Open Innovation – Ist die Einbeziehung der Nutzer bei Innovationen wirklich sinnvoll?

Die Forderungen der zahlreichen Publikationen von vielen (selbsternannten) Web 2.0 – Experten werden mit dem Ruf der Integration der Kunden bereits beim Innovationsprozess immer lauter.
Nachfolgend soll diese Forderung nachgegangen und etwas kritisch beleuchtet werden, um ein Gefühl davon zu bekommen, ob es wirklich sinnvoll ist, den Kunden bei Innovationen einzubeziehen.
Meiner Meinung nach sind wir auf einem sehr interessanten Weg, wie durch Nutzerbeteiligung in bestimmten Teilen des Innovationsprozesses durchaus aus Kundensicht bessere Ergebnisse erzielt werden können. Meines Erachtens liegen die Vorteile der Kunden-Integration jedoch eher in den Bereichen der Effizienz, d.h. in der innovativen Verbesserung und nicht in der Innovation von neuen Produkten an sich (Effektivität).

Ein Unternehmer kann das Falsche optimieren (z.B. Güter höchst effizient produzieren), oder aber das Richtige (Effektivität) falsch machen, d.h. Innovationsgüter unvermeidlicherweise ineffizient produzieren. Infolgedessen ist Effektivität wichtiger, als Effizienz. Optimiert werden kann auch noch später. Eine nicht effizient hergestellte Lokomotive wird eine effizient produzierte Postkutsche immer aus dem Markt werfen.

Innovation heißt nicht „dem-Kunden-nach-dem-Maul-reden“. Von solchen Unternehmen lassen sich m.E. keine Innovationen erwarten, denn da sollen Kunden die Antwort auf etwas wissen, das es noch gar nicht gibt und das sie demnach auch nicht kennen können.

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Youtube ist Aufsteiger des Jahres

Von Holger Schmidt

26. Dezember 2006
Das amerikanische „Time“-Magazin hat gerade die Internetnutzer zu den „Menschen des Jahres“ gekürt, weil sie mit ihren Beiträgen das Informationszeitalter beherrschen. Die Bilanz des Jahres 2006 zeigt, wie berechtigt die Wahl war: Web-2.0-Seiten wie die Videogemeinschaft Youtube, das Internetlexikon Wikipedia und die Online-Gemeinschaft Myspace haben 2006 ihre Reichweiten um mehr als 30 Millionen Nutzer ausgebaut und damit alle traditionellen Internetseiten abgehängt.

© F.A.Z.
Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Nielsen-Netratings für die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist Youtube der Aufsteiger des Jahres: Die Seite, auf der die Nutzer ihre selbstgedrehten Videos hochladen und sie anderen Nutzern zeigen können, hat die Zahl seiner Besucher zwischen Januar und Oktober um fast 580 Prozent oder 46 Millionen auf 53,8 Millionen erhöht. Damit führt das noch junge Unternehmen fast überall auf der Welt die Wachstumsranglisten an – nur nicht in Deutschland.

Google ist klarer Gewinner

Hierzulande wird Youtube von zwei wenig bekannten Seiten geschlagen, der Branchenauskunft Cylex.de und Preisvergleich.de. Zumindest Cylex ist der Sprung auf die Spitzenposition aber nur mit Hilfe einer geschickten Optimierung ihrer Suchmaschineneinträge gelungen. Daher wird die Seite auf den Ergebnislisten von Google häufig unter den ersten zehn Treffern angezeigt, was Cylex in diesem Jahr schon 607 Prozent Wachstum gebracht hat.

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Der klare Gewinner im Internet heißt aber Google. Denn die Suchmaschine hat sich mit Youtube nicht nur die am schnellsten wachsende Web-2.0-Gemeinschaft gekauft, sondern hat selbst fast 27 Millionen neue Nutzer in aller Welt in diesem Jahr dazugewonnen. Mit dem Blog-Dienst Blogger hat Google sogar eine dritte Seite in der Spitzengruppe der Online-Wachstumsunternehmen. Neben Google haben auch die Internetgiganten Microsoft und Ebay weitere Nutzer in aller Welt dazugewonnen, während die großen Konkurrenten Yahoo und AOL in dieser Rangliste nicht auftauchen. Lediglich der Yahoo-Fotodienst Flickr weist mit 113 Prozent noch starkes Wachstum auf.

Myvideo gegen Youtube

In Deutschland liegen mit Youtube, Myspace und der Videogemeinschaft Myvideo, die zu dem Fernsehsender Pro Sieben Sat.1 gehört, ebenfalls drei Web-2.0-Seiten weit vorn in der Wachstumsrangliste. „Myvideo hat im November extrem von der Verbindung mit den TV-Sendungen ,You can Dance‘ und ,Popstars‘ und mit den damit verbunden Werbekampagnen profitiert. So konnte ein Zuwachs von 40 Prozent von Oktober auf November beobachtet werden. Es wird spannend, ob RTL mit dem Start von ,Deutschland sucht den Superstar‘ im Januar ein ähnlicher Erfolg mit Clipfish gelingt“, sagt Stefan Raum, Vice President Central Europe bei Nielsen-Netratings.

Die RTL-Videogemeinschaft Clipfish hat ebenfalls mehr als 100 Prozent Wachstum in den zehn Monaten geschafft, kann aber mit dem Platzhirsch Youtube nicht mit halten, obwohl dieser noch gar nicht mit einer deutschen Seite auf dem Markt ist.

Open BC nicht vertreten

Weit vorn hat sich auch das Expertennetzwerk Wer-weiss-was etabliert. Dort können Nutzer ihr Wissen zur Verfügung stellen und auch auf die Kenntnisse anderer Nutzer zugreifen. Die Seite wird vom Hamburger Softwarehaus Epublica betrieben, das auch die Software für das Geschäftsnetzwerk Open BC entwickelt hat. Open BC ist mit seiner Internetseite Xing zwar gerade an die Börse gegangen, taucht in der Rangliste der am schnellsten wachsenden Internet-Unternehmen in Deutschland aber nicht auf.

Google baut auch in Deutschland seinen Marktanteil unter den Suchmaschinen weiter aus. 3,3 Millionen Nutzer sind in den ersten zehn Monaten hinzugekommen, hat Nielsen-Netratings gemessen. Microsoft oder Yahoo, die wichtigsten Konkurrenten im Geschäft mit der Suche, sind in der deutschen Wachstumsrangliste gar nicht vertreten. Auch die großen deutschen Seiten wie T-Online oder Web.de tauchen nicht auf. Da Google schneller wächst als die Konkurrenz, nimmt auch der Anteil des Unternehmens am Online-Werbemarkt zu und wird sich in diesem Jahr der 50-Prozent-Marke nähern.

Amazon wächst, Ebay nicht

Neben den Web-2.0-Seiten haben aber auch traditionelle Internetseiten wie die Volkswagen Bank, der Wettanbieter Bwin oder der Fußballsender Arena in diesem Jahr kräftig zugelegt. Unter den Unternehmen, die ihr Geld mit dem elektronischen Handel verdienen, tauchen mit Quelle, Amazon und Weltbild gleich drei Anbieter auf, die mehr als eine Million neue Nutzer in diesem Zeitraum gewonnen haben. Der größte Anbieter in dieser Branche, der Internetmarktplatz Ebay, wächst in Deutschland inzwischen nicht mehr so stark. Auch Otto und Neckermann können das Wachstumstempo in diesem Jahr nicht mitgehen.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.

Quelle: http://www.faz.net

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