• Wirtschaftsethik als Basis für Entwicklung und Wachstum

    Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen (Finanzkrise, Managergehälter, Klimawandel, etc.) stellt sich die Frage, inwieweit man sich von den bisherigen gewachsenen Strukturen trennen sollte und Marktwirtschaft neu definiert. Letztendlich basiert all unser Handeln innerhalb der künstlich von Menschen gesetzten Rahmenbedingungen (westliche Definition von: Demokratie, Marktwirtschaft, Wirtschaftsbeziehungen etc.), also auf Basis von durch Menschen (willkürlich) festgelegten Definitionen und Konventionen.
    Wenn man sich diese Regeln unseres wirtschaftlichen Handelns betrachtet, so fällt auf, dass diese meist auf rein rationalen Kriterien beruhen, denn mit der Ablösung der politischen Ökonomie durch die neoklassische Wirtschaftstheorie erfolgte der Schritt zu einer “reinen” Ökonomik, in der moralische Gesichtspunkte bewusst ausgeklammert werden.

    Betrachtet man sich bspw. die Definition der Unternehmensergebnisse (GuV, EBITDA,…) ist erkennbar, dass es an Steuerungselementen für ethisch korrektes Verhalten und Wirtschaften fehlt. Nach meinem Verständnis sollte zwar schon jeder Mensch alleine durch sein Gewissen zu ethischem Verhalten und Wirtschaften angehalten sein, aber leider werden wir tagtäglich i.d.R. eines anderen belehrt (Mitarbeiterausbeutung, Kinderarbeit, Umweltverschmutzung,…). Ethisches Wirtschaften ist im Bewusstsein der Verantwortlichen nicht präsent (Denke: Hat man ja bisher auch nicht gemacht und jede Änderung bedeutet ja vielleicht Unbequemlichkeit und vermeintliches Risiko…)…

    Wirtschaften heisst Werte schaffen - aber Werte sind auch Lebensqualität etc. und letztenendes dient die Wirtschaft den Menschen und nicht umgekehrt (Umweltverschmutzung und Ausbeutung von Natur und Menschen usw. stellen Vernichtungen von Werten dar).

    Möglichkeiten für ein Anreizsystem für moralisches Verhalten von Unternehmen gäbe es zuhauf, indem bspw. Ausgaben für Mitarbeiterförderung, der Einsatz von Ökostrom, GreenIT, Hybrid-Fahrzeuge, usw. positiv sowie negative externe Effekte auf Menschen, Umwelt und Gesellschaft negativ das Unternehmensergebnis beeinflussen.

    Durch Anreize in Richtung eines ethisch verantwortungsvollem Wirtschaften könnten Innovationen im Öko- und Sozialen Bereich bzw. ethisch korrekte Schöpferische Zerstörung in Gang gesetzt werden (unethisches Wirtschaften wird durch Neuerungen, die ethisches Wirtschaften ermöglichen und fördern, zerstört). Möglichkeiten für ein ethisches Anreizsystem gibt es zu Hauf (z.B. Abschreibung des Fuhrparks oder Ansetzbarkeit der Leasingraten von Dienstfahrzeugen nach CO2-Emissionen, usw.), um die Gewinnerzielung an ethisch verantwortungsvollem Verhalten zu koppelt, d.h. je mehr ein Unternehmen ethisch verantwortungsvoll handelt, desto besser das Unternehmensergebnis. Die bisherigen Anreizsysteme fördern und belohnen hingegen noch immer unethisches Verhalten und Wirtschaften (ich frage mich aber wirklich, warum sich Menschen nicht von Sich aus ethisch korrekt verhalten…).

    Durch eine ethische Wirtschaftsordnung würden die Rahmenbedingungen gesetzt werden, um den notwendigen Evolutionsschritt in Richtung des 6. Kondratieff (Konjunkturzyklus) und somit in neue Wachstumsmärkte und zur Schaffung von (neuen) Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum zu ermöglichen.

    Kondratieff.jpg

    Das alles wäre durch recht einfache Neudefinition bestehender Regelungen möglich und wir Menschen haben dies ja (im Prinzip ab sofort) in der Hand - genauso, wie wir unser bisheriges Verhalten definiert haben. Niemand anderes ausser uns hätte sofort die Möglichkeit es einfach anders zu machen… (wer oder was hindert uns daran?).

    Der Zeitpunkt für einen Paradigmenwechsel, “Reset” und radikalem Umdenken hin zu einer moralisch korrekten Wirtschaftsordnung könnte nicht besser sein, da die Menschen sensibilisiert sind und jetzt viele wirtschaftliche Rahmenbedingungen überdacht werden (müssen). Leider sehe ich zur Zeit noch immer eine zu Starke Macht von Lobbyisten, Managern und Politikern (wer gibt diesen “Menschen” diese Macht?), die ohne Gewissen und Moral ihre bisherigen Geschäftsmodelle, Machenschaften und Politik durch egozentrisches und kurzfristiges denken verteidigen, anstatt in ethischem Verhalten neue Chancen für nachhaltiges (im wahrsten Sinne des Wortes) Wachstum zu sehen (wie alles eine Frage der “Brille” - ist man Optimist oder Pessimist). Auch in der Parteienlandschaft sehe ich aufgrund der Profillosigkeit keine Partei mit einem entsprechenden Konzept, die sowohl ethisch korrektes Verhalten mit Wirtschaft in Einklang bringt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Chancen sehr bald erkannt und genutzt werden - für uns, die Welt; Natur und unserer Kinder.

  • Öko macht sich bezahlt

    Aus dem Handelsblatt von heute:

    oeko_bezahlt.jpg
    (Klick zum Vergrößern…) 

  • LOHAS-Konferenz

    links for 2007-09-21:

  • ZDF-Bericht zum Klimawandel

    Die heutige Abenteuer Wissen-Sendung im ZDF um 22:15 hat den Schwerpunkt Klimawandel.

    Zudem hat das ZDF eine ziemlich gut gemachte Simulation zum Thema mit Hintergrundinformationen bereitgestellt.

    Klima.jpg

  • In eigener Sache: Christoph testet meinen Prius

    Christoph Harrach hat meinen Prius probegefahren.

    Mehr auf seinem Blog: www.KarmaKonsum.de

  • Marktforschung, Kundenorientierung und Klimaschutz

    Die aktuelle VCD-Umweltliste 2007/2008 über die Umweltfreundlichkeit von PKWs liegt vor und wird noch immer von den japanischen Automobilherstellern dominiert.

    Führender in der Gesamtwertung ist wie im Vorjahr der Honda Civic Hybrid mit 8,34 von zehn erreichbaren Umweltpunkten und nur hauchdünnem Vorsprung vor dem Toyota Prius an Platz zwei. Als einziger deutscher Pkw schafft es wieder nur der VW Polo BlueMotion mit Rang 7 unter die Top Ten.

    Die Deutschen Autobauer weisen für dieses mieserable Abschneiden jedoch jegliche Schuld von sich und geben den Verbrauchern die Schuld.
    So sagte bspw. ein BMW-Sprecher in n-tv, dass sie alles richtig gemacht haben. “Was bringt ein Auto, welches einen geringen Verbrauch hat, aber man dadurch bei anderen Dingen Kompromisse hinnehmen muß. Es ginge ja am Ende des Tages darum, zu verkaufen”. Geld verdienen jedoch die anderen auch noch besser, denn Toyota ist derzeit der profitabelste PKW-Hersteller.

    BMW und die anderen haben sicherlich nach den noch immer “gängigen” (aber längst veralteten neoklassischen und technokratischen Managementmodellen) alles “richtig” gemacht. Sie haben in den Markt hineingehört, viel Geld für Marktforschung ausgegeben und daraus abgeleitet “Kundenorientierung” betrieben.

    Von Unternehmen, die das “in den Markt hineinhören” nach diesem Schema betreiben und “dem Kunden nach dem Maul reden“, sich zum Sklaven der Konsumenten machen, sind jedoch keine Innovationen zu erwarten. Und das ist das Problem mit vielen deutschen Unternehmen. Es sind zu viele Manager (sprich “Verwalter”) am Ruder und keine Unternehmer, die aktiv den Markt gestalten und somit neue Märkte schaffen. Um hier passend Prof. Röpke zu zitieren: “Hätte Henry Ford Marktforschung betrieben, dann hätte er schnellere Postkutschen gebaut”.

    Da sollen Kunden die Antwort auf etwas wissen, das es noch gar nicht gibt und das sie demnach auch nicht kennen können. Leute, die nicht wissen, was sie wollen, fragen Leute, die keine Ahnung haben, worum es geht…

    Die Ergebnisse dieser durch Marktforschung betriebenen “Kundenorientierung” sind dann die Grundlage, an Produkten und Dienstleistungen herumzubasteln. Alle Verantwortlichen können dann natürlich nach Vorliegen dessen, was sie für “Resultate” halten, behaupten, der Kunde habe das so gewollt…

    Alles was neu und anders ist, sieht hingegen in der Marktforschung immer erst einmal schlecht aus.

    Neue Märkte entstehen obwohl (oder gerade weil) die potentiellen Kunden das Bedürfnis gar nicht empfanden (Autos, Eisenbahn, elektrische Lampen, kunstseidene Strümpfe, Computer, Handy, Internet usw.).

    Unternehmen müssen die aktiv selber Märkte schaffen und nicht die Verantwortung dafür den Konsumenten überlassen, denn Kunden sind konservativ und müssen überzeugt werden. Sie kennen die Innovation nicht. Ein (innovativer) Unternehmer baut seine eigene Welt. Er passt sich nicht an eine gegebene Welt an. Er denkt und handelt nicht als passiver Anpasser, sondern als aktiver Gestalter.

    Für eine evolutorische (dauerhafte) Sicherung der Existenz ist eine Konzentration auf die von Kunden artikulierten Anforderungen nicht ausreichend. Dem Routine-Markt (in der Abb. „Markt Heute“) kann daher nur durch Entwicklung bzw. Innovation begegnet werden, also indem von Kunden nicht erwartete (Zusatz-)Nutzen gestiftet und/oder (neue) Märkte geschaffen werden.

    Auf diesem Wege sollten sich die Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewußt sein und schon alleine aus diesem Antrieb heraus das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellen und die Konsumenten von ihren so produzierten Produkten überzeugen.

  • LOHAS Konferenz am 17. September


     

    Der LOHAS-Experte Christoph Harrach organisiert in der Brotfabrik in Frankfurt Deutschlands erste LOHAS Veranstaltung mit sehr interessanten Vorträgen und Referenten.

    Es gibt eine Konferenzseite inkl. Anmeldeformular: http://www.karmakonsum.de/konferenz

    Dr. Eike Wenzel vom
    Zukunftsinstitut (Autor der einzigen deutschen LOHAS Studie) wird die
    Moderation und Diskussionsrunde übernehmen.

    Es gibt auch eine offizielle Pressemeldung, die jeder gerne verteilen und zum bloggen verwenden kann…

    Mehr Infos auf: http://www.karmakonsum.de/konferenz

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  • LOHAS-Links

    links for 2007-07-31

  • LOHAS-Otto, Unordnung, Reizüberflutung und Spreadshirt

    links for 2007-07-28

  • LOHAS Christoph im WDR

    links for 2007-07-27

  • Die “Wiedergeburt” des Daoismus durch LOHAS

    Nachdem es in den letzten Jahrhunderten recht ruhig um den Daoismus (Fokus: Beziehung zwischen Mensch und Natur) geworden war und sowohl in China als auch in der westlichen Welt die Philosophie des Konfuzianismus (Fokus: (Regelung der) Beziehungen der Menschen untereinander) die wichtigste Rolle in Politik und Gesellschaft spielt, tritt insbesondere im Westen seit den 70er Jahren des 20. Jhd. - u.a. Dank Alan Watts - der Daoismus wieder stärker in den Mittelpunkt der Denk- und Lebensweisen der Menschen und bekommt nun, nachdem kurzzeitig schon fast wieder in Vergessenheit geraten, aktuell durch die “LOHAS” einen kräftigen neuen Auftrieb und Schwung - wenn auch nicht unter dem Titel “Daoismus”, aber letztendlich in einer sehr ähnlichen Form der Ausgestaltung des Lebens…Die Daoisten leben nach dem Prinzip des “wu wei“, d.h. dem “nicht eingreifen” also nach dem Bild des “Lauf des Wassers”, welches sich beim fliessen an die Umgebung anpasst - wie ein Strom den Konturen des Landes folgt.Der Daoist nimmt sich vor, seinen Geist und Körper mit der natürlichen Ordnung in Einklang zu bringen. Sie streben danach, auf Situationen in der angemessensten, aber am wenigsten angestrengten Weise zu reagieren, passen sich ihrer Umgebung an, um sich harmonisch im Strom der Ereignisse zu bewegen.Was hat der Daoismus nun mit Nachhaltigkeit und LOHAS zu tun?Die Lehre des “wu wei” besagt, keine Handlungen auszuführen, die nicht mit den Gesetzen der Natur in Einklang stehen. Also ganz im Gegensatz zu der vorherrschenden Denkweise, nach der derzeit die meisten Menschen (durch viele Religionen gestützt) leben und in der Natur einen “Feind” sehen und somit der Mensch die Aufgabe hat, die Natur in seine Bahnen zu lenken und in natürliche Prozesse einzugreifen - ganz nach dem Prinzip, dass man der Natur nicht trauen darf und daher Flüsse begradigt werden müssen, etc. Aus dem Flugzeug (oder umweltfreundlicher mit Google Earth) kann man ja bereits sehr gut erkennen, wie akribisch und in welchem Ausmaß die Menschen dieses Prinzip verfolgen…Daoisten hingegen meiden das Eingreifen in den Ablauf natürlicher Ereignisse und akzeptieren, dass dies sowohl bedeutet, mit den Unannehmlichkeiten der Natur zu leben wie auch sich ihrer Freigiebigkeit zu erfreuen.Es liegt hierbei die Vorstellung zu Grunde, dass das Dao die Fähigkeit besitzt, alle Unregelmäßigkeiten aufzulösen und ein harmonisches Gleichgewicht herzustellen.Wenn wir der natürlichen Ordnung im Wege stehen oder ihr ohne Sensibilität zuwiderhandeln, kann daraus nur Unheil folgen.Niemals hat diese einfache Botschaft so viel Resonanz gefunden wie zu Beginn des 21. Jahrhunderts, da wir nun die Folgen der groben Umweltsünden ernten, die wir mutwillig und voller Überheblichkeit an unserem Planeten begangen haben.Wir sehen, wie ein Bewässerungsprojekt, welches aus einem Fluss allzu viel Wasser ableitet, um Baumwolle anzubauen, das Kaspische Meer zu salzhaltig werden lässt. Wir sind Zeuge, wie unser Planet künstlich erwärmt, unser Klima zerstört und unsere Atmosphäre durch Toxine angegriffen wird.Gibt es einen besseren Beweis für die Weisheit des wu wei?Der Daoist glaubt, dass er in einer möglichst engen Übereinstimmung mit der Natur leben muss, um dem natürlichen Weg zu folgen. Read the rest of this entry »

  • Reisen in die Zukunft kapitalistischer Systeme

    Jochen Röpke, Ying Xia

     

    Reisen in die Zukunft kapitalistischer Systeme

     

    Grundzüge einer daoistischen Kinetik wirtschaftlicher Entwicklung

     


     

     

     

     

     

     

    Band 10 / erscheint 2007

    ISBN 978-3-8334-6680-9 / 332 Seiten / Preis: 39,90 € In ihrem Buch „Reisen in die Zukunft kapitalistischer Systeme“ versuchen die Autoren Jochen Röpke und Ying Xia die Gesetzmäßigkeiten der daoistischen Philosophie in den Entwicklungs- und Evolutionsprozeß wirtschaftlicher Systeme zu integrieren. Das vorliegende Buch gewinnt dadurch nicht nur theoretisch den Rang einer innovativen Zukunftsforschung. Die Autoren sagen uns vielmehr und eindeutig, wohin „die Reise“ der wirtschaftlichen Entwicklung ökonomischer Systeme hinführen kann und wird. Den beiden Autoren gelingt es, die Innovationslogik der Ökonomie (Joseph A. Schumpeter) mit dem dao zu verbinden und dabei Parallelen zwischen dem systemtheoretischen Ansatz autopoietischer, geschlossener Wirtschaftssysteme auf der einen und der daoistischen „Evolutionslogik“ auf der anderen Seite aufzuzeigen. Zahlreiche aktuelle Beispiele aus dem wirtschaftlichen Geschehen werden mit Grundlagen der daoistischen Philosophie erklärt. Das Ergebnis ist beeindruckend: Es ist nicht nur so, dass die chinesische Lebensphilosophie des Daoismus im Stande ist, Prozesse wirtschaftlicher Entwicklung zu erklären. Vielmehr lassen sich Handlungsvorschläge zur Lösung aktueller wirtschaftlicher Engpässe gewinnen, welche die Entwicklungskraft und Evolutionsfähigkeit der Wirtschaft erhalten. Dazu gehören auch (daoistische) Instrumente, die für die Steuerung wirtschaftlicher Systeme in Zukunft eine unabdingbare Rolle einnehmen werden.

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