Erster Nachhaltigkeitsbericht von hessnatur – Interview mit Marc Sommer

Nicht nur aufgrund meiner Vergangenheit, sondern auch aufgrund der Unternehmenswerte, habe ich eine starke Verbundenheit zu hessnatur. Aufgrund des Wechsels des Eigentümers und der Geschäftsführung bei hessnatur wurde eine sehr aufgeregte Diskussion über die künftige Ausrichtung von hessnatur und einen möglichen Wertewandel geführt.
Ich hatte damals dafür plädiert, keine voreiligen Vorverurteilungen zu machen, weiter zu dem Unternehmen zu stehen und ihm eine faire Chance zu geben – und bislang sind (wie von mir vermutet) keinerlei Anzeichen für einen Wertewandel erkennbar – ganz im Gegenteil.

Marc Sommer

Marc Sommer

Rolf Heimann

Rolf Heimann

Nun ist der allererste Nachhaltigkeitsbericht von hessnatur erschienen und aufgrund dessen sowie des kommenden Vortrags von Marc Sommer bei den Burgthanner Dialogen am 18. Oktober 2013 ist folgendes interessante Interview mit den beiden Geschäftsführern Marc Sommer (Vorsitzender der Geschäftsführung) und Rolf Heimann (Leiter des Bereichs Corporate Responsibility) über Sinn und Wert von Nachhaltigkeitsberichten sowie den Unternehmenswerten und der Strategie bei HessNatur entstanden.
Das Interview führte Dr. Alexandra Hildebrandt:

Nachhaltigkeit sollte in allen Unternehmensbereichen verankert sein und durch den Einsatz von Methoden des Nachhaltigkeitsmanagements operativ umgesetzt werden.
Dazu müssen deren Wirkungen gemessen, interpretiert und bewertet werden, denn nur wer Verbesserungspotenziale systematisch erschließt und nutzt, kann Nachhaltigkeit glaubwürdig leben.
Ein Nachhaltigkeitsreport ist
zwar nur ein Kommunikationsinstrument unter vielen, doch kommt ihm eine zentrale Rolle in der unternehmerischen Rechenschaftslegung über Ziele, Aktivitäten und der Kommunikation mit Stakeholdern zu.
Der Schlüssel zum Bericht sind jedoch die Menschen mit ihren Geschichten, ihrem Engagement und der Leidenschaft für ein Thema, das sich auch in der Lektüre eines sachlichen Mediums – im wahrsten Sinne des Wortes – „entfalten“ kann, wenn die LeserInnen Nachhaltigkeit in all seiner Tiefe und Konkretheit durchdringen wollen.
Der 1. „Bericht zur Nachhaltigkeit“ von hessnatur ist ein Beispiel für das, was möglich und wünschenswert ist.

Weshalb erscheint der 1. hessnatur-Nachhaltigkeitsbericht erst jetzt?
Heimann: Das wurde ich in der Vergangenheit öfter gefragt. Meine Antwort lautete dann, dass wir alle Kapazitäten unserer Experten in unserem Bereich brauchen, um Entwicklungen nach dem Prinzip des ‚first mover’ voranzutreiben. Im Rahmen von Wachstum und Entwicklung werden die Unternehmensprozesse jedoch immer komplexer und die Notwendigkeit größer, sie klar und detailliert zu erfassen, analysieren und offen zu legen. Die Entscheidung, den Unternehmensbericht aufzusetzen und zum jetzigen Zeitpunkt vorzulegen, ist – so lässt sich rückblickend auf die vergangenen Monate feststellen – eine gute gewesen. Der Prozess der Evaluierung und Verifizierung war für uns wichtig, weil wir daraus etliche Erkenntnisse ziehen können – auch im Sinne einer strategischen Ausrichtung, auf der die zukünftigen Wege von hessnatur als ‚first mover’ eingezeichnet sind. Außerdem tut es gut zu dokumentieren, wie in allen Bereichen des Unternehmens im Sinne unseres ganzheitlichen Ansatzes gedacht und gehandelt wird.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden gesetzt, und wozu dient er primär?Heimann: Der Bericht zeigt, wer wir sind – und wie ernst wir es meinen. Mit der Veröffentlichung unseres Berichts soll die Vielfalt und Wirkungsweise unserer nachhaltigen Tätigkeitsfelder erstmalig allen Menschen sichtbar gemacht werden, die mit hessnatur in Verbindung stehen. Gleichzeitig ermöglicht uns diese umfassende Standortbestimmung das Erkennen möglicher Schwachstellen und die Identifikation von neuen Herausforderungen.

Sommer: Der Bericht führt die Tradition transparenter Kommunikation fort, die seit der Firmengründung durch Dorothea und Heinz Hess 1976 fester Bestandteil der Unternehmenskultur ist. Auch spiegelt sich hier unser Bekenntnis zu den Werten und Visionen von hessnatur in seiner neuen Eigentümerstruktur. Darüber hinaus bildet der Bericht für hessnatur eine wichtige Arbeitsgrundlage für weitere unternehmerische Zielsetzungen.

An wen richtet sich der Nachhaltigkeitsbericht?
Heimann: Er richtet sich sowohl an Mitarbeiter als auch an Kunden, Lieferanten, Journalisten und andere an hessnatur interessierte Menschen. Die an der Entstehung des Berichts Beteiligten haben den Fokus auf entsprechend vielfältige Themenbereiche gelegt und hoffen, dass jede Anspruchsgruppe für sich nutzbare Informationen über hessnatur als Arbeitgeber, als Unternehmen und als Geschäftspartner findet.

Der Nachhaltigkeitsbericht  von hessnatur und baut auf dem jährlichen Sozialbericht für die Fair Wear Foundation auf. Um welche Inhalte wurde der Bericht erweitert?
Heimann: Der hessnatur Bericht zur Nachhaltigkeit geht weit über die Inhalte des Sozialberichtes hinaus. Er gibt nicht nur Auskunft über die Verantwortung die hessnatur in der Lieferkette übernimmt für ökologische und soziale Themen. Auf den über 100 Seiten wird auch und erstmalig auf die Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und der Gesellschaft Bezug genommen. Außerdem umfasst der Bericht interne strategische Themen wie die Unternehmensvision, Werte, Philosophie, Führungskultur, Risikomanagement aber auch was wir unter nachhaltigem Design verstehen. Die Inhalte beleuchten hessnatur als Unternehmen im Ganzen und im Umfeld verschiedener Anspruchsgruppen (Stakeholder).

Im Fokus des Nachhaltigkeitsberichts  stehen der Status quo mit konkreten Kennzahlen sowie  die Erläuterung von Strategien, Lösungsansätzen und Entwicklungsperspektiven. Darüber hinaus werden konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeitsleistung von hessnatur aufgezeigt.

Ganzheitliches und modernes Nachhaltigkeitsmanagement verlangt nach praxistauglichen und effizienten Werkzeugen. Stakeholder erwarten immer stärker nach verlässlichen und zeitgerechten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsdaten. Auch kann nur, wer Verbesserungspotenziale systematisch erschließt und nutzt, Nachhaltigkeit leben. Wie wurde dieser Prozess bei hessnatur am Beispiel der Kennzahlenerhebung umgesetzt?
Heimann: Ja, die systematische Erhebung und Analyse von Daten und Prozessen hilft, auch intern einen klaren Blick dafür zu bekommen, wo hessnatur aktuell steht: In welchen Bereichen ist die Organisation bereits gut aufgestellt und wo gibt es noch Verbesserungspotenzial? Hieraus leitet sich der Anspruch ab, die Unternehmenswerte weiter zu festigen, die Arbeit kritisch zu hinterfragen und auch in Zukunft ambitionierte Ziele zu formulieren und diese umzusetzen. Um die notwendigen Daten für den Bericht zu erheben, wurden zu Beginn alle Bereiche der Organisation von der Projektleitung  – Bereich Corporate Responsibility – über den Zweck und das Ziel des hessnatur-Berichts informiert. Das Projektteam hat mit allen Bereichen und der Geschäftsführung Gespräche geführt, die zur Auswahl und zur Gewichtung der vorliegenden Themen und Schwerpunkte geführt haben. In jedem Bereich wurden die relevanten Informationen und Kennzahlen zusammengetragen, um den Bericht und seine Inhalte erstellen zu können. Die Managementansätze wurden auf Geschäftsführungsebene erarbeitet. Die redaktionelle Umsetzung aller Inhalte des Berichts, Texterstellung und Fachlektorate wurden vom Bereich PR & Social Media gesteuert, der die Unternehmenskommunikation von hessnatur verantwortet. Grafik und Layout wurden im Bereich Marketing und Markenführung vom Mediendesign-Team vorgenommen. Die finale Entscheidung über den endgültigen Inhalt des hessnatur-Berichts und dessen Freigabe erfolgte durch die Leitung des Bereiches Corporate Responsibility und die Geschäftsführung von hessnatur.

Welche Methodik stand dahinter?
Heimann: Die Erfassung von Daten und Informationen erfolgte per schriftlicher Abfrage auf elektronischem Weg und in persönlich geführten Rechercheinterviews. Die Daten, die in diesem Bericht Verwendung gefunden haben, wurden in den Bereichen Rechnungswesen, Controlling, Personal, PR & Social Media, Corporate Responsibility, Einkauf, Warenbewegung, EDV, Marketing & Vertrieb, Kundenservice, Betriebsrat und der Haustechnik erhoben. Weiterhin wurden Dokumente und Daten wie beispielsweise die Mitarbeiterbefragung, Kundenzufriedenheitsanalysen, Strategie-Konzepte der Geschäftsführung und Datenerfassungssysteme (Lieferantendaten, Artikeldaten, Materialdaten) für Analysen und Auswertungen genutzt. Zusätzlich wurden Informationen und Inhalte mit  Vertragspartnern erarbeitet.

Warum ist es wichtig, dass Unternehmen ihre Kennzahlen abbilden?
Heimann: Sie können zu aussagekräftigen Schlüsselinformationen verdichtet und miteinander verglichen werden. Kennzahlen ermöglichen, konkrete Nachhaltigkeitsziele festzulegen und quantifizierbar zu machen. Dazu müssen sie aussagekräftig sein und aus fundierten Daten entwickelt werden, die über einen längeren Zeitraum  verfolgt werden können. Außerdem muss die Messbarkeit der Daten gewährleistet sein. Erst dann ist eine kontinuierliche Beobachtung von Entwicklungstendenzen möglich.

Weshalb haben Sie sich bei der Berichterstattung an den GRI-Richtlinien orientiert?
Heimann: Die Global Reporting Initiative (GRI) ist die bekannteste und wichtigste Initiative zur Bildung von Nachhaltigkeitsindikatoren auf internationaler Ebene, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen und Organisationen die sog. GRI-Kennzahlen entwickelte. Sie enthalten – neben den ökologischen und ökonomischen – auch gesellschaftliche Leistungsindikatoren.  Die Einhaltung des Standards ist zwar freiwillig, doch folgen immer mehr Unternehmen und Organisationen in aller Welt dem zwischen allen relevanten Anspruchsgruppen vereinbarten Regelwerk. Damit wird zudem den Lesern des Berichts der Vergleich der Berichtsangaben mit denen anderer Organisationen und Unternehmen erleichtert.

Was sind die größten Nachhaltigkeitsherausforderungen für hessnatur?
Sommer: Die große Herausforderung der letzten Jahre, mit nachhaltigen Materialien einen vergleichbaren Attraktivitätsgrad wie im herkömmlichen Modebereich zu erzielen, ist weitestgehend Vergangenheit. Heute bieten die ökologischen Stoffe und Farben einem Designer fast alle Möglichkeiten, sodass es eigentlich keine  Einschränkung mehr auf kreativer Seite gibt.  Funktionsbekleidung für extremere Situationen hingegen, die komplett wasserdicht sein muss, ist  heute mit ökofairer Mode noch nicht umsetzbar. Unsere aktuelle Forschungs- und Entwicklungsarbeit befasst sich jedoch bereits damit, ebenso wie mit den Themen Recycling und Product Footprint, der dem Verbraucher in naher Zukunft zu jedem hessntaur-Produkt Auskunft darüber geben soll, welche Ressourcen bei der Herstellung aufgewendet wurde. Diese Analyse bietet uns wiederum eine Chance zur Kosteneinsparung durch Ressourceneffizienz, wodurch ökologische und ökonomische Unternehmensziele in Einklang gebracht werden. Diese Versöhnung ökologischer, ökonomischer und sozialer Anforderungen entspricht unserer Definition von Nachhaltigkeit.

Während die Ökologie auf einem denkbar hohen Niveau angelangt ist, steckt das Thema sozialgerechte Herstellung noch in einer frühen Phase. Die Formulierung sogenannter  Kernarbeitsnormen ist dabei eine Sache, die wirksame und flächendeckende Kontrolle dieser Standards eine andere. Darin sehe ich für den Markt die größte Herausforderung der kommenden Jahre, ebenso wie im Aufbau der notwendigen Kompetenz  im Unternehmen und der festen Verankerung des Nachhaltigkeitsthemas im Managementsystem.

Weshalb ist Nachhaltigkeit nicht nur Sache einer einzelnen Abteilung, sondern vor allem eine Managementaufgabe, die zeigt, welchen Beitrag jeder einzelne Bereich der Organisation zu leisten hat, um die Nachhaltigkeitsstrategie bei sich umzusetzen?
Sommer: Ohne Überzeugung und entsprechende Entscheidungskompetenzen auf höchster Ebene bleibt das Thema eine Idee, die nie alle hierarchischen Ebenen des Unternehmens durchdringen und damit auch nicht das notwendige Umdenken bewirken kann.

Nachhaltigkeit beginnt als Chefsache, ist also eine Führungsaufgabe, die auf Augenhöhe in allen Bereichen wie Einkauf, Disposition, Qualitätssicherung und Kommunikation verankert und von allen Personen gelebt werden muss. Das dokumentiert auch detailliert unser „Bericht zur Nachhaltigkeit“. Damit trägt er vor allem auch innerhalb des Unternehmens zur Motivation und Identifikation der Mitarbeiter bei. Denn er signalisiert deutlich, dass Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung für hessnatur wesentliche Elemente der Unternehmenskultur sind.

Am 1. Juni meldete die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Capvis den Kauf von hessnatur. Wo und wie zeigt sich das nachhaltige Interesse der Private Equity-Gesellschaft konkret an dem ursprünglich anthroposophisch geprägten Vorreiter im Bereich Ökomode?
Sommer: Die besonderen Werte und die Historie von hessnatur waren der Erwerbsgrund der Beteiligungsgesellschaft Capvis, die als Gesellschafterin die langfristige Arbeit von hessnatur in der Überzeugung unterstützt, dass immer mehr Konsumenten bewusst und verantwortungsvoll konsumieren wollen. Mit großem Respekt vor der geschaffenen und gelebten Vision des Gründers Heinz Hess möchte Capvis gemeinsam mit den Führungskräften und Mitarbeitern das Unternehmen am Standort Butzbach in seiner spezifischen Identität mit seinen Werten bewahren und perspektivisch mit Augenmaß weiter entwickeln. Damit erhält hessnatur die notwendige Sicherheit, Stabilität und Kontinuität für die weiteren Entwicklungsschritte in seiner erfolgreichen Firmengeschichte.

Was war die größte unternehmerische Herausforderung, die  hessnatur jemals zu bewältigen hatte?
Sommer: Das war mit Sicherheit die Gründerzeit, als Dorothea und Heinz Hess aus dem Nichts heraus Öktotextilien auf den Markt brachten, mit  nachhaltigen Materialen und einer entsprechenden giftfreien Verarbeitung. In der Gegenwart ist die steigende Anforderung nach Transparenz – z.B. die Offenlegung unserer Lieferanten – eine stetige Herausforderung. Diesem Wandel unterliegt auch das Konsumentenverhalten. Es ist ein klarer Trend zu erkennen, dass immer mehr Menschen online bestellen und dass das Internet immer häufiger dazu genutzt wird, sich über Produkte und Prozesse zu informieren, bevor eine Kaufentscheidung getroffen wird. Die Entwicklung vom Katalog zum Web ist ein ernstzunehmendes Thema für uns, das uns vor große Herausforderungen stellt.

Wie erfahren und integrieren Sie die Erwartungen der kritischen Stakeholder? Weshalb ist ein offener Stakeholderdialog wichtig für hessnatur?
Sommer: Der kritische Dialog mit Anspruchsgruppen bewirkt, dass neue Ansätze für sozialere oder ökologischere Strukturen entwickelt werden können. Er ist für uns ein Ansporn, unsere Pionierrolle weiterzuentwickeln. Stellvertretend für viele andere sei hier auf unsere Zusammenarbeit mit der „Kampagne für saubere Kleidung“ (Clean Clothes Campaign) verwiesen, einem Aktionsbündnis aus vielen verschiedenen Nichtregierungsorganisationen (NGO), die sich für gute Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie weltweit einsetzt. Nach Heinz Hess 2001 das Unternehmen verkauft hatte, nahm die CCC hessnatur ins Visier. Das Ergebnis unseres intensiven Dialogs war ein eigens entwickeltes neues Prüfsystem für mittelständische Unternehmen und der Beitritt von hessnatur zur holländischen Fair Wear Foundation – als damals erstes deutsches Unternehmen überhaupt. Die Basis für ein quantifizierbares  Monitoringsystem zur Implementierung und Verbesserung von Sozialstandards war damit geschaffen.

Was gehört zu den Aufgaben des hessnatur-Beirats, und welche Personen sind Mitglied?
Sommer: Der Beirat begleitet das Unternehmen im Sinne eines aktiven Aufsichtsrates und ist Bindeglied zwischen Geschäftsführung und Gesellschafter. Die Beiratsmitglieder werden vom Gesellschafter in Abstimmung mit der Geschäftsführung ernannt. Dabei zielt die Besetzung darauf, die erforderlichen Kompetenzen komplementär zu gewährleisten. Neben der grundsätzlich erforderlichen wirtschaftlichen und unternehmerischen Erfahrung sind dies insbesondere ein tiefes Verständnis für verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Handeln sowie eine Expertise im Textil- und Modeumfeld. Alle zwei Monate tagt der Beirat, um wirtschaftliche und inhaltliche Themen vor allem langfristiger und strategischer Natur zu besprechen.  Für das Geschäftsjahr 2012/2013 hat sich der Beirat von hessnatur neu konstituiert. Neuer Beiratsvorsitzender ist Prof. Götz W. Werner, Gründer und Gesellschafter der Handelsunternehmens dm Drogerie Markt, dessen Geschäftsführer er 35 Jahre lang gewesen ist. Sein Lebenswerk zeichnet sich insbesondere durch sein unternehmerisches Konzept sowie durch sein wissenschaftliches und soziales Engagement aus. Der hessnatur-Beirat setzt sich darüber hinaus aus dem Modeexperten Vivek Batra sowie Daniel Flaig und Ricarda Demarmels von Capvis zusammen. Somit besteht er aus zwei Gesellschaftervertretern und zwei externen Mitgliedern.

In welchen ausgewählten Verbänden und Initiativen ist hessnatur Mitglied?
Heimann: 2005 trat hessnatur als erstes deutsches Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF) bei. Die Fair Wear Foundation hat es sich zum Ziel gesetzt, weltweit faire, gesetzliche und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie zu fördern. Die Multistakeholder-Organisation setzt sich zusammen aus Gewerkschaft, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und Herstellerverbänden, so kann eine breite Teilhabe aller Anspruchsgruppen am Verbesserungsprozess der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsherstellung garantiert werden. Als Gründungsmitglied des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) arbeitet hessnatur daran, die eigenen Ansprüche und Leitsätze für nachhaltige Textilproduktion national und international zu manifestieren. Ferner ist hessnatur Mitglied im Einzelhandelsverband. Durch diese Mitgliedschaft wird eine jährliche Erhöhung der Gehälter im Tarifbereich gewährleistet.

Welche Hauptkanäle werden von hessnatur für den Dialog mit Anspruchsgruppen des Unternehmens genutzt?
Heimann: Dazu gehören die Kundenbetreuung von hessnatur, die Läden und das Internet (Onlineshop, Blog, Facebook und Twitter). Auch Gremien wie der Kundenrat und Zusammenkünfte wie Round Table-Gespräche mit Kunden, Mitgliederversammlungen wie das Multistakeholder-Meeting mit der FWF einmal im Jahr, Beiratstreffen und Mitarbeiterversammlungen sind wichtige Kommunikationswege. Die Kommunikation mit Medien und Meinungsführern wird über die Mitarbeiter des Bereichs PR & Social Media sichergestellt. Durch die Kundenbetreuung und die zweimal im Jahr durchgeführte Kundenbefragung können Trends analysiert werden und auf Anmerkungen der Anspruchsgruppen gezielt reagiert werden. Ergebnisse und wichtige Erkenntnisse aus den Dialogen mit den Anspruchsgruppen werden für die Geschäftsleitung und -führung zeitnah aufbereitet, so dass sie ebenfalls Anteil an der Kommunikation nehmen und Feedback in die langfristige Ausrichtung von hessnatur mit einbeziehen können.

Besonderen Wert legen Sie auf die Meinung Ihrer Kunden. Um einen regen Informationsaustausch sicherzustellen, wurde im  Berichtsjahr 2011/12 ein hessnatur-Kundenrat ins Leben gerufen. Welche Motivation steckt dahinter?
Sommer: Damit will hessnatur seine Kunden stärker an der Weiterentwicklung des Unternehmens, an der Einhaltung und dem Ausbau der hessnatur-Standards sowie dem kontinuierlichen Streben nach Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie teilhaben lassen. Das Konzept sieht ein Kundenparlament mit 200 ehrenamtlichen Mitgliedern und ein daraus zu wählendes Sprechergremium von 12 Personen vor. Sie erhalten wichtige Informationen vorab zu und tauschen sich persönlich mit der Geschäftsführung und Mitarbeitern von hessnatur aus. Mitglieder des Kundenrats lernen Projekte und Produktionsstätten kennen und erfahren mehr über die besonderen ökologischen und sozialen Richtlinien bei hessnatur. Nebst Vertrauensbildung, der Steigerung zur Transparenz und Glaubwürdigkeit von hessnatur, wird der Kundenrat vor allem ein Sprachorgan zum Austausch und Dialog zwischen Kunden und Geschäftsleitung von hessnatur darstellen. Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge des Kundenrats sollen dann sorgfältig vom hessnatur-Management auf Umsetzbarkeit im Alltagsgeschäft geprüft werden und können zu strategischen und operativen Entscheidungen führen. Die Kundenräte werden somit Vertrauenspersonen, Inputgeber und Beobachter.

Das Verhalten der Kunden bei der Produktnutzung (und die damit verbundene Klimawirkung) ist nur begrenzt beeinflussbar. Inwiefern unterstützt hessnatur die Kunden durch Informationen für umweltschonendes verhalten und nachhaltigen Konsum?
Heimann: Zu jedem Produkt von hessnatur findet der Verbraucher im Katalog oder Internet genaue Informationen zur Herstellung, z.B. zu den eingesetzten Farbstoffen, Materialien und Ausrüstungsverfahren. Im Rahmen unseres Textillexikons und über unsere Beratungshotline kann der Konsument  sich darüber hinaus umfassend zur Textilpflege und unseren eigens entwickelten Wasch- und Pflegemitteln informieren. Zudem ist das Thema „nachhaltiger Konsum“ fest in unserer Unternehmenskommunikation verankert, was von dem Verbraucherportal wegreen aktuell erst wieder positiv bewertet wurde unter wegreen.de/profile/hess-natur/de/nachhaltigkeit.

Für hessnatur ist Nachhaltigkeit kein Lippenbekenntnis. Weshalb ist das Prinzip des nachhaltigen Wirtschaftens ein fester Bestandteil der hessnatur-Geschäftsstrategie?
Sommer: Es bedeutet für uns nicht nur ökologische und soziale Verantwortung zu übernehmen, sondern auch ökonomisch korrekt zu handeln. Nur wenn das Unternehmen langfristig erfolgreich wirtschaftet, kann es Sinn stiften  und von Nutzen für Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Gesellschaft und Eigentümer sein. Folglich müssen zu einem nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen alle Ebenen der Verantwortung gehören: ökologische, soziale und ökonomische. Dabei achtet hessnatur darauf, die ökonomische Verantwortung den Feldern Ökologie und Soziales gleichzustellen und sie nicht über diese zu stellen. Teil dieser ökonomischen Verantwortung ist unter anderem eine Intensivierung der Liquiditätssteuerung, um weiterhin hohen Innenfinanzierungsanteil sicherzustellen. Die Erreichung der Ziele ist Voraussetzung für eine sichere und langfristige Entwicklung der Gesellschaft. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie zeichnet sich also durch einen ganzheitlichen Ansatz aus, um allen drei Säulen der Nachhaltigkeit gerecht zu werden als auch in jedem einzelnen Bereich verantwortlich und vorausschauend zu handeln.

Wie werden die Ziele der Unternehmensstrategie überprüft?
Sommer: Regelmäßige Status Quo-Analysen dienen als Basis für die Entscheidung, in welche Richtung sich das Unternehmen nachhaltig weiterentwickeln will. Die Stoßrichtung ist klar formuliert: Ausbau der strategischen Markenentwicklung, gemeinsam mit den Mitarbeitern und in enger Verzahnung und Kommunikation mit den Kunden des Unternehmens. Damit einhergehend die Zielgruppen- und Sortimentserweiterung und die Erhöhung der Markenbekanntheit. Die Distribution über neue Vertriebskanäle und eine stärkere Internationalisierung der Marke sind ebenfalls geplant und  zahlen auf die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung ein: dem steigenden internationalen Interesse an nachhaltiger Mode und die Entwicklung hin zu einem „sanften“ und bewussten Konsum.

Wie wird Nachhaltigkeit persönlich von Ihnen (vor)gelebt?
Sommer: Wer sich für Nachhaltigkeit einsetzt, möchte das natürlich auch an seine Kinder weitergeben. Meine Familie und ich sind selbst um einen nachhaltigen Lebensstil bemüht, in dem der bewusste Konsum, aber auch das Thema Ökotextilien eine wichtige Rolle spielen. Kinder lernen vor allem durch Nachahmung, deshalb ist die Vorbildfunktion der Eltern nicht zu unterschätzen. Aber auch als Geschäftsführer von hessnatur haben wir eine besondere Verantwortung, die beim Umgang mit den Mitarbeitern beginnt und bis zur Dienstwagenregelung reicht.

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Geheimdienste: Wenn die Mathematik über „gut“ und „böse“ und Menschenleben entscheidet

Ich habe ja bereits in diversen Artikeln hier auf die Probleme einer rein auf mathematischen Modellen basierenden Vorhersage von menschlichem Verhalten im Rahmen von BigData hingewiesen.
Die Menschen werden als „triviale Maschine“ (Heinz von Förster) verstanden, d.h. man glaubt, dass sich Menschliches Verhalten vorhersagen lässt, da Menschen nach „Bauplänen“ funktionieren – es sich bei menschlichem Verhalten also um berechenbare Phänomene handelt.
Wir haben es aber sowohl bei der Natur, als auch beim Menschen mit komplexen (nicht-trivialen) Systemen zu tun, die sich zudem aufgrund der Emergenz tagtäglich – ja sogar minütlich (anders als ein Tisch) – verändern (ganz banal gesagt: Wir lernen laufend dazu). Mensch, Natur und Tiere verändern sich fortwährend in einem evolutorischen Prozess – aus Babys werden Erwachsene – ganz ohne mechanische Einwirkung und Umbau von Bauplänen. Der Hagen Fisbeck von jetzt ist im nächsten Moment (durch Autopoiesis, extere Einflüsse, Meme, etc.) ein anderer Hagen Fisbeck.
Zudem ist jeder Mensch aufgrund seiner Strukturdeterminiertheit anders als ein anderer – ein Übertragen aus dem Verhalten eines Menschen auf das eines anderen wird schon alleine hierdurch unmöglich. Heinz von Förster hat ausführlich bewiesen, dass komplexe Systeme (also nichttriviale Systeme) analytisch nicht erklärbar sind. Immer dann, wenn man es mit komplexen-Systemen – also Nicht-Trivialen-Maschinen im Sinne von Heinz von Förster – zu tun hat, ist eine Vorhersage von Verhalten nicht möglich – selbst dann nicht, wenn man in Daten erstickt.
Dennoch rennen auch die Geheimdienste mit BigData dieser Ideologie blind nach und glauben an die Daten, die ein von Menschen unter bestimmten Annahmen entwickeltes mathematisches Modell auswirft. Es herrscht der Glaube vor, dass alles messbar und Verhalten auf Basis dieser Daten vorhersagbar ist. Aufgrund der derzeitigen bereits gigantischen Möglichkeiten zur Datensammlung wird an Daten gesammelt und gespeichert, was das Zeug hält und gesammelt werden kann – und täglich kann mehr gesammelt werden, da sich die Verfahren weiterentwickeln oder ändern.

Dass dieser Glaube an mathematische Modelle, den man aus der Wirtschaft kennt, nun aber durch der Staaten und Geheimdienste sogar zu einer Lebensgefahr eines jeden einzelnen von uns führen kann wird aus dem sehr interessanten FAZ-Interview mit Ranga Yogeshwar sehr deutlich.

Die Gier der Geheimdienste nach Informationen ist alt, doch die moderne Technik verleiht ihr eine neue Qualität…
…Bislang wurden die Behörden erst dann aktiv, wenn eine Straftat vorlag, und man ging zum Arzt, wenn man krank war. Inzwischen aber lässt sich immer genauer berechnen, ob ein Mensch womöglich kurz davor steht, eine kriminelle Handlung zu begehen, oder eine noch gesunde Patientin eine erhöhte Wahrscheinlichkeit aufweist, zum Beispiel an Brustkrebs zu erkranken. Sie ist noch nicht krank, jedoch zeigen genetische Daten und bestimmte andere biologische Indikatoren, dass sie in der Zukunft erkranken könnte.
Und an genau dieser Stelle überschreiten wir den Rubikon zwischen Realität und dem digitalen Abbild: Nicht der Mensch an sich, sondern die Vorhersage des Modells wird Grundlage des Handelns. Der noch gesunden Patientin entfernt man vorsorglich die Brüste, und der unbescholtene Bürger wird vorsorglich womöglich verhaftet.“

Es heißt ja immer: Durch das Internet wird alles “Messbar”. Richtig ist sicher, dass vieles gemessen werden kann. Das war es dann aber auch schon. Denn genau jetzt fangen die ganzen Probleme an. Es herrscht oftmals (und scheinbar auch bei NSA & Co.) der Irrglaube vor, dass man jetzt, wo man so viel messen kann, auch mehr Sicherheit bekommt.
“Berechnung” hört sich immer danach an, dass es eine allgemeingültige Formel oder Modell als Schablone gibt, die überall angewendet werden kann.
Dabei wird aber übersehen, dass sobald der Faktor “Mensch” ins Spiel kommt es sich um komplexe (nicht-triviale) Systeme handelt, die analytisch nicht erklär- und berechenbar sind. Man schaue sich nur mal die teilweisen grauenhaften Amazon-Recommendations an über die einem dann manchmal zu Schmulzeln oder Kopfschütteln verleiten (und amazon hat über 15 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Vorhersagesystemen – zudem in einem recht überschaubar komplexen Bereich…) – wenn man nun aber daran denkt, dass die Geheimdienste solchen und ähnlichen Verfahren in einem noch komplexeren Umfeld quasi blind vertrauen und es dabei letztendlich um Menschen geht, die verdächtig werden, künftig eine kriminelle Handlung zu planen, dann wird einem schon ganz anders….
Bei der subjektiven Interpretation der Daten entsteht Kreativität. Entweder man lässt die Daten von einem Menschen interpretieren und ihn hieraus (subjektiv) Entscheidungen ableiten, oder man überlässt die Aufgabe den durch Menschen entwickelten Maschinen mit durch Menschen entwickelten (und somit subjektiven) Modellen.

Das führt uns zum nächsten Problem, denn es werden ständig neue Bechnungs”wahrheiten” erfunden. Schaut man sich die Analysesysteme der Wirtschaft an, so ist dieser Markt voll mit Systemen, die unterschiedliche Dinge messen (oder gleiche Dinge nur anders) oder mit unterschiedlichen Modellen arbeiten. Und jeder Anbieter glaubt, dass sein System besser ist als ein anderes und nur sein System die Wahrheit liefert. Aber welches ist nun das Beste System? Hier fängt wieder die (subjektive) Qual der Wahl an, welch(e) System(e) man implementiert. Aber damit nicht genug. Diese Systeme sind ja nie fertig. Laufend werden diese weiterentwickelt und bieten einem quasi jeden Tag neue “Wahrheiten”, die dann wieder für eine gewisse Zeit als “Weisheit letzter Schluss” dienen – bis zur nächsten, usw.
Soll heißen: So gut die Systeme der Geheimdienste auch sein mögen – sie sind nie final, d.h. Entscheidungen auf Basis eines heutigen technischen Systems könnten morgen schon wieder anders ausfallen.
Aus der Vielzahl von möglichen Daten werden zudem ja nur Ausschnitte in Berechnungen mit einbezogen – irgendwann muss man “abschneiden”, da nicht die ganze vernetzte Welt (digital und nicht digital) erfassbar ist.

In der Kybernetik 2. Ordnung beschreibt dies Heinz von Förster wie folgt:

Die Komplexität zwingt zur Selektion. Der Selektionszwang bedeutet Kontingenz, d.h. dass die Selektion jederzeit auch anders möglich ist. Die Selektion wird gesteuert durch die Struktur des beobachtenden Systems.
Jede Selektion ist demzufolge abhängig von der Struktur des Beobachters.

Jedes Modell schneidet somit aus der Welt des „Ganzen“ das heraus, was subjektiv als relevant erachtet wird.
Zudem kommen immer mehr bzw. andere Daten in den Datenpool hinzu, die entweder neu “entdeckt” wurden oder durch technologischen Fortschritt möglich werden zu erfassen. Und auch hier geht es immer weiter… Alle Berechnungen bleiben immer eine Frage der (subjektiven) Definitionen und Abgrenzungen (was beziehe ich ein und was nicht) zu einem bestimmten (nicht endlichen) Zeitpunkt – so wie in der Medizin die Forschung nie am Ende ist und neue Erkenntnisse die bisherigen, von denen man bisher überzeugt war, widerlegen.
Durch die immer größere Datenflut und Möglichkeiten steigt zudem die Unsicherheit – Wissen erzeugt Unwissen. Man kann somit nie genügend Daten sammeln, um zu mehr Sicherheit zu gelangen – Im Gegenteil. Dadurch, dass mit immer mehr Daten die Komplexität steigt und nicht verringert wird und auch die Anzahl der Möglichkeiten zunimmt (welche Daten beziehe ich in das Modell mit ein, welche nicht), steigt die Unsicherheit, d.h. die Entscheidungsfähigkeit verringert sich letztendlich. Die Zusammenhänge zwischen den Daten werden nicht verstanden, sondern man verliert sich immer mehr in der Tiefe. Je mehr man sich in die Tiefe der Daten verliert, desto weniger behält man den Überblick für das Ganze.
Wie sagte einmal ein weiser Mann: “Nur der Vollidiot ist sich absolut sicher”.

Die Zukunft hat noch nicht stattgefunden, insofern ist man auf Vergangenheits-Daten angewiesen und versucht aus diesen ein zukünftiges Verhalten vorherzusagen – was unmöglich ist. Es sind letztendlich jedoch keine Vorhersagen in Nicht-Labor- und Ceteris-Paribus-Bedingungen möglich. Egal, wieviele Daten man zusammenträgt.

Was die Geheimdienste mit Big-Data und all den vielen Verfahren und mathematischen Formeln und Modellen etc. zu betreiben versuchen, ist vergleichbar mit der Wettervorhersage (man könnte auch die Finanzkrise als Beispiel nehmen): Trotz des hohen finanziellen Aufwandes und der sehr weit entwickelten Wissenschaft in diesem Bereich passt die Wettervorhersage manchmal – meist liegt sie aber noch immer daneben (selbst Tsunamis konnten bislang nicht vorhergesagt werden).
Es handelt sich um Vergangenheits-Daten (die Zukunft hat ja noch nicht stattgefunden) und eine Prognose ist nicht möglich, da komplexe Systeme analytisch nicht erklärbar sind.

Ist die Überwachung jedes Bürgers an Sich nicht schon schlimm genug, so bekommt das Ganze durch die quasi willkürliche Vorverurteilung eines Menschens durch mathematische Modelle (die nicht nur bei amazon, Wettervorhersage oder Finanzkrise versagen) für mich eine zusätzliche Komponente, die mir mehr als Unbehagen bereitet…

Plädoyer zur Aufhebung der Trennung zwischen Online- und Offline

Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt in ein Wespennest steche, aber ich sehe in der künstliche Trennung von Online und Offline künftig eine immer stärker werdende Augenwischerei. Diese Trennung hat m.E. längst aufgehört.
Man kann nicht mehr wirklich sagen, welcher Umsatz online oder offline getätigt wird und was der Anstoß bzw. die Anstöße waren (wenn man das überhaupt mal sauber trennen konnte…).
Man kann vielleicht höchstens noch sagen, über welchen “Kanal” die Transaktion letztendlich abgewickelt wurde. Aber auch dies wird man auch nie sauber festhalten können. Alles nur Augenwischerei vor dem Hintergrund willkürlich festgelegter Definitionen.
Spätestens seitdem der stationäre PC quasi ausgedient hat und man für Bestellungen nicht mehr örtlich gebunden ist, verschwimmt auch die Umsatz-Zuordnung. Ist ein Umsatz über einen QR-Code an einer Plakatwand, wo die Bestellung über das Internet geschickt wird (bspw. via der Paypal QR-Shopping-App oder Shopgate) online- oder offline, Mobile oder nicht mobile etc.?
Durch die ubiquitär verfügbaren, nie weiter als einen Meter von einem entfernt liegenden und im höchsten Maße persönlichen SmartPhones als Bindeglied zwischen der Online- und Offline-Welt – also zwischen digitaler und physischer Welt – ist das Internet persönlich und immer dabei.
Letztendlich zählt daher künftig aus meiner Sicht nur noch die Kennzahl “Commerce” – ohne Vorzeichen e-,m-,x- bzw. Online/Offline. Dies wird dem einen oder anderen Statistiker sicher ein Dorn im Auge sein, der ja so gerne (künstlich) trennen möchte, um irgendwelche möglichen subjektiven “Wahrheiten” von sich zu geben. Aber wo fange ich bei der Trennung an den Kanal zu zählen, d.h. wann ist ein Kanal ein Kanal – nur bei der Transaktion? Und was ist eigentlich “der” Kanal…
Ist ein 3D-Druck von Spielzeug Online-Umsatz? Ist der Umsatz des Gewinners der Techcrunch Disrupt SF 2012 (YourMechanic) online oder offline, etc.?
Aus meiner Sicht liegt die Zukunft des Internets offline (in sehr vielen Bereichen), d.h. wie kann ich als Nutzer das Internet dazu verwenden, mein reales bzw. physisches Leben einfacher oder besser zu machen und wie nehme ich als Anbieter die jeweils anderen “Kanäle” auf dem (gemeinsamen) Weg mit bzw. wie verschmelze ich diese für eine größtmögliche Vereinfachung und Nutzen für den Kunden.
Das noch immer häufig vorkommende Gegeneinander wird zu einer Einheit werden (müssen). Mit ganz neuen Konzepten und Geschäftsmodellen dahinter. Gerade auch vor dem Hintergrund der aufkommenden “Maker” bzw. DIY-Entwicklung, welche die nächsten Jahre/Jahrzehnte bestimmen wird. Online-Plattformen, Apps, etc. werden zu Helfern, das physische Leben und auch das Einkaufen besser zu organisieren und einfacher zu machen. Eine künstliche Trennung der Welten hilft uns daher nicht mehr weiter. Auch statistisch nicht…

Urheberrechtsverletzung bei Bildersuche?

Wie die InternetWorld Business mit Berufung auf einen Computerbild-Artikel heute berichtet, könnte die Google-Bildersuche vor dem “Aus” stehen.

Ein Hamburger Künstler will der Google-Bildersuche im Internet den Garaus machen. Mit einer Klage vor dem Landgericht Hamburg wollte er Google und anderen Firmen, die auf ihren Internet-Seiten die Bildersuche zur Verfügung stellen, untersagen, Vorschaubilder seiner Comicfigur “PsykoMaN” in der Ergebnisliste der Bildersuche anzuzeigen.

Wie die Zeitschrift “Computerbild” in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, gab das Hamburger Gericht dem Künstler recht: Google verletze das Urheberrecht und müsse dafür sorgen, dass in seiner Bildersuche keine “PsykoMaN”-Motive mehr erscheinen. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, deshalb bleibt zunächst alles beim Alten. Sollten jedoch weitere Rechteinhaber klagen und andere Gerichte sich der Entscheidung anschließen, ist eine vernünftige Bildersuche im Internet kaum noch möglich. Alternativvorschlag des Landgerichtes: Google könne statt eines Vorschaubildes in der Bildersuche Texteinblendungen zeigen.

Google hält die Bildersuche für rechtmäßig und will in Berufung gehen, notfalls bis zum Bundesgerichtshof (BGH). Doch das ist nicht ohne Risiko: “Sollte der Bundesgerichtshof als höchstes Zivilgericht die Entscheidung des LG Hamburg bestätigen, wäre dies das Aus für Bildersuchen – sofern ohne Zustimmung des Rechteinhabers Bilder verwendet werden”, so der Stuttgarter Fachanwalt für IT-Recht Alexander Fischer.


Nicht nur, dass hierdurch bestimmte Geschäftsmodelle, wie bspw. searchme.com, friendfeed.com , WebSnapr etc. illegal würden, stellen sich mir gleich mehrere weitere Fragen…

Kann ein Deutsches Gericht überhaupt ein solch einschneidendes und das Internet beschränkendes Urteil fällen? Wie sieht es mit Urheberrechtsverletzungen von Texten aus – jede Suchmaschine zeigt längere Textausschnitte… Warum sollten Bilder schützenswerter sein als Texte? Wie steht es um die Blogger und Meinungsportale, wo Bilder, Produkte usw. diskutiert werden und wie steht es um den UserGenerated Content? Wie rechtssicher ist das Geschäftsmodell von Wikipedia?  
Dürfen dann nur Urheberrechtsinhaber bspw. Wikipedia-Artikel oder Blogeinträge mit Bildern verfassen und auf Meinungsportalen ihre Meinung zu Produkten mit Produktabbildungen äußern? Ist nicht auch strenggenommen das selbst gemachte Foto bspw. eines Produktes eine Vervielfältigung eines urhebrrechtlich geschützten Designs, d.h. darf man die Produkte nicht mal selbst abfotografieren und dann ins Netz stellen? Was würde das ganze für den UserGenerated-Content und Web2.0 insgesamt bedeuten?!?

Gilt für die Bildsuche nicht bereits das einschlägige BGH-Urteil Handelsblatt gegen Paperboy, wo das Handelsblatt klar unterlag?

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Abendveranstaltungen auf der Web2.0 Expo Berlin

Nach einem spannenden Web2.0Expo-Tag möchte man sich ja auch immer gerne mit anderen über den Tag austauschen. Nachfolgende Veranstaltungen wären dazu eine ideale Gelegenheit:

Zum WarmingUp vor der Expo:

Montag, 20.10.2008

Name
Wann
Mo, 20.10.2008
19:00 – 23:00
Wo
Tucholskystr. 48
10117 Berlin (Mitte)
Germany
Und

und parallel dazu:

Name
Wann
Mo, 20.10.2008
20:00 – 23:00
Wo
Coffee Karma (Karte)
Sonntagstr. 30
10245 Berlin (Friedrichshain)
Germany

Dienstag, 21.10.2008, 19:30 Uhr

Name
Wann
Di, 21.10.2008
19:30 – 23:59
Wo
Dircksenstr. 143
(S-Bahn Bogen)
10178 Berlin (Mitte)
Germany
Mittwoch, 22.10.2008, 21:00 Uhr
Berlin Night – The Official Conference Attendee Party
Location: Weekend (Alexanderplatz 5, 10178 Berlin)
Join us for Berlin Night – the official Web 2.0 Expo Conference Attendee Party. Open to conference attendees, press and speakers. Plan to eat, drink, unwind, and network with your fellow conference goers. Space is limited and available on a first-come, first-served basis; you must RSVP by 17 October to attend. To RSVP, please contact sarah.tietze@berlin-partner.de. 

Donnerstag, 23.10.2008, 22:00 Uhr

Und am Letzten Tag findet noch die Mutter aller StartUp-Parties – die TechCrunch LateCrunch-Party statt:

Name
Wann
Do, 23.10.2008 (22:00) – Fr, 24.10.2008 (05:00)
Wo
Köthener Str. 44
10963 Berlin (Kreuzberg)
Deutschland

Anmeldung hier.

Über Hinweise zu weiteren Abendveranstaltungen wäre ich Euch sehr dankbar (einfach einen Kommentar hinterlassen)!

Enterprise 2.0 auf der Web2.0 Expo

Auch weil ich mich derzeit intensiver mit dem Thema Enterprise2.0 auseinandersetze, interessiere ich mich doch sehr dafür, was die Web2.0Expo in Berlin diesbezüglich zu bieten hat.
In den Tracks habe ich leider keinen expliziten Vortrag oder einen Workshop finden können.
Aber es gibt ja noch die Exhibition, wo ich folgende Anbieter mit Softwareseitigen Enterprise2.0-Lösungen entdecken konnte (dass natürlich zudem ein komplettes Umdenken in den Unternehmen stattfinden muss, können die Aussteller natürlich nicht leisten – hier wäre eine Konferenz oder Workshop sicher hilfreich…)   

 

IBM

IBM 
IBM, an industry leader in providing Web 2.0 products for business, delivers the essential software, services and hardware elements needed to help companies of all sizes enable better business results. IBM delivers the next wave of business social networking with IBM Lotus Connections, IBM Lotus Quickr, and IBM Mashup Center.

 

Jive Software

Jive Software 
Jive Software believes work is broken and that people-driven software can fix it. Jive delivers social productivity software that brings together employees, partners and customers in a unified collaboration system, allowing them to create better products, faster processes and improved relationships. Its flagship products, Clearspace and Clearspace Community, are used by over 2,000 customers worldwide, including over 15% of the Fortune 500. Jive was founded in 2001 and is headquartered in Portland, Oregon. For more information, visit Jive Software online at http://www.jivesoftware.com.

und mit Ihrer Lösung für das gemeinsame Arbeiten ist natürlich noch Zoho zu nennen:

Zoho

Zoho 
Zoho is creating the most comprehensive suite of affordable, online collaborative productivity applications and business applications for today’s knowledge workers. To date, Zoho has launched 16 different applications and more are in the works. Zoho has received numerous awards including a 2008 PC WORLD 25 Most Innovative Products Award for Zoho Notebook and “Best Enterprise Start-up” at The 2007 Crunchies. Nearly 200 developers work on the Zoho suite. For more information on Zoho, please visit http://www.zoho.com/ and blogs.zoho.com. Zoho is a division of AdventNet, in business since 1996 providing innovative software products and serving more than 25,000 customers worldwide. For more information on AdventNet, please visit http://www.adventnet.com/.

Da insbesondere IBM aber auch Jive und Zoho zu den Hauptsponsoren zählen gibt es vielleicht noch Hoffnung, dass dieses Thema in den Tracks mit aufgegriffen werden wird…

Zwei Redner zielen zumindest in diese Richtung:

Mittwoch, 22.10., 9:00Uhr:

Stowe Boyd

The /Messengers

I am best known these days for my writing (and the thinking behind it, I hope) at /Message, hence the /Messengers. I am obsessed with social tools, and their impact on business, media, and society. I coined the term “social tools” in 1999, the same year I started blogging, and I haven’t looked back since. Writing and working with clients takes most of my time, but I also speak at various events, such as Reboot, Lift, Shift, Mesh, Enterprise 2.0, Office 2.0, Under The Radar, Next08, and Web 2.0 Expo, to name only a few.

 

Und natürlich Jennifer Pahlka am Dienstag, 21.10. um 16:15Uhr und am Donnerstag, den 23.10. um 9:00Uhr in der Opening Welcome Keynote:

Jennifer Pahlka

TechWeb

Jennifer Pahlka is the co-chair and general manager of the Web 2.0 Expos for TechWeb. Previously she chaired Enterprise 2.0, and before that was the director of the Game Group atCMP. During her tenure in the games business, she oversaw the dramatic growth of the Game Developers Conference (GDC) from 1995 to 2003 and launched a number of notable programs, including the Independent Games Festival, known as the Sundance of the game industry, and the Game Developers Choice Awards. Her roles included publisher of Game Developer magazine and Gamasutra.com, the premiere web site for game developers, and executive director of the International Game Developers Association (IGDA), an independent non-profit association serving game developers around the world. She has served on the advisory boards of the Electronic Entertainment Expo (E3) and the GDC and held a board of directors position on the IGDA for three years. She is a graduate of Yale University.

Und nicht vergessen: Meine Leser bekommen mit dem Code webeu08gr29 bei der Registrierung exklusiven 35% Rabatt!

Web 2.0 Expo Berlin 21-23.Okt. 2008

Nun folgt auch mein erster Beitrag zur Web2Expo in Berlin. 

Meinen Lesern möchte ich gleich vorab die freudige Mitteilung machen, dass es über den Code webeu08gr29 bei der Registrierung zu der Veranstaltung einen exklusiven 35% Rabatt gibt!

Es scheint eine sehr spannende Web2.0-Woche zu werden, denn um die Web2Expo herum haben sich noch zahlreiche weitere Veranstaltungen zu der Berlin Web-Week mit dem 

organisiert.

Ich persönlich kann leider nicht die ganze Woche anwesend sein, versuche aber so viele Veranstaltungen, wie möglich mitzunehmen…

Die Liste der Redner klingt ebenfalls sehr spannend und deckt ein ziemlich breites Spektrum an Inhalten ab mit den Tracks: 

Alledrings scheint mir von der Agenda her das für mich das relevanteste Thema E-Commerce bzw. SocialCommerce eher unterrepräsentiert zu sein, da es weder einen eigenen Track, noch eine explizite Veranstaltung hierzu gibt. Das Thema wird damit wohl eher innerhalb einzelner Sessions wie beispielsweise folgenden zur Sprache kommen:

Wir können das Unternehmen nicht nicht verändern

Gefunden bei:

INJELEA | Wir können das Unternehmen nicht nicht verändern

We cannot not change the world

Oder, wie Bertrand Duperrin sagt: We cannot not change the enterprise.
(möglicherweise in Anlehnung an Paul Watzlawicks Ausspruch: “Man kann nicht nicht kommunizieren!“)

Die richtige Arbeitsatmosphäre für StartUps und Revolutionäre…

Innovation hat etwas mit Kreativität zu tun und Kreativität hängt m.E. sehr stark von der Persönlichkeit eines jeden Einzelnen ab und dies spiegelt auch die Unternehmer-Mentalität wider – also ob man eher ein Routine-Unternehmer oder Innovativer (revolutionärer) Unternehmer-Typ ist. Selbstverständlich ist auch das Arbeitsumfeld (Umgebung, Atmosphäre usw.) extrem wichtig!

Ich bin davon überzeugt, dass man schon recht leicht sehen kann, ob man es mit einem innovativen Unternehmen/Unternehmertypen  oder eher mit Routine und Management zu tun hat. Schaut Euch bspw. mal die Schreibtische von Kollegen oder den eigenen an… Seht ihr dort eher den Berater/Banker/”Manager” oder den Querdenker? Mag es Euer Chef eher “ordentlich” (wer definiert das eigentlich? Hat jemand bspw. schon mal eine unförmige Wolke gesehen? Es gibt sicher Menschen, die auch diese gerne “begradigen” und “in Ordnung” bringen würden, da ja hier die Natur aus deren Sicht “schlampig” war…) oder mag er es eher lockerer (nicht wider der Natur strukturiert)? usw.

Bei Guy Kawasaki’s “Rules for revolutionaries” habe ich was schönes dazu gefunden:

Ordnung2008.jpg

A lousy building with lousy furniture are necessary because suffering is good for revolutionaries. It builds cohensiveness; it creates a sense of urgency.
If you are ever recruited by a team that claims to be revolutionary and see beautiful, matched Herman Miller furniture, run, do not walk, from the interview. On the other hand, if you see a lousy building, lousy furniture, but fantastically creative workspaces, then sign up immediately…

Casual and unregimented atmosphere

If a team has a strong, revolutionary leader, people, and physical settings, it’s very unlikely that the atmosphere would be formal and regimented.
A team of revolutionaries thrives in a casual and unregimented structure where people communicate openly, and the mission overshadows bureaucratic considerations and corporate hierarchy.

Steve Jobs über Unternehmensphilosophie und Strategie

Steve Jobs, aus meiner Sicht einer der Besten Unternehmertypen, hat in einem Interview mit CNN-Money ein wenig über seine Unternehmensphilosophie, Strategie und die richtige Mitarbeiterauswahl gesprochen.

Hier ein paar sehr schöne Passagen – ich als irgendwie Neo-Schumpeterianer (oder sowas) kann mich nur sehr über eine solche Einstellung freuen! Ich hoffe noch immer, dass sich insbesondere die Deutschen Unternehmer/Unternehmen endlich mal eine Scheibe davon abschneiden! So kann man nicht nur erfolgreich sein, sondern so kann Arbeit auch Spaß machen!

On Apple’s connection with the consumer:

“We did iTunes because we all love music. We made what we thought was the best jukebox in iTunes. Then we all wanted to carry our whole music libraries around with us. The team worked really hard. And the reason that they worked so hard is because we all wanted one. You know? I mean, the first few hundred customers were us.”It’s not about pop culture, and it’s not about fooling people, and it’s not about convincing people that they want something they don’t. We figure out what we want. And I think we’re pretty good at having the right discipline to think through whether a lot of other people are going to want it, too. That’s what we get paid to do.

So you can’t go out and ask people, you know, what the next big [thing.] There’s a great quote by Henry Ford, right? He said, ‘If I’d have asked my customers what they wanted, they would have told me “A faster horse.” ‘

On choosing strategy:

“We do no market research. We don’t hire consultants. The only consultants I’ve ever hired in my 10 years is one firm to analyze Gateway’s retail strategy so I would not make some of the same mistakes they made [when launching Apple’s retail stores]. But we never hire consultants, per se. We just want to make great products.”When we created the iTunes Music Store, we did that because we thought it would be great to be able to buy music electronically, not because we had plans to redefine the music industry. I mean, it just seemed like writing on the wall, that eventually all music would be distributed electronically. That seemed obvious because why have the cost? The music industry has huge returns. Why have all this [overhead] when you can just send electrons around easily?”

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No sticker on a Mac?!

Innerhalb der letzten 2 Wochen war ich auf zwei Web2.0-Veranstaltungen – die Web2.0-Expo in San Francisco und die next07 in Hamburg. Auf die Qualitätsunterschiede der Veranstaltungen gehe ich in einem gesonderten Beitrag ein, aber mir ist hier eine Kleinigkeit aufgefallen, worin sich die deutsche und amerikanische (und auch die anderer Nationen) Web2.0-Szene deutlich unterscheidet.Nicht in der Rechner-Ausstattung – sowohl in SF als auch in Hamburg waren Macs deutlich in der Überzahl gegenüber anderen Rechnern – sondern darin, wie die Leute mit Ihren Laptops umgehen.In SF gab es nicht einen mit einem Sticker beklebtes MacBook, wohingegen jeder andere Laptop mit Aufklebern übersät waren – Die deutsche Mentalität scheint hier eine vollkommen andere zu sein, da die Sticker hierzulande auch vor einem Mac nicht halt machen…Was man daraus schliessen kann, überlasse ich jedem einzelnen, für mich brachte dieser kleine Mentalitätsunterschied jedoch eine interessante Erkenntnis…Kann man nur hoffen, dass wenn man sonst in dieser Szene schon alles aus anderen Ländern kopiert, man sich hieran hoffentlich auch ein Beispiel nimmt und die Sticker von den armen MacBooks bald verschwinden ;-)