• Reisen in die Zukunft kapitalistischer Systeme

    Jochen Röpke, Ying Xia

     

    Reisen in die Zukunft kapitalistischer Systeme

     

    Grundzüge einer daoistischen Kinetik wirtschaftlicher Entwicklung

     


     

     

     

     

     

     

    Band 10 / erscheint 2007

    ISBN 978-3-8334-6680-9 / 332 Seiten / Preis: 39,90 € In ihrem Buch „Reisen in die Zukunft kapitalistischer Systeme“ versuchen die Autoren Jochen Röpke und Ying Xia die Gesetzmäßigkeiten der daoistischen Philosophie in den Entwicklungs- und Evolutionsprozeß wirtschaftlicher Systeme zu integrieren. Das vorliegende Buch gewinnt dadurch nicht nur theoretisch den Rang einer innovativen Zukunftsforschung. Die Autoren sagen uns vielmehr und eindeutig, wohin „die Reise“ der wirtschaftlichen Entwicklung ökonomischer Systeme hinführen kann und wird. Den beiden Autoren gelingt es, die Innovationslogik der Ökonomie (Joseph A. Schumpeter) mit dem dao zu verbinden und dabei Parallelen zwischen dem systemtheoretischen Ansatz autopoietischer, geschlossener Wirtschaftssysteme auf der einen und der daoistischen „Evolutionslogik“ auf der anderen Seite aufzuzeigen. Zahlreiche aktuelle Beispiele aus dem wirtschaftlichen Geschehen werden mit Grundlagen der daoistischen Philosophie erklärt. Das Ergebnis ist beeindruckend: Es ist nicht nur so, dass die chinesische Lebensphilosophie des Daoismus im Stande ist, Prozesse wirtschaftlicher Entwicklung zu erklären. Vielmehr lassen sich Handlungsvorschläge zur Lösung aktueller wirtschaftlicher Engpässe gewinnen, welche die Entwicklungskraft und Evolutionsfähigkeit der Wirtschaft erhalten. Dazu gehören auch (daoistische) Instrumente, die für die Steuerung wirtschaftlicher Systeme in Zukunft eine unabdingbare Rolle einnehmen werden.

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  • Entrepreneurship-Ansatz nach Prof. Dr. Jochen Röpke wird im Labor für Entrepreneurship vorgestellt

    Am Donnerstag, dem 16. November war Dr. Cord Siemon im Labor für Entrepreneurship. Dr. Siemon ist Mitarbeiter im Marburger Förderzentrum für Existenzgründer aus der Universität (MAFEX) und promovierte bei Prof. Dr. Jochen Röpke , der leider kurzfristig sein Kommen absagen musste. Das Thema des Abends „’Ein Unternehmer baut seine eigene Welt’ statt ‘Die Zähmung des Unternehmers zum Schumpeter’schen Wirt, zum Routineunternehmer’” lehnt sich an das 2002 von Prof. Röpke erschienene Buch “Der lernende Unternehmer. Zur Evolution und Konstruktion unternehmerischer Kompetenz” an.

       
    • 00:03 Begrüßung/ Vorstellen des Buches von Prof. Dr. Jochen Röpke: „Der lernende Unternehmer – zur Evolution und Konstruktion unternehmerischer Kompetenz.“
    • 01:00 „Wie ist es mit dem Unternehmertum“? (Zitat aus Röpke: Der lernende Unternehmer – zur Evolution und Konstruktion unternehmerischer Kompetenz.“, Books on Demand, 2002) – Erklärung des Ansatzes von Prof. Röpke
    • 07:00 Autopoetik
    • 08:50 Schumpeter und Röpke
    • 13:28 Evolutorische Rolle des Unternehmers
    • 19:00 Ansatz des Mafex
    • 22:00 Visionskompetenz
    • 24:38 Humboldt
    • 27:16 Persönlichkeitsentwicklung / John Miner Test
    • 29:07 Banken, Business Angels und Venture Capital
    • 34:09 Venture Capital
    • 36:38 Lao-Tse
    • 44:20 Persönlichkeitsentwicklung und Markt (Der schwache Yogi)
    • 49:09 Der geeignete Unternehmer
    • 52:25 Stabile Erfolgsfaktoren
    • 56:34 Schulabgänger und Befähigung zum Unternehmer
  • Unternehmertypen nach Jochen Röpke

    Hier ist eine Übersicht über die von Prof. Röpke unterschiedenen Unternehmertypen:

    Unternehmertyp

    Funktion

    Routine
    “Homo oeconomicus”
    • Theorie: Neoklassik; Allokationseffizienz
    • Ressourcen-Allokation, Optimierer des Ressourcen-Einsatzes
    • Lehrbuchunternehmer der WiWi
    • Der unternehmerische Alltag ist Routine
    • Märkte sind im Gleichgewicht
    • Gewinnmaximierung
    • Paradigma: Neoklassik, theoretischer Mainstream, Allokationslogik
    Arbitrage
    “Der findige Unternehmer”
    • Theorie: Österreichische Schule; Koordinationseffizienz
    • Koordination in Märkten
    • Der Arbitrageur dominiert quantitativ das moderne Wirtschaftsleben
    • Entdecker von Bewertungsdiskrepanzen in Unternehmen und Märkten (auch kurzfristig: Spekulation)
    • Ausnutzen von Preisunterschieden und Bewertungsdiskrepanzen auf Märkten, Börsenplätzen,…
    • Gewisse Rücksichtslosigkeit, Abzockermoral, Freisein von ethischen und moralischen Skrupeln
    • Paradigma: “Österreichische Schule” (Hayek, Mises, Kirzner), Tauschlogik
    Innovation
    “Der schöpferische Unternehmer”
    • Theorie: Schumpeter; Innovationseffizienz
    • Neukombination von Ressourcen
    • Rekombination von gegebenen
    • Neue Technik, Produkt, Märkte, Organisation, Beschaffungswege
    • Paradigma: Schumpeter, Neo-Schumpeterianer, Entwicklungslogik
    Evolution
    “Der evolutorische Unternehmer”
    • Theorie: Evolutorische Ökonomik; Evolutionseffizienz
    • Entfaltung von Handlungskompetenzen
    • Was auf dem Weg (der Innovation) zählt ist die Fähigkeit zum Wandel
    • Entwicklung in sich selbst, selbstevolutiv (durch Transformation und Transzendenz).
    • Evolutionieren kann nur jeder Unternehmer selbst. Er kann sich aber bei seiner Selbstevolution anregen, stören, irritieren lassen.
    • Paradigma: Daoismus (Laotse), Evolutionslogik

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  • Märkte werden nicht von Gott geschaffen

    Märkte werden nicht von Gott geschaffen, sondern von Wirtschaftstreibenden. Potentielle Bedürfnisse sind von Wirtschaftstreibenden in tatsächliche Nachfrage zu verwandeln. Alle erfolgreichen Märkte sind entstanden, obwohl (oder gerade weil) die potentiellen Kunden das Bedürfnis gar nicht empfanden (Autos, Eisenbahn, elektrische Lampen, kunstseidene Strümpfe, Computer oder Handy – Niemand wollte eins und die ein solches zu Anfang hatten wurden für „verrückt“ erklärt – ebenso das Internet generell oder auch E-Bay im speziellen: Kein Kunde hat das Bedürfnis geäußert, Waren im Internet zu er-/versteigern).

    Nicht das Eingehen auf die Leistung an sich, mit seinen vielfältigen Eigenschaften, sondern das Eingehen auf Kundenanforderungen sind erfolgsrelevant. Marketing und Kommunikationsfähigkeiten sind der Schlüssel zum Erfolg. Von Unternehmen, die Marketing im Sinne eines „Dem-Kunden-nach-dem-Maul-reden“ betreiben, lassen sich keine Innovationen erwarten. Marken schaffen Märkte. Kunden sind konservativ. Sie müssen überzeugt werden, denn sie kennen die Innovation nicht.

    Auch Marktforschung hilft hier nicht weiter, denn wie soll das „in den Markt hineinhören“ funktionieren? Da sollen Kunden die Antwort auf etwas wissen, das es noch gar nicht gibt und das sie demnach auch nicht kennen können. Leute, die nicht wissen, was sie wollen, fragen Leute, die keine Ahnung haben, worum es geht.

    Die Ergebnisse dieser Arbeit sind dann die Grundlage, an Produkten und Dienstleistungen herumzubasteln. Alle Verantwortlichen können nach Vorliegen dessen, was sie für Resultate halten, behaupten, der Kunde habe das so gewollt.Insofern sind auch Kundenbefragungen nach ihren Bedürfnissen nur bedingt hilfreich. Sie helfen lediglich die Routine und somit die Effizienz zu verbessern sowie um feine Nuancen aufzuspüren (d.h. um zu erkennen was Kunden mindestens erwarten).

    Für Optimierungen und somit für begrenztes, bzw. kurzfristiges Wachstum ist es ausreichend, die artikulierten Bedürfnisse zu befriedigen (dies muss man dann aber auch professionell tun, da dies die Minimalanforderungen der Kunden sind).
    Ein längerfristiges agieren lediglich auf dieser Ebene bedeutet zuletzt, dem Preiswettbewerb ausgeliefert zu sein.

    Aber selbst hier sollte mit den Ergebnissen äußerst vorsichtig umgegangen werden. Es klingt, als könne es doch gar nicht so schwer sein, herauszufinden, was Konsumenten über bestimmte Leistungen denken.
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