagt daher: Komplexe Systeme sind analytisch nicht erklärbar.Sein und Nichtsein erzeugen einander. Dadurch, dass materielle Ressourcen (Sein) und Persönlichkeiten, Fähigkeiten des Unternehmers durch unternehmerische Energie (qi) eine neue Harmonie zwischen Sein und Nichtsein erzeugen, steigt das Wertschöpfungspotential.Innovative Unternehmer können mit gegebenen Ressourcen wesentlich mehr zur Entwicklung beitragen als Unternehmer im Routinemodus. Nehmen Routineunternehmer die Ressourcen in die Hand, kommt nichts Neues heraus. Sie rufen daher auch immer nach mehr Ressourcen, um mehr erzeugen zu können, z.B. Studierende mit Abschluß. Die Folge ist, dass das System veraltet. Mit 1000 EUR an Ressourcen kann man 1 EUR verdienen, aber auch 100 oder 1000 EUR. Warum können unterschiedliche Leute mit dem gleichen Geld (dem gleichen Sein) unterschiedliche Gewinne erzielen? Der Hauptgrund liegt darin, dass sie über unterschiedliche unternehmerische Fähigkeiten (Nichtsein) verfügen.Durch Neukombination gespeiste Entwicklung auf der Ebene eines Individuums, einer Organisation oder Volkswirtschaft entspricht einem &#8220;daoistischen&#8221; oder &#8220;zen-buddhistischen&#8221; Umgang mit Ressourcen: Die Pflicht eines Zen-Kochs sei das köstliche Mahl aus den vorhandenen Zutaten zu bereiten, auch wenn er nur über Reis und Wasser verfügt. Der wahre Zen-Koch benutze was vorhanden ist, statt sich darüber zu beklagen, was er alles nicht hat (Glassman und Fields, 1997). Die Theorie der Autopoiesis (Maturana, Varela, Luhmann) spricht im gleichen Sinn von &#8220;input-losen&#8221; Systemen. Es ist offenkundig, dass der input-lose Koch (Unternehmer), der aus den vorhandenen Ressourcen etwas Neues hervorbringt, einer anderen Kompetenz bedarf als der inputstimulierte Koch, der vorhandene Menus in größerer Menge reproduziert. Routine-Unternehmer (Manager/Verwalter) können nur das aus Ressourcen machen, was sie schon immer gemacht haben. Er wiederholt die Kombination vom Sein (materiellen Ressourcen) und bekanntem Nichtsein (bekannte Verfahren, bekannte Fähigkeiten, etc.). Die theoretische Logik, über Lohnkostensenkung oder Flexibilisierung der Arbeitsmärkte Arbeit zu schaffen, ist jedoch eine entwicklungslose. Sie ist sozusagen steinzeitökonomisch.Jedes System hat alles an Ressourcen in sich, um Entwicklung zu erzeugen. Ohne unternehmerische Energie funktioniert Neukombination jedoch nicht. Nach Guy Kawasaki entsteht eine solche Energie durch die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=JvryrILt8d0" target="_blank">Begeisterung </a>für die Neukombination. Der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5I9lgEx3P9o&amp;feature=related" target="_blank">erfolgreiche Antrieb</a> ist nicht, damit viel Geld zu verdienen. Geld zu verdienen ist das, was zwar hinterher bei rauskommen sollte, wenn man alles richtig gemacht hat, es ist jedoch der falsche unternehmerische Antrieb.Die Schumpeterische Abkehr von der Inputlogik (mehr Output durch mehr Input) zu Ohne-Input-Systemen (Entwicklungslogik) findet Entsprechungen in der Philosophie des Zen-Buddhismus und Daoismus, wie in jüngeren westlichen Ansätzen von Systemforschung und Psychologie. Alles wird im System erzeugt (Selbstevolution).Nichtsein  und Sein und ihre wechselseitigen Beziehunge, sind auch das, was man bei Investitionen oder Innovationsfinanzierung berücksichtigen muß. Warum gibt es mit jedem Prognosemodell und Geschäftsplan Probleme? Man ist beinahe versucht zu sagen: genau das ist der Grund, warum Financiers Geschäftspläne verlangen. Sie dienen der Selektion der Kapitalsuchenden. Auch die Fianziers verfügen über keine besseren Informationen, i.d.R. ist das Gegenteil der Fall. Sie können jedoch immer, aufgrund der Komplexität und Unsicherheit, Gründe finden, ein Geschäftsmodell nicht zu finanzieren. Der Geschäftsplan und die Erstellung vergleichbarer Dokumente (strategische Planung) sind kognitive (eindimensionale) Antworten auf ein multidimensionales Problem, welches zunächst in der Welt des Nichtseins verankert ist. Wer hier nicht einsteigen will/kann/darf (der Finanzier, ob Venture Capitalist oder Bank; die bestehende Unternehmung; der Routineunternehmer usw.); muß sich mit Dokumenten und Strategien des Seins begnügen, kann deswegen das Entstehen und Werden des Neuen nur unvollkommen leisten.Geschäftspläne sind vergleichbar der Organisation einer Hochzeitsfeier. Welchen Einfluß hat ihr Gelingen auf den Bestand und Erfolg der Ehe?So lassen sich die Fähigkeiten der Unternehmer nicht mit Zahlen darstellen und analysieren. Egal wie schön ein Geschäftsplan aussieht, wenn die Personen, die für die Umsetzung dieses Geschäftsplans verantwortlich sind, nicht in der Lage sind (insbesondere, weil es ihnen an unternehmerischer Energie fehlt), diesen Geschäftsplan zum Erfolg zu bringen, bringt dieser schöne Geschäftsplan in einer von Unsicherheit geprägten Umwelt nur Verluste ein.Wer nur auf Zahlen und das, was sie abbilden (das Sein) schaut und nicht auf das, was dahinter steht (das Nichtsein, das was das unternehmerische Werden, die Entstehung neuen Angebots und neuer Nachfrage bewirkt), den schützen auch das Befolgen hochentwickelter Prüfungsstandards und eine ausgefeilte Geschäfts-/Strategieplanmethodik nicht vor dem Reinfall.Wenn wir in eine Firma investieren, haben wir das Nichts dieser Firma zu be(ob)achten: die Zukunft der Branche/der Firma, die Unternehmenskultur, die Fähigkeiten des Managementteams, die &#8220;Vision&#8221; &#8211; das Unwort des Controllers.Die Vision ähnelt der causa finalis von Aristoteles: Die Ursache liegt in der Zukunft, die Handlung in der Gegenwart. Der Unternehmer geht in die Zukunft, um in der Gegenwart so handeln zu lernen, damit seine Vision sich verwirklicht. Mit dem Lernen verändert sich die Vision. Sie ist ein Produkt der Selbstevolution des Unternehmers. Das Sein wirkt auf das Nichtsein zurück. Da auch Vision und Kompetenzentfaltung sich verknüpfen (lassen), ist Vision kein Zustand, sondern selbst ein evolutionärer Prozeß &#8211; Kompetenz entfaltend und durch Fähigkeiten getragen.Die Zahlen, Prognosen, Kalkulationen, die cash-flows, sind nicht das Nichts, es sind Versuche, das Nichts in das Sein zu transformieren &#8211; und auf diesem Weg das Nichtsein zu vergessen. Wer das wu (Nichtsein) nicht akzeptieren kann oder will, ist zu you (Sein) verdammt, welches ein Nichtsein (das noch nicht Existierende, das Neue, die neue Welle, die Basisinnovation) nicht kennt. Er lebt, das System lebt, ohne das Werden. Das System evoluiert nicht mehr. Das System lebt, um zu sterben.Im Durchschnitt ist für ein Unternehmen das Leben nach weniger als zwei Jahrzehnten zu Ende (Röpke, 2002). Die &#8220;schöpferische Zerstörung&#8221; hat es in den Tod geschickt. Die Wellen seiner Innovation haben ihre Energie eingebüßt und plätschern am Ufer aus: Urlaubsparadies für unternehmerische Greise, Playground für Innovationsberater, Liegestühle für Konzeptentwickler von Innovationsinitiativen, Strandkörbe für die politische Klasse.Neukombinationen beginnen im Nichtsein. Die ersten Telefone waren Lachnummern. Das erste deutsche Telefonbuch aus dem Jahr 1881 galt als ein &#8220;Buch der 99 Narren&#8221;. Heute werden in Deutschland jährlich 30 Millionen Telefonbücher gedruckt.Jede radikale Neuerung hat eine Akzeptanzwahrscheinlichkeit von nahe null. Jede Basisinnovation läuft auf Widerstand. Von der Dampfmaschine bis zur Nanotechnologie.Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem ersten Schritt (Laotse).Plane Schwieriges im Ausgang von dem, was daran leicht ist. Bewirke Großes von dem aus, was daran winzig ist. Alle schwierigen Unternehmungen müssen vom Leichten aus gemacht werden. Alle großen Unternehmungen müssen vom Winzigen aus gemacht werden (Laotse). Ein Baum, den man mit beiden Armen umfaßt, wächst aus etwas, nicht größer als die Spitze eines Haares.Innovative Unternehmer verfügen zunächst über das Nichts (oder wie Schumpeter sagt: ihre &#8220;Persönlichkeit&#8221;). Aus solchem Nichts entstehen später, das Sein, der Produktzyklus, die lange Welle, die Basisinnovation, die Entwicklung, Arbeitsplätze und Wohlstand. Es beginnt im Nichts. Ohne Nichts kein Sein.Warum und wie halten die Unternehmen an ihrem Sein und ihrem vorhandenen Nichtsein fest, ziehen den Tod ihres Unternehmens, ihrer unternehmerischen Funktion, ihres Marktes einer Rückkehr ins Nichtsein vor? Und dies ist Normalität, das Auskosten des Seins bis zum bitteren Ende: Konkursrichter, feindliche Übernahmen, Ausverkauf, Sprung aus der Chefetage.Eine Antwort hat sehr früh (1911) Schumpeter gegeben. Peter Drucker, Clayton Christensen und andere, geben heute die gleiche. Die bestehenden Unternehmen schaffen es nicht. Sie halten am Bestehenden fest. Sie können nicht loslassen (von Ausnahmen, wie Apple mal abgesehen, die sich als Unternehmen neu erfunden haben und sich von einem Computer-Hersteller zu einem Medienunternehmen entwickeln&#8230;). Sie können nicht loslassen, nicht ihr Sein hinter sich lassen, ins Nichtsein zurückkehren, Festhalten, bis das Festgehaltene nicht mehr existiert. Banken finanzieren erst, wenn das Nichtsein ins Sein transformiert ist: Weise mir nach, daß Dein Patent in der Praxis des Produktionsprozesses auch funktioniert. Irgendwann ist der Produktzyklus Vergangenheit, Futter für Konkursrichter und Kompost für Historiker. &#8220;Loslassen&#8221; ist ein uraltes Thema in den östlichen Weisheitstraditionen. Diese Thematik hält nunmehr auch Einzug in das Innovationsmanagement, das Management von Neukombinationen in bestehenden Unternehmen.Schumpeter sagt: Nur neue Unternehmen vermögen Nichtsein mit Sein zu verbinden. Das StartUp ist Träger der Innovationsfunktion und der Schöpfer von &#8220;Zukunftswertden&#8221;. Wir wissen heute: eine Übertreibung. Bestehende Unternehmen sind gut, sogar besser, wenn es gilt, inkrementelle (marginale oder erhaltende) Neuerungen hervorzubringen. Dies sind Innovationen, die auf einem laufenden, basisinnovativen, Produktzyklus aufgesetzt sind (die neue Maus, der neue Golf VIII oder das neue Handy). Jede neue Innovationswelle beginnt mit neuen Unternehmen. Peter Drucker bestätigt diese Sicht mit eindrucksvollen Beispielen (Siemens, IBM, usf.). Er sagt allerdings auch: das muß nicht so sein oder bleiben. Drucker bringt Argumente an, ähnlich denen des späten Schumpeter und neueren Überlegungen aus der Theorie des Managements von Neuerungen, daß bestehende Unternehmen komparative Vorteile im Neuerungsgeschäft aufgrund ihrer höheren Finanzkraft und besseren Ausstattung mit Humankapital verfügen. Die Frage also: Haben bestehende oder neue Unternehmen komparative  Vorteile oder &#8220;Kernkompetenzen&#8221; bei der Schaffung von Zukunftswerten? Beide müssen im wu (Nichtsein) beginnen, um im you (Sein) neue Werte zu schaffen.Laotse zeigt die Bewegung aller Dinge auf der Welt: Sie kehren am Ende ihres Lebens zu ihrem Ursprünglichen zurück. Eine Innovation fängt mit dem wu (Nichtsein) an. Das you (Sein), das im Laufe des Innovationszyklus auftritt, kehrt am Ende des Zyklus zum wu (Nichtsein) zurück. Das Nichtsein im Sinne von Laotse ist immer ein Nichtsein in der Verbindung mit dem Sein. Sein und Nichtsein erzeugen einander. Zerstören wir das Sein, leider das Nichtsein. Verhindern wir das Nichtsein, kann ein Sein nicht entstehen. Das Nichtsein fördern, heißt das Sein zu erzeugen.Einer der Unterschiede zwischen dem daoistisch-innovativen Unternehmer und den anderen Unternehmern liegt darin, daß die daoistisch-innovativen Unternehmer über de, eine Wirkkraft bzw. Tugend verfügen, um aus dem Nichts ein Sein zu erzeugen. De erlaubt die Schaffung von Sein aus dem Nichts und sie gestattet das Nicht-Festhalten am Sein und damit das Nicht-Verlieren.Insofern liefert der Daoismus eine Antwort auf die Frage: Wie kann eine Unternehmung, eine Industrie, eine Wirtschaft ohne Sein wachsen? Die Antwort ist: Sie kann es nicht. Die Antwort ist aber auch: Mit Sein alleine wächst sie vielleicht, aber sie wächst ohne Entwicklung. Sein-Logik heißt: Die Wirtschaft benötigt Ressourcen, Produktionsfaktoren, um einen Output zu erzeugen; und wenn sie noch mehr Output erzeugen, also wachsen will, benötigt sie noch mehr Ressourcen: Inputwachstum erzeugt Outputwachstum (Manager-(MBA-) gesteuerte Routine- oder Arbitragewirtschaft). Die Wirtschaft macht sich ressourcenabhängig, wird damit durch Ressourcen erpressbar. Die vorherrschende Sichtweise in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft.Manche sagen auch: &#8220;Ein Planet wird geplündert&#8221;, damit wir mehrWachstum erzeugen können. Diese Inputlogik schließt Grenzen des Wachstums notwendig ein. Ein Sein ohne Nichtsein. Man handelt, wenn etwas bereits vorhanden ist. Gegenwartswerte. Ressourcen, Regenwald, saubere Luft, Arbeitskräfte, Property rights, Patente, wissenschaftliche &#8220;papers&#8221;, usw. Das Bekannte (Ressourcen) ist das, was das Sein (Wachstum, Wohlstand) hervorbringt.Die Entwicklungs- und Evolutionswirtschaft erzeugt Ressourcen, ohne sich ihnen auszuliefern. Sie lebt von Neuem und von neuer Tiefe. Beides ist uneingeschränkt verfügbar.</p>
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		<title>Deutsche Unternehmen kopieren Web-2.0-Trends &#8211; pressetext.schweiz</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2007 06:47:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>
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<category>Deutschland</category><category>Innovation</category><category>SocialNetwork</category><category>Web2.0</category>
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		<description><![CDATA[&#8230;aber über die chinesischen &#8220;Plagiate&#8221; und &#8220;Produktpiraterie&#8221; regen wir uns auf&#8230; Deutsche Unternehmen kopieren Web-2.0-TrendsHeimische Ideen haben kaum ChancenBerlin (pte/26.03.2007/06:10) &#8211; Das so genannte Web 2.0 boomt, doch deutsche Unternehmen begnügen sich damit, innovative Konzepte aus den USA zu kopieren. Eigenständig entwickelte Ideen findet man in Deutschland nur selten, berichtet die Zeitung &#8220;Die Welt&#8221;. Social-Networking-Portale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;aber über die chinesischen &#8220;Plagiate&#8221; und &#8220;Produktpiraterie&#8221; regen wir uns auf&#8230; <img src='http://blog.web-welten.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> Deutsche Unternehmen kopieren Web-2.0-TrendsHeimische Ideen haben kaum ChancenBerlin (pte/26.03.2007/06:10) &#8211; Das so genannte Web 2.0 boomt, doch deutsche Unternehmen begnügen sich damit, innovative Konzepte aus den USA zu kopieren. Eigenständig entwickelte Ideen findet man in Deutschland nur selten, berichtet die Zeitung &#8220;Die Welt&#8221;. Social-Networking-Portale wie Facebook oder das VideoPortal YouTube werden fast eins zu eins übernommen und heißen dann in deutscher Version StudiVZ und MyVideo. Doch mit wenigen Ausnahmen bleiben die US-amerikanischen Originale beliebter als die heimische Kopie. Eine Studie des Münchner Beratungsunternehmens Aquarius Consulting zeigte, dass unter den zehn beliebtesten Web-2.0-Portalen, die von den Deutschen genutzt werden, nur drei deutsche Anbieter zu finden sind.<span id="more-136"></span>&#8220;Das Gesetz der großen Zahl&#8221; sieht Frank Böhnke vom Risikokapital-Geber Wellington Partners als einen Grund für die Übermacht der US-amerikanischen Internetcommunities. In Kanada, Großbritannien und den USA leben 300 Mio. Menschen, im deutschen Sprachraum lediglich 100 Millionen. Hinzu kommt noch, dass schnelle Internetverbindungen in den USA weiter verbreitet sind als in Europa. &#8220;Alles in allem ist der US-Markt um den Faktor fünf größer&#8221;, erklärt Böhnke. Zudem ist auch die geografische Lage eher hinderlich, wenn man im Internetbusiness mitmischen will. &#8220;Im Silicon Valley haben Sie direkten Zugriff auf Yahoo und Google, diese Firmen vereinen drei Viertel des Suchmarktes auf sich&#8221;, meint Böhnke.Ein weiteres Hindernis scheint die konservative Finanzierungsszene in Deutschland zu sein, meint Rainer Wiedmann von Aquarius Consulting. &#8220;Ein YouTube hätten Sie bei uns nicht finanziert bekommen&#8221;, glaubt der Berater. Investoren werden meist erst dann aufmerksam, wenn es schon ein ähnliches Projekt in Übersee gibt. Das stellte auch Stephan Uhrenbacher fest, der die Idee für die Internetseite Qype hatte, eine elektronische Version der Gelben Seiten, in denen man Kommentare zu den Einträgen schreiben kann. Erst als in den USA eine ähnliche Idee namens Yelp umgesetzt worden war, wurden Investoren auf Qype aufmerksam. &#8220;Hätte es Yelp nicht gegeben, wäre es uns deutlich schwerer gefallen, Geld zu bekommen&#8221;, sagt Uhrenbacher. Dabei war das US-amerikanische Projekt weder sein Vorbild noch erfolgreich.Quelle: <a href="http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=070326002">Deutsche Unternehmen kopieren Web-2.0-Trends &#8211; pressetext.schweiz</a></p>
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		<title>Unternehmertypen nach Jochen Röpke</title>
		<link>http://blog.web-welten.de/2006/01/02/unternehmertypen-nach-jochen-ropke/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2006 15:24:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Management]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>
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<category>Arbitrage</category><category>Evolution</category><category>Innovation</category><category>Röpke</category><category>Routine</category><category>Schumpeter</category><category>Unternehmertum</category>
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		<description><![CDATA[Hier ist eine Übersicht über die von Prof. Röpke unterschiedenen Unternehmertypen: Unternehmertyp Funktion Routine &#8220;Homo oeconomicus&#8221; Theorie: Neoklassik; Allokationseffizienz Ressourcen-Allokation, Optimierer des Ressourcen-Einsatzes Lehrbuchunternehmer der WiWi Der unternehmerische Alltag ist Routine Märkte sind im Gleichgewicht Gewinnmaximierung Paradigma: Neoklassik, theoretischer Mainstream, Allokationslogik Arbitrage &#8220;Der findige Unternehmer&#8221; Theorie: Österreichische Schule; Koordinationseffizienz Koordination in Märkten Der Arbitrageur dominiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier ist eine Übersicht über die von Prof. Röpke unterschiedenen Unternehmertypen:</p>
<table align="center" border="1" cellpadding="1" cellspacing="1" width="100%">
<tr>
<td style="width: 50%">
<p style="font-weight: bold">Unternehmertyp</p>
</td>
<td style="width: 50%">
<p style="font-weight: bold">Funktion</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 50%"><strong>Routine</strong><br />
&#8220;Homo oeconomicus&#8221;</td>
<td style="width: 50%">
<ul>
<li>Theorie: Neoklassik; Allokationseffizienz</li>
<li>Ressourcen-Allokation, Optimierer des Ressourcen-Einsatzes</li>
<li>Lehrbuchunternehmer der WiWi</li>
<li>Der unternehmerische Alltag ist Routine</li>
<li>Märkte sind im Gleichgewicht</li>
<li>Gewinnmaximierung</li>
<li>Paradigma: Neoklassik, theoretischer Mainstream, Allokationslogik</li>
</ul>
</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 50%"><strong>Arbitrage</strong><br />
&#8220;Der findige Unternehmer&#8221;</td>
<td style="width: 50%">
<ul>
<li>Theorie: Österreichische Schule; Koordinationseffizienz</li>
<li>Koordination in Märkten</li>
<li>Der Arbitrageur dominiert quantitativ das moderne Wirtschaftsleben</li>
<li>Entdecker von Bewertungsdiskrepanzen in Unternehmen und Märkten (auch kurzfristig: Spekulation)</li>
<li>Ausnutzen von Preisunterschieden und Bewertungsdiskrepanzen auf Märkten, Börsenplätzen,&#8230;</li>
<li>Gewisse Rücksichtslosigkeit, Abzockermoral, Freisein von ethischen und moralischen Skrupeln</li>
<li>Paradigma: &#8220;Österreichische Schule&#8221; (Hayek, Mises, Kirzner), Tauschlogik</li>
</ul>
</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 50%"><strong>Innovation</strong><br />
&#8220;Der schöpferische Unternehmer&#8221;</td>
<td style="width: 50%">
<ul>
<li>Theorie: Schumpeter; Innovationseffizienz</li>
<li>Neukombination von Ressourcen</li>
<li>Rekombination von gegebenen</li>
<li>Neue Technik, Produkt, Märkte, Organisation, Beschaffungswege</li>
<li>Paradigma: Schumpeter, Neo-Schumpeterianer, Entwicklungslogik</li>
</ul>
</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 50%"><strong>Evolution</strong><br />
&#8220;Der evolutorische Unternehmer&#8221;</td>
<td style="width: 50%">
<ul>
<li>Theorie: Evolutorische Ökonomik; Evolutionseffizienz</li>
<li>Entfaltung von Handlungskompetenzen</li>
<li>Was auf dem Weg (der Innovation) zählt ist die Fähigkeit zum Wandel</li>
<li>Entwicklung in sich selbst, selbstevolutiv (durch Transformation und Transzendenz).</li>
<li>Evolutionieren kann nur jeder Unternehmer selbst. Er kann sich aber bei seiner Selbstevolution anregen, stören, irritieren lassen.</li>
<li>Paradigma: Daoismus (Laotse), Evolutionslogik</li>
</ul>
</td>
</tr>
</table>
<p><img src="http://blog.web-welten.de/wp-content/uploads/Produktlebenszyklus.jpg" alt="Produktlebenszyklus.jpg" title="Produktlebenszyklus.jpg" border="0" height="269" width="400" /></p>
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		</item>
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		<title>Evolutorisches Management</title>
		<link>http://blog.web-welten.de/2005/11/26/evolutorisches-management/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2005 17:32:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Autopoiesis]]></category>
		<category><![CDATA[Daoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Effektivität]]></category>
		<category><![CDATA[Effizienz]]></category>
		<category><![CDATA[Evolutorisches Management]]></category>
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		<category><![CDATA[Schöpferische Zerstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Schumpeter]]></category>
		<category><![CDATA[SocialCommerce]]></category>
<category>Autopoiesis</category><category>Daoismus</category><category>Effektivität</category><category>Effizienz</category><category>Evolutorisches Management</category><category>Flexibilität</category><category>Innovation</category><category>Laotse</category><category>Management</category><category>Maturana</category><category>Röpke</category><category>Schöpferische Zerstörung</category><category>Schumpeter</category><category>SocialCommerce</category>
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		<description><![CDATA[Wir glauben mit Problemen fertig zu werden, wenn man sie dort bekämpft, wo sie auftreten. In einem komplexen System führt jedoch gerade die Beseitigung eines Problems meist dazu, dass man damit gleich wieder neue Probleme schafft. Die Welt wird immer durch unerwartete Ereignisse, Diskontinuität und Turbulenz geprägt sein. Friedrich von Hayek stelle fest, dass &#8220;wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left">Wir glauben mit Problemen fertig zu werden, wenn man sie dort bekämpft, wo sie auftreten. In einem komplexen System führt jedoch gerade die Beseitigung eines Problems meist dazu, dass man damit gleich wieder neue Probleme schafft. Die Welt wird immer durch unerwartete Ereignisse, Diskontinuität und Turbulenz geprägt sein. Friedrich von Hayek stelle fest, dass &#8220;wir in der Tat auf vielen Gebieten genug gelernt haben, um zu wissen, dass wir nicht all das wissen können, was wir zu einer vollständigen Erklärung der Phänomene wissen müssen&#8221;. Demzufolge geht das evolutionäre Management von gänzlich anderen Grundvorstellungen als das technokratische Management aus.</p>
<p align="left"><span id="more-16"></span>Das Basisparadigma ist die sich selbst regulierende Ordnung nach dem Beispiel des lebenden Organismus. Der noch immer vorherrschende technokratische Ansatz geht von der Vorstellung einer im Prinzip vollständigen Kontrollierbarkeit im Detail aus. Demgegenüber <strong>geht der evolutionäre Ansatz davon aus, dass eine vollständige Kontrolle und Beherrschung unmöglich</strong> ist. Durch die Verwendung genereller Regeln des Verhaltens kann in einem größeren Bereich zwar eine größere Orientierung ermöglicht werden, dies jedoch nur unter Verzicht auf Regelung des Details und durch Schaffung von günstigen Bedingungen, damit sich Selbstorganisation entfalten und Selbstregulierung wirksam werden kann. Die ordnungserzeugende Wirkung allgemeiner Regeln im Sinne des evolutionären Ansatzes ermöglicht somit eine regulierende Wirkung auch in Bereichen sehr grosser Komplexität, dies allerdings um den Preis von Unbestimmtheit des Details.</p>
<p align="center"><strong>Wer großes ordnen will, ordnet nicht geringes.<br />
Wer die wirklichen Zusammenhänge erkennen will,<br />
achtet nicht auf Kleinigkeiten.</strong> (Yang Chu)</p>
<p align="left">Die Grundfrage muss demzufolge lauten: Welche Strategien können die zukünftige Existenz unseres Unternehmens sichern, obwohl die zukünftigen Umweltbedingungen nicht voraussehbar sind?</p>
<p align="left"><strong>Die Grundstrategie muss folglich darauf gerichtet sein, das Unternehmen fähig zu machen, sich kurzfristig den nicht langfristig voraussehbaren Veränderungen der Umwelt anzupassen.</strong><br />
Ein System kann sich bei zunehmender Komplexität seiner Umwelt nur dadurch am Leben erhalten, dass es seine eigene Varietät erhöht. Demzufolge muss sich das strategische Denken wesentlich von demjenigen eines traditionellen langfristigen Planens unterscheiden. Nicht mehr das Festlegen relativ konkreter Produkt-, Markt- und Ertragsziele steht im Zentrum der Bemühungen, sondern die Entwicklung eines Leistungspotentials, das die kurzfristigere Bestimmung und Realisierung solcher heute noch nicht definierbarer Ziele ermöglichen wird.</p>
<p align="left">Evolution ist (in Analogie zu lebenden Organismen) ein strukturelles Driften bei fortwährender Selektion, bei der es aber keinen &#8220;Fortschritt&#8221; im Sinne einer Optimierung, sondern nur die Erhaltung der Anpassung gibt. Im Verlauf der Evolution wurde keine besondere Qualität von Lebewesen optimiert (Effizienz). Bspw. ist die Effizienz des Sauerstoffverbrauchs bei verschiedenen Meerestieren unterschiedlich. Man kann jedoch nicht sagen, dass die, die weniger Sauerstoff verbrauchen, besser angepasst sind. Solange sie leben, haben alle Organismen die Voraussetzung für eine ununterbrochene Ontogenese (Geschichte des strukturellen Wandels eines einzelnen Lebewesens) erfüllt.Die Unterschiede zwischen den Organismen zeigen, dass es viele strukturelle Wege der Verwirklichung des Lebendigen gibt und nicht die Optimierung bestimmter Eigenschaften. Es gibt kein &#8220;Überleben des Angepassteren&#8221; sondern nur ein &#8220;Überleben des Angepassten&#8221;.</p>
<p>Erfolgsbestimmend im Selektionsprozess der Evolution ist folglich die<strong> Anpassungsfähigkeit</strong> an sich ändernde Umfeldbedingungen.</p>
<p><em>Was unternimmt ein Steuermann, der in den Hafen will?</em><em>Welchen Weg das Schiff nehmen wird, lässt sich nie bestimmen. Da kommt der Wind von links oder rechts, da türmen sich plötzlich Hindernisse auf und es kreuzen andere Schiffe. Eine solche Festlegung lässt sich nicht durchführen. Aber der Steuermann lotst das Schiff sicher in den Hafen, weil er ununterbrochen die Abweichungen vom Kurs sieht, gegensteuern kann &#8211; und auf diese Weise schließlich im Hafen landet. Der Zweck enthebt ihn von der Last, sich ständig mit dem nächsten Schritt auseinandersetzen zu müssen.</em><br />
Die Anpassungsfähigkeit ist die überlebenswichtige Komponente. In der Evolution gibt es für ein langfristiges &#8220;Überleben&#8221; keinen &#8220;Fortschritt&#8221; im Sinne einer Optimierung (Verbesserung der Effizienz), sondern nur die Erhaltung der Anpassung (Verbesserung der Effektivität) in einem Prozess dauernder Strukturkoppelung.<br />
Es hilft nicht zu versuchen, möglichst alle Risiken im Detail zu erforschen, sondern es gilt vielmehr die Zusammenhänge zu erforschen. Wir müssen von dem bestehenden Klassifizierungs-Universum zu einem Relations-Universum übergehen, das sich aus Wirkungsbeziehungen aufbaut und zudem ebenso qualitative Faktoren berücksichtigt.</p>
<p>Unternehmen müssen flexibler werden, indem Prozesse und Mitarbeiter anpassungsfähiger werden, um sich verändernden Umständen rascher anpassen zu können. Die Mindestanforderung an die Organisation ist dabei, dass sie die Anpassungsfähigkeit eines normalen Menschen wenigstens nicht behindert, d.h. nichts zu sehr im Detail regelt. Wenn für jede denkbare Verhaltensmöglichkeit eine Vorschrift existiert, wenn der ganze Ablauf im Detail geregelt ist (bspw. durch detaillierte Stellenbeschreibungen), dann kann der einzelne Mitarbeiter sich nicht mehr unvorhergesehenen Umständen anpassen. Gleiches gilt auch für &#8220;Standardisierung&#8221;, Automatisierung und Festlegung von Unternehmens-Prozessen, auf die sich ändernde Umfeldveränderungen auswirken (insbes. bei Kundennahen Prozessen). Je stärker Abläufe und Prozesse (bspw. aus Effizienz-Gesichtspunkten) fest &#8220;programmiert&#8221; werden, desto mehr nimmt sich das Unternehmen die Flexibilität und Varietät zur effektiven Steuerung.</p>
<p>Unternehmensorganisation kann mit einem Schach- oder einem Fussballspiel verglichen werden. Das Schachspiel hat eine sehr klare, genaue Struktur. Die Figuren sind Spezialisten mit eng begrenzten Bewegungsmöglichkeiten. Alles, was nicht vorgeschrieben ist, ist verboten. Schach ist ein sehr interessantes, geistig sehr anspruchsvolles Spiel, aber nur für die beiden Spieler, nicht für die Figuren auf dem Schachbrett. Es ist ein Spiel für Rationalisten, Rechner und Planer. Ganz anders ist das Fussballspiel. Die Figuren spielen selbst. Sie sind auch Spezialisten, aber gleichzeitig sind sie auch Generalisten, d.h. sie sollen das gesamte Spiel überblicken und für die Mannschaft spielen. Von einem guten Verteidiger erwartet man, dass er auch Tore schiessen kann, und von einem Stürmer, dass er &#8220;hinten aushilft&#8221;.Strukturen und Prozesse in Unternehmungen sollten mehr einem Fussballspiel als einem Schachspiel gleichen.</p>
<p align="center"><strong>Das, was auf dem Weg zählt, ist die <em>Fähigkeit</em> zum Wandel</strong>(Laotse)<strong>Weich und zart ist der Mensch bei seiner Geburt,</strong><br />
<strong> starr und knöchern, wenn er stirbt.</strong></p>
<p align="center">&nbsp;</p>
<p align="center"><strong>Fein und biegsam sind die Pflanzen, wenn sie entstehen,<br />
hart und saftlos, wenn sie absterben.</strong></p>
<p align="center">&nbsp;</p>
<p align="center"><strong>Starr und hart ist, was dem Tod anheimfällt,<br />
weich und zart ist, was vom Leben erfüllt ist.</strong></p>
<p align="center">&nbsp;</p>
<p align="center"><strong>Demgemäß gilt: Wer steif und starr ist, ist ein Schüler des Todes.<br />
Wer weich und nachgiebig ist, ist ein Schüler des Lebens.</strong>(Laotse)</p>
<p>Ein anschauliches Beispiel ist das des &#8220;reformfreudigen Frosches&#8221;:<br />
Ein Frosch liegt in einem mit Wasser gefüllten Topf. Wir erwärmen das Wasser. Er fühlt sich wohl. Eine optimale Betriebstemperatur macht ihn happy. Er hat Spaß am Leben. Die Temperatur steigt weiter. Er spürt irgendwie, dass es allmählich unangenehm wird. Er springt nicht aus dem Topf im Glauben, es wird schon wieder besser (In der Politik bezeichnet man diesen Zustand &#8220;Warten auf den Konjunkturaufschwung&#8221; in Verbindung mit &#8220;Reform&#8221;). Die Temperatur steigt noch weiter an. Der Frosch ist jetzt so geschwächt, dass er nicht mehr springen kann. Er verbrüht. Game over. Nur ein radikales Umsteuern in der &#8220;Reformphase&#8221; hätte den Frosch das Leben retten können. Wer schafft so etwas? Die schwachen Signale, der allmähliche Niedergang, lullen ein und entziehen dem System unternehmerische Energie, ohne dass ein System sich dessen bewusst ist.</p>
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