• FTD-Serie Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft

    Die FTD zeigt, was sich hinter Schumpeters “schöpferischer Zerstörung” verbirgt - in einer Porträtserie über die innovativsten Unternehmer des Landes.

    via
    FTD.de - Unternehmer mit Profil: Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft - Management.

  • Entwicklungslosigkeit der Konjunkturprogramme

    Prof. Röpke hat einen sehr guten Beitrag über die entwicklungslose Wirkung der verabschiedeten Konjunkturprogramme geschrieben.

    Er beklagt - zu Recht - die Konzentration auf (veraltete) “Schlüsselbranchen”, anstatt innovative Mikromultiplikatoren zu fördern, wird Geld in alte Industrien und Branchen gesteckt, die von der Veralterung und somit der Krise besonders betroffen sind und Management by crocodile betreiben: Warten, bis einem das Wasser am Hals steht, dann das Maul weit aufreißen. So befindet sich die Wirtschaft auf dem Weg in die Innovationsdemenz und Altersverwirrtheit. Mit einem Bruchteil der Pakete des Obamaismus und Merkelismus hätte man - richtig zugeteilt - eine enorme Entwicklungsdynamik erzeugen können. Wenn man schon Schulden macht, warum nicht für Vorhaben, die langfristige Entwicklung erzeugen und kurzfristig Krisen meistern helfen? Lediglich 15% der Konjunkturprogramme seien diesem Ziel gewidmet. Wie Schumpeter schon sagte: Investition = Innovation. Röpke zeigt sehr praktikable Wege auf, wie durch die Entwicklungslogische Brille makroökonomisch hätte gehandelt werden müssen. Die Ansätze lassen sich zudem ziemlich gut auch auf die Mikroökonomische Ebene und somit auf das Verhalten einzelner Unternehmen und deren Führung herunter brechen.

    Sehr lesenswert…

  • Expertenmeinungen und Innovation…

    …hört sich im ersten Moment recht schlüssig und plausiebel an…

    Wenn man jedoch eine neue Idee oder ein innovatives Geschäftsmodell entwickelt hat, dann ist diese in einem selbst über einen langen Entwicklungs- und Erfahrungsprozess gereift.

    Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo man diese gerne in die Realität umsetzen möchte und man begibt sich auf die Suche nach Menschen, die diese Vision verstehen, den Enthusiasmus teilen und einem ggf. Venture-Capital zur Verfügung stellen bzw. einen auf der Suche nach diesem unterstützen.

    Was man dann leider immer wieder erleben muss ist eine scheinbar ganz natürliche Reaktion, denn diejenigen, die man von der Idee begeistern möchte, haben nicht den gesamten evolutorischen Prozess und die innere Reifungsphase dieser Idee durchlaufen, wie man es selbst getan hat und können diese somit gar nicht für so selbstverständlich und erfolgsversprechend begreifen, wie man es selbst kann.

    Es kommt dann meist schnell die Fragen auf, dass wenn es eine so tolle Idee ist, warum sie nicht schon jemand anderes oder die Firma XY etc. umgesetzt hat usw.

    Ferner werden dann meist zudem sogenannte “Experten” konsultiert, die eine Meinung zu dieser Idee abgeben sollen.

    Mit den “Experten”-Meinungen ist es dann jedoch dasselbe Problem. Auch bei diesen hat ja die Idee nicht den selben Reifungsprozess durchlaufen. Was meist übersehen wird ist, dass es ja für diese Idee, sofern sie neu ist, quasi per Definition zwangsläufig gar keine Experten geben kann - genausowenig wie eine Standard-Software etc. Denn wie soll es für neue Ideen bereits Experten geben?!

    Wo wären wir, wenn man bei Innovationen immer auf den Rat von Experten, die es folglich ja nur für “alte” Ideen und Geschäftsmodelle geben kann, gehört hätte?
    Neue Ideen wurden immer von sogenannten “Experten” belächelt und die Menschen mit diesen Ideen und Überzeugungen für verrückt erklärt - egal, ob es sich um Flugzeuge, Autos, Eisenbahn, Telefon usw. handelt.

    Auch Marktforschung kann bei Innovationen nicht weiter helfen, denn durch das “dem-Kunden-nach-dem-Maul-reden” lassen sich ebenfalls keine Innovationen erwarten.

    Hätte Henri Ford Marktforschung betrieben,
    so hätte er eine schnellere Kutsche entwickelt.”

    Hierduch wird man laut Jochen Röpke höchstens zum Sklaven des Konsumenten. Die Peitsche der Nachfrager hält einen auf Trab und man wird für seine Mühen abgespeist mit einem mageren Unternehmerlohn, denn der Käufer diktiert somit Angebot, Preise und Konditionen.

    Alles was neu und anders ist, sieht in der Marktforschung zwangsläufig erst einmal schlecht aus.

    Auch das Sammeln von neuen und weiteren Informationen hilft meist nicht weiter, denn Wissen erhöht Unsicherheit. Man bemerkt, was man alles noch nicht weiß, bekommt das starke Bedürfnis nach noch mehr Wissen, sammelt weitere Informationen, merkt noch mehr, dass man eigentlich fast überhaupt nichts weiß, usw… Das wahrgenommene Risiko nimmt also mit mehr Informationen und Wissen zu, anstatt ab. Wie es Thomas Bubendorfer ausdrückte, kommt der Bergsteiger, der versucht alle Risiken abzuwägen und sich gegen alles abzusichern nie aus seinem Basislager heraus.

    Infolgedessen muss man jemanden als Unterstützer bzw. Business-Angel für seine Idee finden, der diese Zusammenhänge versteht, sich nicht auf Meinungen Dritter verlässt und daher eher die persönliche Geschichte des Unternehmers, seine Motivation und seine Leidenschaft in den Vordergrund seiner Beurteilung stellt, da dies die wichtigste Voraussetzung für einen möglichen Markterfolg darstellt.

  • Wieso Geldgeber die innovativsten Startups unterschätzen

    Einen sehr guten Beitrag, den ich nachfolgend daher 1:1 übernehme, hat Jochen Krisch zum Thema Geldgeber für Innovationen geschrieben:

    Paul Graham bringt das Paradoxe an innovativen Ideen und Geschäftsmodellen auf den Punkt:

    “Any really good new idea will seem bad to most people; otherwise someone would already be doing it.”

    Gründer, die etwas originär Neues wagen wollen, tun sich extrem schwer, an das erforderliche Kapital zu kommen, das es ihnen erlaubt, neuartige Ideen weiterzuentwickeln, reifen zu lassen und einen Weg zu finden, sie groß zu machen.

    Wenn sich dann selten genug doch mal ein Kapitalgeber findet, beginnt umgehend der Monetarisierungsdruck - und die einst vielversprechende Idee wird solange verbogen, bis das Zukunftspotenzial dahin ist.

    Umair Haque hat das Dilemma kürzlich beschrieben (”How to Fix Venture Capital”) und Marcel Weiß hat es aufgegriffen (”Warum gibt es keine Innovatoren vom Schlage Googles?”).

    Außenstehende unterschätzen, wie extrem risikoscheu die Investorenszene ist. Engagierte Gründer, die mit (scheinbar) verrückten Ideen neue Märkte erobern wollen, werden als Belästigung empfunden.

    Zwar behaupten alle, dass sie “das nächste Google” finden wollen. Doch wird dies ihr ewiger Traum bleiben, weil weder die vom frühen Internet geprägten Business Angels noch angestellte Investmentmanager “das nächste Google” je erkennen würden. Viel zu riskant!
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  • Das trügerische Heil der Lohnkostensenkung und niedrigeren Steuern

    Der Chef des ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts, Hans Werner Sinn, meint: „Ob wir wollen oder nicht: Dem Niedriglohnwettbewerb mit unseren östlichen Nachbarn können wir nicht ausweichen. Wir stehen in einer historischen Phase, wo die Lohnkosten gesenkt werden müssten, um das Massensterben von Firmen und insbesondere die Verlagerung arbeitsintensiver Produktionsprozesse nach Osteuropa [und den Fernen Osten] zu verlangsamen.“ Frage: Wie sollen mehr Arbeitsplätze entstehen? Sinn: „Durch deutlich niedrigere Steuern und Lohnkostensenkungen, die sich auf den Niedriglohnsektor konzentrieren. Wenn die Löhne sinken und die Leute länger arbeiten, schaffen die Unternehmen neue Arbeitsplätze und lassen Menschen statt Maschinen in den Fabrikhallen arbeiten. Entscheidend ist dafür, dass der Sozialstaat umgebaut wird.“ Diese Sichtweise ist jedoch unvollständig. Die Lohnsenkung verzögert lediglich einen unvermeidbaren Tod. Innovation wäre stattdessen die Antwort Schumpeters auf den Niedriglohnwettbewerb. Deutschland kann dieses lohnpolitische race to the bottom niemals gewinnen. Hinter Polen steht China, hinter China lauert Indien. Irgendwann, so die logische Konsequenz, landen die Löhne auf chinesischen und unser Sozialstaat auf indischem Niveau. Die niedrigen Löhne in Polen und China reflektieren die am deutschen Standard gemessen noch niedrige Innovationsintensität ihrer Produkte und Technologien. Niedrige Löhne, geringe Sozialstandards usw. – also die sprichwörtlichen „neoliberalen“ Aktionsparameter – sind Ausdruck einer geringen Innovationsleistung.

    Wer sich mit Polen, China und Indien über Löhne und Sozialleistungen auf Konkurrenz einläßt, verarmt, rückentwickelt sich auf deren Standards, wenn er sein Innovationssystem schleifen läßt.
    (Jochen Röpke, 2004, S. 27)

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  • Daoismus als Erklärungsmodell für wirtschaftliche Entwicklung

    Nachfolgend wird auf Basis der Überlegungen von Jochen Röpke und Ying Xia aufgezeigt, warum der Daoismus ein ideales Erklärungsmodell für wirtschaftliche Entwicklung darstellt.Der Daoismus ist keine metaphysische Lehre und kein Glaubenssystem. Er beschäftigt sich mit der „realen“ Welt, mit dem Lauf der Welt und der Dinge in ihr, mit den Prinzipien und Möglichkeiten und Strategien ihrer Gestaltung, Verbesserung, Evolution, auch ihres Niedergangs und ihrer Zerstörung.Der Daoismus ist keine lebensfremde Philosophie; er reflektiert die chinesische historische Entwicklung über viele Jahrhunderte und ist eine theoretische “Antwort” auf die “Herausforderungen” der Moderne. Read the rest of this entry »

  • Deutsche Unternehmen kopieren Web-2.0-Trends - pressetext.schweiz

    …aber über die chinesischen “Plagiate” und “Produktpiraterie” regen wir uns auf… ;-)Deutsche Unternehmen kopieren Web-2.0-TrendsHeimische Ideen haben kaum ChancenBerlin (pte/26.03.2007/06:10) - Das so genannte Web 2.0 boomt, doch deutsche Unternehmen begnügen sich damit, innovative Konzepte aus den USA zu kopieren. Eigenständig entwickelte Ideen findet man in Deutschland nur selten, berichtet die Zeitung “Die Welt”. Social-Networking-Portale wie Facebook oder das VideoPortal YouTube werden fast eins zu eins übernommen und heißen dann in deutscher Version StudiVZ und MyVideo. Doch mit wenigen Ausnahmen bleiben die US-amerikanischen Originale beliebter als die heimische Kopie. Eine Studie des Münchner Beratungsunternehmens Aquarius Consulting zeigte, dass unter den zehn beliebtesten Web-2.0-Portalen, die von den Deutschen genutzt werden, nur drei deutsche Anbieter zu finden sind. Read the rest of this entry »

  • Unternehmertypen nach Jochen Röpke

    Hier ist eine Übersicht über die von Prof. Röpke unterschiedenen Unternehmertypen:

    Unternehmertyp

    Funktion

    Routine
    “Homo oeconomicus”
    • Theorie: Neoklassik; Allokationseffizienz
    • Ressourcen-Allokation, Optimierer des Ressourcen-Einsatzes
    • Lehrbuchunternehmer der WiWi
    • Der unternehmerische Alltag ist Routine
    • Märkte sind im Gleichgewicht
    • Gewinnmaximierung
    • Paradigma: Neoklassik, theoretischer Mainstream, Allokationslogik
    Arbitrage
    “Der findige Unternehmer”
    • Theorie: Österreichische Schule; Koordinationseffizienz
    • Koordination in Märkten
    • Der Arbitrageur dominiert quantitativ das moderne Wirtschaftsleben
    • Entdecker von Bewertungsdiskrepanzen in Unternehmen und Märkten (auch kurzfristig: Spekulation)
    • Ausnutzen von Preisunterschieden und Bewertungsdiskrepanzen auf Märkten, Börsenplätzen,…
    • Gewisse Rücksichtslosigkeit, Abzockermoral, Freisein von ethischen und moralischen Skrupeln
    • Paradigma: “Österreichische Schule” (Hayek, Mises, Kirzner), Tauschlogik
    Innovation
    “Der schöpferische Unternehmer”
    • Theorie: Schumpeter; Innovationseffizienz
    • Neukombination von Ressourcen
    • Rekombination von gegebenen
    • Neue Technik, Produkt, Märkte, Organisation, Beschaffungswege
    • Paradigma: Schumpeter, Neo-Schumpeterianer, Entwicklungslogik
    Evolution
    “Der evolutorische Unternehmer”
    • Theorie: Evolutorische Ökonomik; Evolutionseffizienz
    • Entfaltung von Handlungskompetenzen
    • Was auf dem Weg (der Innovation) zählt ist die Fähigkeit zum Wandel
    • Entwicklung in sich selbst, selbstevolutiv (durch Transformation und Transzendenz).
    • Evolutionieren kann nur jeder Unternehmer selbst. Er kann sich aber bei seiner Selbstevolution anregen, stören, irritieren lassen.
    • Paradigma: Daoismus (Laotse), Evolutionslogik

    Produktlebenszyklus.jpg

  • Evolutorisches Management

    Wir glauben mit Problemen fertig zu werden, wenn man sie dort bekämpft, wo sie auftreten. In einem komplexen System führt jedoch gerade die Beseitigung eines Problems meist dazu, dass man damit gleich wieder neue Probleme schafft. Die Welt wird immer durch unerwartete Ereignisse, Diskontinuität und Turbulenz geprägt sein. Friedrich von Hayek stelle fest, dass “wir in der Tat auf vielen Gebieten genug gelernt haben, um zu wissen, dass wir nicht all das wissen können, was wir zu einer vollständigen Erklärung der Phänomene wissen müssen”. Demzufolge geht das evolutionäre Management von gänzlich anderen Grundvorstellungen als das technokratische Management aus.

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