Zählt das originäre Geschäftsmodell noch etwas?

Oder ist alles nur noch Spekulation?
Wenn man sich die riesigen Deals im eCommerce in der jüngeren Vergangenheit ansieht (Zalando, Fab.com,…), dann kommen einem schon so ein paar Gedanken…

Ich habe mich – auch aus eigener Erfahrung mit VCs – angefangen zu fragen, ob das eigentliche Geschäftsmodell (und der Innovationsgrad) überhaupt noch etwas zählt, oder ob es nur noch um Spekulation geht.
Gigantische Summen werden in Unternehmen investiert. Klar – nicht zum Selbstzweck, sondern das Geld wird natürlich auch ausgegeben – in Werbung, Internationalisierung, Logistikzentren usw. Alles schön und gut.
Nehmen wir uns einmal das Beispiel Zalando. Schon bewundernswert, in welch kurzer Zeit eine riesige Summe Geld für radikale Marktveränderungen in eigentlich verteilten Märkten sorgen und das neoklassische “Gleichgewicht” durcheinander wirbeln kann. Der Bekanntheitsgrad ist extrem nach oben geschnellt und auch Arbeitsplätze wurden geschaffen usw. Aber auf der anderen Seite hat Zalando die Schuhindustrie (und jetzt auch Bekleidung) radikal verändert. Viele Schuhhändler sind und werden in ihrer Existenz bedroht – am Ende jedoch ein Nullsummenspiel (denn mit der Schaffung von Arbeitsplätzen werden mindestens ebensoviele vernichtet) auf altem Entwicklungsniveau. Der Schuhmarkt konsolidiert sich und wird oligopolistischer – mit allen Vor- und Nachteilen.
Was ist aber mit dem eigentlichen Geschäftsmodell? Einfacher Schuhverkauf im Internet ist sicher (auch künftig) nicht das Geschäft, mit dem man hohe Renditen erzielen kann. Schon gar nicht bei Versandkostenfreiheit, hohen Retourenquoten und Bewirtschaftung von großen Logistikcentern.
Die hunderten von Millionen, die investiert wurden, werden sicher nicht oder wenn überhaupt, dann erst in Jahrzenten aus dem originären Geschäft (Verkauf von Schuhen und Mode) erwirtschaftet.
Es geht aus meiner Sicht daher hierbei nur um reine Finanzspekulation. Die Chance, die erworbenen Anteile einem Dritten teurer zu verkaufen sind enorm. Wohl dem, der früh dabei war – den letzten beissen die Hunde. Da wird aus meiner Sicht rein finanzspekulativ etwas hoch gehalten, was vom reinen Wert des Geschäftsmodells kaum etwas Wert wäre. Der Gewinn und die Rendite findet im reinen Finanzsektor bzw. im Spekulativen Bereich statt. Wann und ob bspw. Zalando aus dem eigentlichen Geschäftsmodell ein tragfähiges machen wird, steht in den Sternen – vielleicht langfristig, wenn alle anderen und zuvor sogar eigentlich solide Unternehmen platt gemacht wurden bzw. mit den gigantischen Investitionssummen nicht mithalten können.
Letztendlich wurde ja kein neuer Markt geschaffen – die Menschen kaufen dadurch auch nicht mehr Schuhe oder Kleidung – nur eben woanders. Es wird lediglich ein bereits verteilter Markt um- bzw. neu verteilt.
Das Geschäftsmodell hinter dieser Strategie ist eigentlich vollkommen egal (Schuhe, Möbel, Mode, Elektronik,…) – auch, ob es jemals für sich genommen ein tragfähiges Geschäft wird. Das Ganze geht solange gut und kann auch längerfristig hoch gehalten werden, solange alle Finanzinvestoren sich untereinander an die Spielregeln halten und/oder das Unternehmen an die Börse gebracht wird. Auch dort wird man den künstlich geschaffenen Wert sicher noch eine Zeit lang hoch halten können.
Alles schön und gut und die Investoren, die mit hohen Summen zum künstichen Hypen und Aufpumpen der Blase eines eigentlich “alten” Geschäftsmodells und zur “Marktbereinigung” bzw. “Umverteilung” beigetragen haben, werden sicher für sich ein gutes Finanzgeschäft machen können. Aber irgendwie Exciting ist das alles nicht…
Ich frage mich, was der gesellschaftliche Nutzen und der Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung ist. Ist dieses Geld so investiert, dass es die Gesellschaft und/oder Wirtschaft wirklich weiter bringt oder doch nicht eher so, dass nur einige wenige möglichst schnell viel Geld verdienen können?
Hat uns bspw. Zalando gesellschaftlich und wirtschaftlich irgendwie voran gebracht? Schreien wir vor Glück?
Die zentralen Fragen sind für mich:
Leben wir dadurch gesünder? Leben wie “besser”? Werden weniger Menschen ausgebeutet und auch die Arbeitsbedingungen verbessert? Gibt es weniger Kinderarbeit? Werden netto mehr Arbeitsplätze geschaffen? Geht es der Umwelt dadurch besser? Ist die Zerstörung anderer Unternehmen in diesem Markt auch eine schöpferische, d.h. wurde durch Innovationen die wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben – für neues wirtschaftliches Wachstum? Was würde uns fehlen, wenn es bspw. Zalando oder Fab.com etc. nicht geben würde?
Ich stelle mir in diesem Zusammenhang die Frage was wäre, wenn die Investition eher in wirtschaftliche und/oder ethisch korrekte Entwicklung und Innovationen geflossen wäre? Ich will ja aus den Samwers und Investoren nicht gleich Heilige machen und mit deren kurzfristigen Denke ist sicher viel schneller viel Geld zu verdienen als durch Innovation – alles auch eine Frage der Ethik in mehrfacher Hinsicht.
Investitionen in die Zukunft bzw. Innovationen können nicht so schnell und “erfolgreich” in den Markt eingeführt werden, wie es Finanzspekulationen in bestehende Märkte und in bereits vorhandene Geschäftsmodelle scheinbar möglich machen, Geld zu verdienen. Dafür sind die Phasen der Überzeugung von Menschen und die Änderung von Gewohnheiten (z.B. etwas für die Gesundheit oder Umwelt zu tun, ein neues innovatives Gerät zu benutzen,…) etc. einfach zu lang, Schwerfällig und mit Risiken und Stolpersteinen verbunden. Schneller geht es natürlich, wenn die Veränderungen nicht so groß sind – also man als Kunde einfach nur die Einkaufsquelle wechselt und man als Innovator bzw. Unternehmer nicht erst “Überzeugungsarbeit” leisten muss, das Verhalten zu ändern oder etwas anders bzw. neu zu machen.
Reine Manager-Aufgaben, wie bestehende Märkte umverteilen ist einfach trivialer, als neue zu schaffen. Dies geht aber nur, indem man diese hohen Summen investiert und Finanzhürden aufbaut, wo etablierte Unternehmen ohne entsprechende Möglichkeiten nicht mithalten können. Um einen Schuhhandel aufzubauen und zu betreiben braucht man nicht soviel Geld – um den Wettbewerb zu eliminieren schon.
Nur tritt Wirtschaft und Gesellschaft mit einer solchen Denke weiter auf der Stelle – auf gleichem Entwicklungsniveau und alten Märkten – und entwickelt sich somit perspektivisch eher zurück und nicht nach vorne – hinter die USA, China, etc. Langfristig schadet dies dann einfach Wirtschaft, Gesellschaft, Lohn- und Sozialniveau.

In eigener Sache: Neues Blog zum Thema Verschmelzung Online/Offline

Da aus meinen Erkenntnissen heraus die Überzeugung gereift ist, dass die Zukunft des Internets offline ist, habe ich mich dazu entschlossen, einen speziellen Blog zu dem Thema “das Web in die reale Welt zu bringen”, aufzusetzen. In der derzeitigen blogosphäre herrscht hier meines Erachtens noch eine große Lücke. Es gibt viele Blogs zum Thema eCommerce, für mCommerce, stationärer Handel oder Katalog-Versand und auch einige für 3D-Druck. Die Verschmelzung von Online- und Offline-Welt aus ganzheitlicher Sicht – insbesondere als Strategie- und Practice-Blog für den Handel fehlt jedoch.

Da es um Online trifft offline geht, also reale und digitale Welt zusammenzubringen, habe ich den Blog regital.de getauft.

Die Themenschwerpunkte werden diese sein, die sich rund um Geschäftsmodelle zu dem Thema – insbesondere aber den Handel betreffen, beschäftigen.

Es geht also um QR-Shopping, Augmented-Reality, 3D-Druck, NFC, DIY,…

Ich würde mich freuen, wenn Ihr Euch auch dort mit mir auf die neue Reise begebt…

Nette Fundstücke zum Thema 3D-Druck

Nachdem ich im Januar 2006 erstmals durch die brandeins auf das Thema 3D-Druck aufmerksam wurde, mich auch erste Berichte bei Spiegel-Online sehr begeistert hatten, beschäftigten wir uns auch damals 2006/2007 im e.campus bei Arcandor mit dem Thema und mit möglichen Implikationen und Chancen für Karstadt und die Versender, wie quelle.de.

Nach dem Aus von Arcandor kehrte auch bei mir etwas Ruhe bei dem Thema ein. Durch die nun einkehrende Reife der Drucker für den Heimgebrauch und durch die Entwicklung hin zur nächsten industriellen Revolution (Maker-Gesellschaft) hat das Thema 3D-Druck bei mir wieder eine hohe Aufmerksamkeit erlangt.

Ich habe daher hier eine Sammlung von spannende Fundstücken zum 3D-Druck zusammengestellt (to be continued).

Allgemein:
Zusammenschnitt verschiedener Beispiele aus meiner bchh12-Session

Ted Talk

Chris Anderson & Bre Pettis “Maker Movement to New Industrial Revolution

ZDF-Beitrag “Druck Dir die Welt
Galileo-Beitrag

Kennenlernen für jedermann in Fab-Labs und Hackerspaces

3D-Druckverfahren

Gedrucktes:

Modelleisenbahn

Der deutsche Fabbster (ca.€1600) druckt eine farbige Vase

Ein Fahrrad, einen echt hübschen Bikini oder Schuhe

Spielsachen wie bspw. ToyStory

Handy-Handschuh

Häuser (Contour Crafting)
E-Gitarre, eine Flöte und weitere Musikinstrumente

3D-Druck in der Automobilwelt

Werkzeuge

Lebensmittel

Solarzellen

Medikamente aus dem Drucker oder Impfstoffe per eMail

Leder, Fleisch, Metall, Holz, Sand,
Knochen, Organe, Blutgefäße oder Prothesen

Was wir allerdings nicht brauchen: Waffen – Das US-Militär setzt bereits 3D-Drucker als Nachschubquelle ein.

Drucker für Endverbraucher:

Cube von Cubify – Ein wirklich sehr schicker und stylischer Plug&Play und WLAN 3D-Drucker für zu Hause (für $1.299) – Video von der CES 2012 und noch eins in Action.

Open-Source-Drucker Bukobot

Makerbot
Aus Deutschland: Fabbster für ca. €1.600 direkt bei amazon kaufen

Ebenso aus Deutschland der recht bekannte Bausatz RepRap (ca. €800).

Eine Liste der 3D-Drucker

Vorlagen:
Thingiverse

Shapeways

Cubify

Tinkercad

The Pirat Bay

WebSites und Artikel zum Thema:
Gizmodo

Heise-Online

3Druck.com

EU erkennt Wichtigkeit für Heim-3D-Druck

netzwertig.com

Die Zukunft des Internets ist offline

welch eine gewagte These, möge der eine oder andere zunächst denken.
Aus meiner Sicht bringt jedoch dieses Zitat von Nora Abousteit eine Phase in der Entwicklung von Internet und Gesellschaft auf den Punkt, vor der wir stehen.

Chris Anderson fasst die Geschichte der letzten und kommenden zwei Jahrzehnte in zwei Sätze zusammen:

  • Das letzte Jahrzehnt befasste sich mit neuen sozialen und innovativen Modellen im Web.
    Erstellung von und Interaktion mit digitalen/virtuellen Inhalten (Blog, YouTube,…)
  • In dem kommenden Jahrzehnt wird es darum gehen, diese auf die reale Welt zu adaptieren.
    Erstellung von und Interaktion mit physischen Dingen.

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Lebenszyklus Internet; Quelle: Eigene Darstellung

Maßgeblich wird diese Entwicklung (Zukunft des Internets ist offline) aus meiner Sicht durch zwei zentralen Trends bestimmt:

  • Das Internet ist überall verfügbar
  • Do it yourself (DIY) – Bewegung

Früher, im PC-Zeitalter, war man bzgl. Internet örtlich und zeitlich gebunden. Der PC stand fest installiert zu Hause, im Internet-Cafe, im Büro, etc. „Virtuelle Welten“ entstanden und viele Menschen haben sich sogar darin verloren.

Durch die Entwicklung mobiler, internetfähiger Endgeräte, wurde diese Beschränkung aufgehoben – zunächst durch Laptops und in den letzten Jahren sehr stark geprägt durch SmartPhones und Tablets – jeder kennt dies.

Insbesondere das SmartPhone ist ja mittlerweile zu einem ständigen und höchst persönlichen Begleiter geworden, ist immer mit dem Internet verbunden und liegt höchstens 1m von einem entfernt. Unter anderem durch die integrierte Kamera-Technologie verschwimmen physische und virtuelle Welt und somit verschmelzen die Vorzüge beider „Welten“ miteinander.
Physische und virtuelle Welt wachsen somit immer stärker zusammen.

Die Frage wird daher immer mehr sein: Wie kann ich das Internet nutzen, um mein reales bzw. physisches Leben zu vereinfachen oder besser zu machen. Der Kampf der beiden Welten gegeneinander wird immer mehr zu einem Miteinander werden. Stationäre Geschäfte werden bspw. nicht mehr weiter den eCommerce, insbesondere amazon und co. verteufeln, sondern das Internet als Chance be- und ergreifen und Lösungen bieten, welche das „offline“-Einkaufen in Verbindung mit der Internet-Technologie zu einem echten Mehrwert für den Kunden (auch gegen das reine eCommerce-Geschäft) machen.

Internet und physische Welt treffen auch bei dem erst kürzlich im September 2012 bei der TechCrunch Disrupt SF als Gewinner gekührtem StartUp YourMechanic zusammen, bei dem nicht wie in der Vergangenheit eine innovative High-Tech-Idee gekührt wurde, sondern ein StartUp, welches ein „reales/physisches“ Problem löst und Automechaniker und Kunden zusammen bringt. Ähnlich dem ADAC bei Pannen kommen Mechaniker zum Kunden nach Hause oder ins Büro, um vor Ort Werkstattarbeiten, Inspektionen, etc. durchzuführen.

Ein weiterer immer stärker aufkommender Trend ist die DIY-Renaissance. Insbesondere auch junge Menschen wollen immer öfter und immer mehr selber machen – ein Ausdruck der Individualität. Etsy, die Verkaufsplattform von selbst gemachten Dingen, ist ja in den USA ein extrem erfolgreiches Konzept. Jedoch wird man in erster Linie nicht Dinge selbst herstellen, um damit Geld zu verdienen, sondern für einen selbst. Selbst hergestellte Tische, Möbel, Handarbeiten,wie Stricken (siehe hierzu einen sehr schönen aktuellen Artikel in der FAZ), etc. etablieren sich immer mehr. Plattformen um dieses Thema herum, wie bspw. kollabora.com, die Anleitungen und die genau dazu passenden entsprechenden Materialien und Rohstoffe anbieten, werden sicher gute Chancen haben.

Betroffen sind von dieser Entwicklung in erster Linie sicher Unternehmen wie IKEA, die ja eh schon sehr viel handwerkliches Geschick von den Kunden verlangt haben…

Ein wesentlicher Treiber dieser DIY und „Maker-Bewegung“ wird jedoch sicher von der Verbreitung von 3D-Druck einher gehen.

Der Erfolgsautor und Unternehmer Chris Anderson spricht hierbei sogar von der neuen industriellen Revolution. Er beschreibt die Industrielle Entwicklung wie folgt:

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Die erste industrielle Revolution war geprägt dadurch, dass Produkte mit maschineller Unterstützung in großen Stückzahlen hergestellt werden konnten. Die zweite industrielle Revolution war geprägt durch die Demokratisierung von Schöpfungs-Werkzeugen, wie Desktop-Druckern sowie durch Tools zur Verbreitung, wie Blogs, Social Media, etc.

Die nun folgende dritte Stufe der industriellen Revolution sieht er in der Veränderung der Werkzeuge und den Verbreitungs-Tools durch Endkundentaugliche 3D-Drucker.

Erste erfolgreiche Gehversuche in dieser Richtung gibt es ja bereits in vielen Bereichen, wie Spielzeug (Lego, Playmobil, etc.), Deko, Ersatzteile (z.B. KFZ-Werkstatt), Werkzeuge, Musikinstrumente und vieles mehr.

Aber auch ganz andere Bereiche, wie Solarzellen, Medikamente (Ausdrucken statt Apotheke) oder Häuser (Contour Crafting).

Mehr zum 3D-Druck in meinem Post hier.

Der oft beschriebene “Prosument” oder “Prosumer” wird Realität – nicht mehr nur im Bereich Open-Innovation, (Mass-) Customization, sondern als echter Produzent/Maker.

Das Urheber- und Patentrecht erreicht somit ganz neue Bereiche…

Re-Industrialisierung in der Wissensgesellschaft

Die westliche Welt ist in der Wissensgesellschaft angekommen, die Produktion wurde in andere Länder verlagert und es entstehen derzeit zwei Lager. Die einen wollen noch mehr Verlagerung von Produktion ins Ausland und Detutschland etc. zu einem reinen (virtuellen) Wissens-, Service- und Dienstleistungs-Land machen. Die anderen fordern eine Re-Industrialisierung in Deutschland, der EU und den USA.

Hierzu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.

Schauen wir einmal ein wenig zurück:
Warum wurde in den letzten Jahren die Produktion in andere Länder verlagert?

Es waren zum einen handelsrechtliche Beschränkungen (bspw. China mit Import-Kontingenten), Know-How oder Kostengründe. Oftmals haben letztere überwogen.

Die Verlagerung aus Kostengründen konnte ja nur ein temporäres Phänomen sein, wenn die Kostenminimierungs-Karawane immer weiter von Land zu Land gezogen ist. Es ist ja klar, dass in den Ländern, in denen sich Industrie ansiedelt, irgendwann die Produktionskosten steigen, die Arbeitsbedingungen, Löhne, etc. westlichen Standards angeglichen werden, etc., sodass die zusätzlichen Transportkosten, Transportzeiten etc. die immer kleiner werdenden Kosteneinsparungen nicht mehr rechtfertigen.

In den Ländern, in denen in hoher Qualität gefertigt werden kann, sind die Zeiten von Ricardos komperativen Kostenvorteilen längst vorbei.

Zudem hat man sich neue Wettbewerber auf einem hohen Qualitätsniveau herangezüchtet.
Schauen wir einmal auf China: Früher konnten sie nur “billig” und keine hohe Qualität. Heute stellen sie hochwertige Innovations-Produkte (bspw. Apple) in einer Qualität her, die man selbst gar nicht mehr erreichen könnte.

Es entsteht nun langsam in diesen Ländern nicht mehr nur das Produktions-Know-How auf hohem Niveau, sondern auch das Innovations-Know-How, Unternehmertum, etc. Und genau dadurch besteht für die westlichen Länder die Gefahr im „Armenhaus“ zu landen (gegen China kann man auf diesem hohem Niveau nur verlieren) als dadurch, an Re-Industrialisierung auf einem anderen Evolutions- und Entwicklungslevel zu denken.

Länder wie China können mittlerweile Produktion- und Innovation und wollen/müssen irgendwann nicht mehr nur Handlanger der westlichen Länder sein – brauchen uns also gar nicht mehr. Womit verdienen dann aber westliche Länder noch Geld?

Re-Industrialisierung sollte aus meiner Sicht nicht ein Rückschritt zu alten Strukturen sein, sondern Re-Industrialisierung auf einem höheren (Wissens-/Informations- plus Industriegesellschafts-) Niveau.

Meiner Meinung nach wurde das Problem immer größer, indem wir nicht mehr nur die Produktion unserer Routine-/Standard-Produkte in andere Länder ausgelagert hatten, sondern auch die Produktion unserer Zukunftsprodukte und Innovationen. Also die Produktion von Produkten, von denen unsere wirtschaftliche Entwicklung abhängt. Früher wurde erst in späteren Phasen des Produkt-Lebenszyklus (im Effizienzbereich) die Produktion in andere Länder verlagert. Je mehr die Produktion in immer früheren Produktlebenszyklus-Phasen in andere Länder ausgelagert wurde, desto mehr konnten sich die Länder auch Innovations-KnowHow und nicht mehr nur Standardisierungs-KnowHow aneignen und wir haben entsprechend das Produktions-KnowHow von Innovationsgütern verloren.

Produktion von Neuem bedeutet Neues in der Produktion, d.h. Produktionswissen wird zu einem entscheidenden Faktor bei der Herstellung von Innovationen bzw. Neuerungen, die es bislang noch nicht gab. Gerade bei Innovationen sollten wir daher über eine Re-Industrialisierung nachdenken.

Ich finde Aussagen, wie “wir sind eine reine Wissensgesellschaft” daher recht gefährlich.

Im Zuge der Konzentration auf wissensbasierte Leistungen haben wir das Wissen zur Produktion von Innovationen aus der Hand gegeben. Also das Wissen zur Herstellung von neuen Produkten, mit denen man künftig noch Geld verdienen kann und von der die wirtschaftliche Entwicklung abhängt.

Wozu braucht man künftig noch unsere westliche Wissensgesellschaft? China kann es mittlerweile fast ebenso gut – Dinge erfinden, am Markt durchsetzen und produzieren. Die Solar-Branche ist hierfür ein schönes Beispiel: Ein gigantischer Zukunftsmarkt, der noch immer gerade am Anfang der Entwicklung steht und auf Jahre noch enormes neues Wissen verlangen wird – nur wir werden damit kein Geld mehr verdienen (weil wir diese Branche zu früh aus der Hand gegeben haben bzw. geben mussten). Wissensgesellschaft hin oder her – denn dies ist passiert, obwohl Wissen noch auf Jahre in diesem Bereich verlangt werden wird. Die Abschöpfung der Innovationsrendite, die Weiterentwicklung der Technologie, selbst den Verkauf des KnowHows zur Produktion überlassen wir künftig anderen Ländern. Dies ist erst der Anfang einer gefährlichen Entwicklung.

Wenn ich daher von Chancen einer Re-Industrialisierung rede, dann beziehe ich mich im Wesentlichen auf die ersten und frühen Phasen des Produkt-Lebenszyklus, wo Wissensgesellschaft und Produktion zusammenfließen. In späteren Phasen wandert die Produktion dann ab. China, Indien und andere Länder drängen nun jedoch in immer frühere Produkt-Lebenszyklus-Phasen ein und kopieren nicht mehr nur, sondern innovieren mittlerweile auch. Wissen für Innovation und KnowHow zur Produktion fallen dort immer stärker zusammen. Womit wollen wir künftig noch Geld verdienen, wenn niemand mehr unser Wissen benötigt und wir nichts mehr herstellen können? Wir können zwar tolle Sachen erfinden, aber die Länder, die diese Erfindungen für uns produzieren könnten, ziehen entweder das Thema so schnell an sich, dass wir es zu früh aus der Hand geben müssen, oder sie erfinden selbst.

Möchte sich ein Land weiterentwickeln, dann funktioniert dies m.E. nur, wenn man kontinuierliche wirtschaftliche Entwicklung durch Innovation betreibt. Und natürlich auch die Früchte der Innovation ernten kann – und dies bedeutet letztendlich auch Produktion in den ersten Phasen des Produktlebenszyklus.

Ich glaube nicht, dass sich Länder wie China etc. dauerhaft auf Produktion von westlichen Produkten ausruhen werden…

Meine Theorie hierzu ist eigentlich ganz einfach:

Prämisse: Es wird weiterhin Innovationen bei realen Gütern geben.

Situation im 20.Jhd.:

  • westliche Länder: Innovation und Produktion der Innovationen im eigenen Land
  • ärmere Länder: Nix

Situation Ende 20./Anfang 21.Jhd.:

  • westliche Länder: Innovation und Produktion von Innovationen in den westlichen Ländern. Trend zur Wissensgesellschaft in den westlichen Ländern.
  • ärmere Länder: Westliche Länder verlagern die Produktion von mittlerweile standardisierten Routine-Gütern (und somit standardisierten Produktionsprozessen, wo wenig Wissen/KnowHow benötigt wird) in günstigere Länder (Ricardo-Theorie). Manche arme Länder lernen mit der Zeit dazu und entwickeln eigenes Produktions-Know-How und Wissen. Werden zu emerging Markets.

Heutige Situation:

  • westliche Länder: Wissensgesellschaft, Innovation, keine Produktion von Innovationen bei der enormes Produktions-Know-How/Wissen verlangt wird (Beispiel iPhone5).
  • emerging Markets (ärmere Länder, die sich weiter entwickelt haben, wie China, Indien, etc.): Produktion der Innovation, Erlernen von Produktions-KnowHow/Wissen zur Herstellung von hochkomplexen und qualitativ hochwertigen Innovationen.
  • arme Länder: Weiter Produktion von Routine-Gütern

Zukunft:

  • westliche Länder: Wissensgesellschaft ohne Produktions-KnowHow: Innovationen/Erfindungen, keine Umsetzung der Innovationen. Fallen zurück, da keiner die Innovationen produzieren kann (welche Länder wären dazu in der Lage?) Kann man in Bangladesh qualitativ hochwertige Innovationen produzieren? Könnte ein iPhone5 in der Komplexität und Qualität dort hergestellt werden? Können nur noch Innovations-Ideen produzieren und konzipieren, aber nicht mehr umsetzen.
  • emerging-Markets: Wollen nicht mehr nur reine Produzenten der westlichen Welt sein, sondern sich auch immer weiter entwickeln. Überholen somit westliche Länder, da sie mittlerweile selbst in den Zukunftsmärkten innovieren und produzieren können (siehe Solar-/Energie-Branche, Umweltschutz, Medizintechnik, Elektromotoren, etc.). Erfindung/Innovation UND Produktion von Zukunfts-Produkten (nicht Routine-Produkten), wie erneuerbare Energien, Medizintechnik,… und somit Produkte, die wir dann als westliche Welt benötigen werden, findet in den heutigen emerging-Markets statt – auf einem höheren volkswirtschaftlichen Entwicklungsniveau der bisherigen westlichen Länder.

Der KnowHow-Verlust in der westlichen Welt ist längst spürbar. Die deutsche Automobilindustrie beklagte noch vor Kurzem den Fachkräftemangel und dass sie bei der Entwicklung von Elektromotoren nicht weiter kommen, da es zu wenig gute Elektroingenieure in Deutschland gibt. Das KnowHow hierfür ist längst in den emerging Markets.

Es geht für mich nicht um die Zurückholung der Produktion von Routine-Gütern mit den Aspekten Arbeitergesellschaft, Billig-Löhne, Einfache Arbeit, Armut, etc., sondern um das Zurückholen der Produktion von Innovations-Gütern, wofür höchst qualifizierte und sehr gut bezahlte Ingenieure etc. benötigt werden.

Echte Innovationen und Basis-Innovationen können nicht von einfachen Arbeitern hergestellt werden. Die ersten Computer wurden nicht in Billiglohn-Ländern produziert. Das Problem ist nur, dass westliche Länder – und insbesondere Deutschland – seit langem keine echte (Basis-) Innovation mehr hervorgebracht haben – trotz Wissen/Wissensgesellschaft. Mir fällt zumindest kein Beispiel ein… Euch? Vielleicht, weil wir die tollen Ideen gar nicht (mehr) herstellen können…?

Wissensgesellschaft bedeutet für mich, dass man nicht nur mit der Idee eine Volkswirtschaft laufend weiter entwickelt, sondern auch, dass man zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Innovationen und der Produktionsprozess weitestgehend standardisiert wurden, diese in die anderen Länder bringt. Ist ja schön, dass bspw. in Deutschland das mp3-Format, das Faxgerät oder der Kopierer erfunden wurde. Gebracht hat es Deutschland nichts.

Zusammengefasst:

Wissensgesellschaft ist extrem wichtig, aber auch Tüftler, Forscher und Erfinder, die auch Sachen nicht nur auf Papier bringen, sondern auch machen bzw. herstellen können.

Die Herstellung von Neuem ist aus meiner Sicht Teil der Innovation.

Der Produktionsprozess verlangt in dieser frühen Produktlebenszyklus-Phase ein extrem anspruchsvolles Fertigungs-KnowHow und Wissen, bevor es standardisiert, informelles Wissen kodifiziert, weitergegeben und abwandern kann. Die Herstellung von Neuem hat sehr viel mit Tacitknowledge, also informellem Wissen, zu tun, welches nicht einfach niedergeschrieben, übertragen und von Dritten verstanden werden kann. Am Besten kann eine Innovation von demjenigen umgesetzt werden, der sie erfunden hat, weil er sich oft jahrelang damit auseinandergesetzt hat, diese in ihm gereift ist und er am Besten weiß, wie seine Innovation funktionieren und aussehen soll.

Deshalb gehört dies für mich auch zur Wissensgesellschaft. Die Wissensgesellschaft ist für mich somit nicht nur virtuell, Service und Dienstleistung, sondern hält auch Einzug in die Phase der Produktion, wo spezifisches Wissen noch sehr wichtig ist. Produktion von Neuem bedeutet Neues in der Produktion, d.h. Produktionswissen wird zu einem entscheidenden Faktor.

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Zwei Themen sollen aber noch angerissen werden:

  • Insbesondere vor dem Hintergrund des Carbon-Footprint stellt sich natürlich schon die Frage – auch bei standardisierter Produktion, ob jede Rolle Toilettenpapier etc. eine weite Reise machen sollte…
  • Des weiteren vollzieht sich gerade ein gesellschaftlicher Wandel und wir befinden uns auch wieder auf dem Weg zu einer Gesellschaft von „Machern
  • Do it Yourself (DIY) erfährt eine neuen Boom. “Making is the new sex”:

Zum einen wird Handarbeit etc. wieder „cool“.:
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Zum anderen wird das Thema 3D-Druck perspektivisch nicht mehr aus den Haushalten weg zu denken sein und ganze Branchen vernichten bzw. verändern.
“Today’s Maker-Movement is the new industrial Revolution”

Plädoyer zur Aufhebung der Trennung zwischen Online- und Offline

Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt in ein Wespennest steche, aber ich sehe in der künstliche Trennung von Online und Offline künftig eine immer stärker werdende Augenwischerei. Diese Trennung hat m.E. längst aufgehört.
Man kann nicht mehr wirklich sagen, welcher Umsatz online oder offline getätigt wird und was der Anstoß bzw. die Anstöße waren (wenn man das überhaupt mal sauber trennen konnte…).
Man kann vielleicht höchstens noch sagen, über welchen “Kanal” die Transaktion letztendlich abgewickelt wurde. Aber auch dies wird man auch nie sauber festhalten können. Alles nur Augenwischerei vor dem Hintergrund willkürlich festgelegter Definitionen.
Spätestens seitdem der stationäre PC quasi ausgedient hat und man für Bestellungen nicht mehr örtlich gebunden ist, verschwimmt auch die Umsatz-Zuordnung. Ist ein Umsatz über einen QR-Code an einer Plakatwand, wo die Bestellung über das Internet geschickt wird (bspw. via der Paypal QR-Shopping-App oder Shopgate) online- oder offline, Mobile oder nicht mobile etc.?
Durch die ubiquitär verfügbaren, nie weiter als einen Meter von einem entfernt liegenden und im höchsten Maße persönlichen SmartPhones als Bindeglied zwischen der Online- und Offline-Welt – also zwischen digitaler und physischer Welt – ist das Internet persönlich und immer dabei.
Letztendlich zählt daher künftig aus meiner Sicht nur noch die Kennzahl “Commerce” – ohne Vorzeichen e-,m-,x- bzw. Online/Offline. Dies wird dem einen oder anderen Statistiker sicher ein Dorn im Auge sein, der ja so gerne (künstlich) trennen möchte, um irgendwelche möglichen subjektiven “Wahrheiten” von sich zu geben. Aber wo fange ich bei der Trennung an den Kanal zu zählen, d.h. wann ist ein Kanal ein Kanal – nur bei der Transaktion? Und was ist eigentlich “der” Kanal…
Ist ein 3D-Druck von Spielzeug Online-Umsatz? Ist der Umsatz des Gewinners der Techcrunch Disrupt SF 2012 (YourMechanic) online oder offline, etc.?
Aus meiner Sicht liegt die Zukunft des Internets offline (in sehr vielen Bereichen), d.h. wie kann ich als Nutzer das Internet dazu verwenden, mein reales bzw. physisches Leben einfacher oder besser zu machen und wie nehme ich als Anbieter die jeweils anderen “Kanäle” auf dem (gemeinsamen) Weg mit bzw. wie verschmelze ich diese für eine größtmögliche Vereinfachung und Nutzen für den Kunden.
Das noch immer häufig vorkommende Gegeneinander wird zu einer Einheit werden (müssen). Mit ganz neuen Konzepten und Geschäftsmodellen dahinter. Gerade auch vor dem Hintergrund der aufkommenden “Maker” bzw. DIY-Entwicklung, welche die nächsten Jahre/Jahrzehnte bestimmen wird. Online-Plattformen, Apps, etc. werden zu Helfern, das physische Leben und auch das Einkaufen besser zu organisieren und einfacher zu machen. Eine künstliche Trennung der Welten hilft uns daher nicht mehr weiter. Auch statistisch nicht…

Meine Probleme mit unserem Bildungssystem

Jeder Mensch ist anders, d.h. denkt anders, hat andere Talente und geht anders an Dinge heran.
Unser Schul- und Bildungssystem versucht noch immer diesen Individualismus zu beseitigen und fertige Lösungen und Lösungswege zu standardisieren und “einzutrichtern”.
Die Kinder werden in eine genau vorgeschriebene Richtung und nach bis ins Detail ausgearbeiteten Lehrplänen, die für alle gleich sind und wo die Lösungswege und Inhalte genau vorgeschrieben sind, zu Einheits-Menschen entwickelt, was dann im Einheits- (alle sind gleich) Abitur seinen Höhepunkt findet.
Alleine das Wort Lehrpläne hört sich schon fast an, wie Baupläne. So wie die “triviale Maschine” bei Heinz von Förster, wo alles genau vorgeschrieben zu funktionieren hat.
Bei einem Auto macht dies sicher Sinn, aber nicht bei einem Menschen und nicht für jemanden, der neue Autos (oder die Nachfolge-Transportmittel) erfinden soll.
Der muß anders und neu denken, neue Wege gehen und vorgegebene Pfade verlassen. Nur so gibt es wirtschaftliche Entwicklung. Die Herausbildung dieser Fähigkeiten muß im Mittelpunkt der Bildung stehen, wenn wir uns weiterentwickeln und nicht beim SatusQuo und in Routine enden wollen – was letztendlich in Armut endet.
Zur Herausbildung von Managern und Verwaltern mag das vielleicht ein gangbarer Weg sein, nicht aber zur Entfaltung unternehmerischer Fähigkeiten und Talente.
Wenn wir ein Land sind, welches durch Denken, Wissen und Innovation lebt, dann muss freies Denken, Kreativität und die eigenständige Erarbeitung von Wissen (mit eigenen Lösungswegen und wo es kein richtig oder falsch gibt) im Mittelpunkt stehen. Die angeborene Neugier und der Entdeckungsdrang muss gefördert, anstatt ausgetrocknet werden.
Wie soll wirtschaftliche Entwicklung und Innovation in einem Land erfolgen, wo die Menschen durch das vereinheitlichte und streng vorgeschriebene Schulsystem zu dem genauen Gegenteil erzogen werden? Einem System, wo freies Denken und Erarbeitung eigener Lösungswege verboten bzw. nicht gewollt ist bzw. nicht in die Lehr”pläne” passt? Innovation und letztendlich wirtschaftliche Entwicklung kann nur von den Menschen kommen, bei denen die Trivialisierung und die Beschneidung des freien Denkens gescheitert ist – also von Menschen, die es entgegen der derzeitigen Bildungspolitik geschafft haben, ihre Kreativität beizubehalten.

Und da jeder Mensch anders ist, muss auch die Herausbildung (und nicht Abtötung) der individuellen Stärken im Mittelpunkt stehen. Ich frage mich zudem warum bspw. durch die NC-Regelung nur Menschen zu einem bestimmten Studium zugelassen werden, bei denen die Trivialisierung am erfolgreichsten war (was anderes sagt die Abiturnote ja nicht aus) und nicht diejenigen, die das größte Talent in dem jeweiligen Bereich haben?

Segen oder Fluch: Produktentwicklung auf Basis von Google-Anfragen

Auf den ersten Blick scheint Google ja mit seinen Tools ein wahrer Segen für die Produktentwicklung zu sein. Google-Trends und Co. liefern einem Daten darüber, was die Kunden wie häufig suchen – also wo Bedarf besteht. Klasse.
Viele Unternehmen agieren auf diese Art, leitet daraus Business-Pläne ab und entwickeln auf dieser Basis Produkte, Leistungen, Online-Shops, etc., die dann sogar “Datengestützt” von VCs und Co. finanziert werden. Bei einem vermeintlich hohem Bedarf bzw. einer hohen Nachfrage kann man ja nicht viel falsch machen und es suggeriert Sicherheit.
Auf den zweiten Blick kommt einem dann aber wohlmöglich der Gedanke: Hmmm… Wenn ein Kunde nach etwas sucht – und wohlmöglich sogar sehr viele danach suchen (Google wirft ja sonst aufgrund des geringen Suchvolumens keine Treffer aus), dann ist dieses Thema beim Kunden (und sogar in einer größeren Masse) ja bereits vorhanden, d.h. ein Unternehmen hat bereits dafür gesorgt, dass ein Thema beim Kunden präsent ist. Nachfrage (insbesondere häufige) entsteht ja nicht dadurch, dass die Kunden auf einmal etwas wollen, was es noch nicht gibt, sondern etwas wollen, was sie irgendwo aufgeschnappt haben. Somit hat ja bereits ein Unternehmen den ersten Schritt gemacht. Märkte werden nicht von Gott geschaffen, sondern durch Unternehmer.
Nehmen wir mal ganz einfach das Beispiel des “iPad”: Bevor Apple nicht diesen Markt kreiert hat, gab es quasi bei Google und Co. keine Nachfrage nach Tablet-Computern und ähnlichem. Der artikulierte Bedarf war somit gar nicht vorhanden. Das Angebot sorgte für die Nachfrage – nicht umgekehrt. Eine Produktentwicklung auf Basis von Google Suchanfragen hätte (wenn überhaupt) bestenfalls zu schnelleren oder leichteren Laptops etc. geführt, aber nicht zu einer neuen Produktgattung mit allem drum und dran…
Nicht die Analyse von Suchanfragen (also Vergangenheitsdaten) oder Marktfoschung ist somit Basis für neue Produkte, Leistungen, etc., sondern der findige Unternehmer, der als Erster etwas Neues im Markt durchsetzt und die Nachfrage und somit das Bedürfnis erst kreiert.
Sollte also eine hohe Nachfrage nach bestimmten Produkten, Leistungen etc. bei Google und Co. vorhanden sein, dann könnte dies also eher ein Indikator dafür sein, die Finger davon zu lassen.
Steigt man hier ein, ist man meist gleich im Effizienz/Kosten und Preisthema drin, wo sich vielleicht Manager/Verwalter oder Arbitrageure wohlfühlen. Ein zukunftsorientiertes neues Geschäftsmodell lässt sich jedoch nicht daraus entwickeln.

eCommerce-Deutschland: Noch immer nur Bedarfsdeckung

Ausgangslage ist eigentlich ein alter Hut: Die Märkte sind gesättigt

Es geht daher um die schon alte Floskel Bedarfsdeckung anstatt Bedarfsdeckung, aber noch immer betreibt fast jeder Shop nur Bedarfsdeckung.

Handel (egal ob online oder offline) funktioniert ja seit einigen Jahren eher durch Bedarfsweckung: Haben-Will-Faktor, Impulskäufe, Kaufen, was man eigentlich nicht braucht, etc. Online-Shops, Plattformen etc. mit Zukunft sollten sich daher darauf konzentrieren, da es hier das höchste Maß an Differenzierungsmöglichkeiten, Aufbau von Wettbewerbshürden und dem Entzug von Preisdruck gibt.

Aktuell erfolgreiche Geschäftsmodelle im Club- und Live-Shopping-Bereich nutzen dies ja, jedoch nur mit dem alleinigen Fokus auf „Preis“. Spezialversender waren auch erfolgreich, wenn sie sich einem bestimmten Thema gewidmet haben – kommen aber auch immer mehr in Schwierigkeiten, wenn Transaktionsorientierung und nicht Markenbildung und Kundenbindung im Mittelpunkt steht.

Fast alle Online-Shops sind derzeit noch immer Bedarfsdeckungs-Shops, d.h. reine Transaktionsshops. Wenn der Kunde bereits weiss, was er will (Ersatzbedarf oder konkreter Bedarf), dann kauft er dort, wo er bislang gute Erfahrungen gemacht hat und weiss, dass es dort zudem einigermaßen preiswert ist: The amazon-Way.
In diesem Bereich gibt es nicht viel Platz für transaktionsorientierte Händler bzw. Plattformen, denn die Differenzierungsmöglichkeiten sind begrenzt. Zudem ist dieses Segment extrem wettbewerbsintensiv (einfach und schnell kopierbar) und preisaggressiv. Kaufentscheidungen laufen hier zudem meist rational ab.

Bedarfsweckungsshops hingegen sind eigene Marken bzw. Storebrands, die nicht rein transaktionsorientiert agieren. Es geht um Inszenierung der Produkte sowie die damit verbundene Story, um den Need-Faktor zu stärken: “Wow, das brauche ich und will es sofort haben”. Es geht weniger um gezieltes Kaufen (Nicht: Ich brauche einen Topf und schaue deshalb mal bei Quelle, Otto oder Neckermann vorbei), sondern: „Eigentlich habe ich ja noch ein funktionierendes iPhone, aber dieses Neue brauche ich umbedingt“: The Apple-Way
Verkaufsfördernde Dinge, wie künstliche Verknappung, Preisreduzierungen etc. sind hier nicht die wirklichen Verkaufsargumente (sollten auch in Bezug auf die Markenbildung auch nur ganz gezielt eingesetzt werden), sondern wirken hier „lediglich“ als Verstärker. Kernelement und Kompetenz ist die Umsetzung des “das brauche ich”-Faktors. Bei diesen Kaufentscheidungen steht die emotionale Komponente im Vordergrund. Es geht verstärkt um Story-Telling und nicht direkt verkaufen.

 

Wirtschaftsethik als Basis für Entwicklung und Wachstum

Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen (Finanzkrise, Managergehälter, Klimawandel, etc.) stellt sich die Frage, inwieweit man sich von den bisherigen gewachsenen Strukturen trennen sollte und Marktwirtschaft neu definiert. Letztendlich basiert all unser Handeln innerhalb der künstlich von Menschen gesetzten Rahmenbedingungen (westliche Definition von: Demokratie, Marktwirtschaft, Wirtschaftsbeziehungen etc.), also auf Basis von durch Menschen (willkürlich) festgelegten Definitionen und Konventionen.
Wenn man sich diese Regeln unseres wirtschaftlichen Handelns betrachtet, so fällt auf, dass diese meist auf rein rationalen Kriterien beruhen, denn mit der Ablösung der politischen Ökonomie durch die neoklassische Wirtschaftstheorie erfolgte der Schritt zu einer “reinen” Ökonomik, in der moralische Gesichtspunkte bewusst ausgeklammert werden.

Betrachtet man sich bspw. die Definition der Unternehmensergebnisse (GuV, EBITDA,…) ist erkennbar, dass es an Steuerungselementen für ethisch korrektes Verhalten und Wirtschaften fehlt. Nach meinem Verständnis sollte zwar schon jeder Mensch alleine durch sein Gewissen zu ethischem Verhalten und Wirtschaften angehalten sein, aber leider werden wir tagtäglich i.d.R. eines anderen belehrt (Mitarbeiterausbeutung, Kinderarbeit, Umweltverschmutzung,…). Ethisches Wirtschaften ist im Bewusstsein der Verantwortlichen nicht präsent (Denke: Hat man ja bisher auch nicht gemacht und jede Änderung bedeutet ja vielleicht Unbequemlichkeit und vermeintliches Risiko…)…

Wirtschaften heisst Werte schaffen – aber Werte sind auch Lebensqualität etc. und letztenendes dient die Wirtschaft den Menschen und nicht umgekehrt (Umweltverschmutzung und Ausbeutung von Natur und Menschen usw. stellen Vernichtungen von Werten dar).

Möglichkeiten für ein Anreizsystem für moralisches Verhalten von Unternehmen gäbe es zuhauf, indem bspw. Ausgaben für Mitarbeiterförderung, der Einsatz von Ökostrom, GreenIT, Hybrid-Fahrzeuge, usw. positiv sowie negative externe Effekte auf Menschen, Umwelt und Gesellschaft negativ das Unternehmensergebnis beeinflussen.

Durch Anreize in Richtung eines ethisch verantwortungsvollem Wirtschaften könnten Innovationen im Öko- und Sozialen Bereich bzw. ethisch korrekte Schöpferische Zerstörung in Gang gesetzt werden (unethisches Wirtschaften wird durch Neuerungen, die ethisches Wirtschaften ermöglichen und fördern, zerstört). Möglichkeiten für ein ethisches Anreizsystem gibt es zu Hauf (z.B. Abschreibung des Fuhrparks oder Ansetzbarkeit der Leasingraten von Dienstfahrzeugen nach CO2-Emissionen, usw.), um die Gewinnerzielung an ethisch verantwortungsvollem Verhalten zu koppelt, d.h. je mehr ein Unternehmen ethisch verantwortungsvoll handelt, desto besser das Unternehmensergebnis. Die bisherigen Anreizsysteme fördern und belohnen hingegen noch immer unethisches Verhalten und Wirtschaften (ich frage mich aber wirklich, warum sich Menschen nicht von Sich aus ethisch korrekt verhalten…).

Durch eine ethische Wirtschaftsordnung würden die Rahmenbedingungen gesetzt werden, um den notwendigen Evolutionsschritt in Richtung des 6. Kondratieff (Konjunkturzyklus) und somit in neue Wachstumsmärkte und zur Schaffung von (neuen) Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum zu ermöglichen.

Kondratieff.jpg

Das alles wäre durch recht einfache Neudefinition bestehender Regelungen möglich und wir Menschen haben dies ja (im Prinzip ab sofort) in der Hand – genauso, wie wir unser bisheriges Verhalten definiert haben. Niemand anderes ausser uns hätte sofort die Möglichkeit es einfach anders zu machen… (wer oder was hindert uns daran?).

Der Zeitpunkt für einen Paradigmenwechsel, “Reset” und radikalem Umdenken hin zu einer moralisch korrekten Wirtschaftsordnung könnte nicht besser sein, da die Menschen sensibilisiert sind und jetzt viele wirtschaftliche Rahmenbedingungen überdacht werden (müssen). Leider sehe ich zur Zeit noch immer eine zu Starke Macht von Lobbyisten, Managern und Politikern (wer gibt diesen “Menschen” diese Macht?), die ohne Gewissen und Moral ihre bisherigen Geschäftsmodelle, Machenschaften und Politik durch egozentrisches und kurzfristiges denken verteidigen, anstatt in ethischem Verhalten neue Chancen für nachhaltiges (im wahrsten Sinne des Wortes) Wachstum zu sehen (wie alles eine Frage der “Brille” – ist man Optimist oder Pessimist). Auch in der Parteienlandschaft sehe ich aufgrund der Profillosigkeit keine Partei mit einem entsprechenden Konzept, die sowohl ethisch korrektes Verhalten mit Wirtschaft in Einklang bringt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Chancen sehr bald erkannt und genutzt werden – für uns, die Welt; Natur und unserer Kinder.

FTD-Serie Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft

Die FTD zeigt, was sich hinter Schumpeters “schöpferischer Zerstörung” verbirgt – in einer Porträtserie über die innovativsten Unternehmer des Landes.

via
FTD.de – Unternehmer mit Profil: Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft – Management.

Entwicklungslosigkeit der Konjunkturprogramme

Prof. Röpke hat einen sehr guten Beitrag über die entwicklungslose Wirkung der verabschiedeten Konjunkturprogramme geschrieben.

Er beklagt – zu Recht – die Konzentration auf (veraltete) “Schlüsselbranchen”, anstatt innovative Mikromultiplikatoren zu fördern, wird Geld in alte Industrien und Branchen gesteckt, die von der Veralterung und somit der Krise besonders betroffen sind und Management by crocodile betreiben: Warten, bis einem das Wasser am Hals steht, dann das Maul weit aufreißen. So befindet sich die Wirtschaft auf dem Weg in die Innovationsdemenz und Altersverwirrtheit. Mit einem Bruchteil der Pakete des Obamaismus und Merkelismus hätte man – richtig zugeteilt – eine enorme Entwicklungsdynamik erzeugen können. Wenn man schon Schulden macht, warum nicht für Vorhaben, die langfristige Entwicklung erzeugen und kurzfristig Krisen meistern helfen? Lediglich 15% der Konjunkturprogramme seien diesem Ziel gewidmet. Wie Schumpeter schon sagte: Investition = Innovation. Röpke zeigt sehr praktikable Wege auf, wie durch die Entwicklungslogische Brille makroökonomisch hätte gehandelt werden müssen. Die Ansätze lassen sich zudem ziemlich gut auch auf die Mikroökonomische Ebene und somit auf das Verhalten einzelner Unternehmen und deren Führung herunter brechen.

Sehr lesenswert…

Warum jetzt klassisches “Management” versagt

Wir stehen derzeit in fast allen Branchen vor einschlägigen Veränderungen.
In den letzten Jahren haben (bis einschließlich heute) weitestgehend Kennzahlen- und Controlling gesteuertes Management (und somit der Effizienz-Fokus) die Unternehmensführung dominiert – MBAs (der Verwalter steckt ja schon im Namen) und Berater wurden hochgelobt. Nicht, dass ich etwas gegen diese hätte – in den Abschnitten der Wachstumsphase des Markt- und Produkt-Lebenszyklus können diese durchaus ihre erfolgreiche Daseinsberechtigung haben.
Die eingesetzten zahlengestützten/mathematischen Führungsinstrumente funktionieren jedoch nur gut in (neoklassischen) Gleichgewichtsmärkten und somit in Routine Geschäftsmodellen (Gewinnmaximierung, Märkte in Gleichgewicht bringen, usw.).

Die Finanz- und Wirtschafts-„Krise“ ist m.E. durch diese neoklassisch geprägte Denkweisen verstärkt worden, da bisherige Modelle auf einmal nicht mehr funktionierten, die Unternehmen somit (durch die Brille dieser Kennzahlen) aus dem Ruder geraten sind und meist von Managern/Verwaltern von Routine-Geschäften geführt werden. Aufgrund ihrer mangelnden Unternehmer-Kompetenz verfielen diese in Panik, da sie vor etwas Neuem stehen, worin sie keine Erfahrung haben und das eingesetzte Set an möglichen „Management“-Modellen nicht mehr funktioniert – die Märkte bewegen sich vom Gleichgewicht weg. Und dass komplexe Systeme analytisch nicht erklärbar sind hat zuletzt diese “Krise” abermals bewiesen, da man ansonsten bei all dem, was heutzutage gemessen, analysiert und an Daten gesammelt wird, diese Situation hätte vorhersehen und verhindern können. Findige Statistiker und Mathematiker werden sicherlich in nächster Zeit neue Formeln und Modelle “erfinden”, die vor derselben Situation schützen sollen – ganz nach dem Irrglauben, dass es einen ingenieurartigen “Bauplan” für die Welt gibt und sich komplexe Systeme wie triviale Maschinen steuern lassen können – bis zur nächsten “Krise”, denn wie Heinz von Förster bewiesen hat, sind komplexe Systeme analytisch nicht erklärbar.

Nun stehen viele Unternehmen vor Veränderungen und neuen Herausforderungen – also vor etwas Neuem und da die Zukunft offen ist, vor nicht vorhersagbarem – eine Fortschreibung aus der Vergangenheit ist nicht mehr möglich.
Dies erfordert jetzt andere Qualitäten als „Management“ und „Verwaltung“ – unternehmerisches Gespür und Geschick werden der Schlüsselfaktor zur Sicherung der Unternehmenszukunft. Effektivität wird wieder wichtiger als Effizienz. Dies bedeutet somit, dass bisherige Steuerungsinstrumente per Definition nicht mehr funktionieren können, da Veränderungen konsequenterweise eine andere Steuerung nötig machen als bisher. Folglich bedeutet Veränderung, dass es für das Erreichen des Neuem kein valides Kennzahlensystem oder Modell zur Steuerung geben kann (diese Instrumente sind immer vergangenheitsorientiert), da Veränderung ja zwangsläufig immer anders ist als das, was man bisher getan hat…
Hier hilft somit kein Controlling oder zahlengetriebene Management-Modelle weiter. Die Zukunft ist ungewiss, sie hat noch nicht stattgefunden. Folglich kann man auch nicht wissen, welche Steuerungsinstrumente funktionieren werden. Es können letztlich für etwas was neu ist, keine (geprüften) Steuerungsinstrumente existieren (genauso wenig, wie es bspw. eine Standardsoftware für ein innovatives Internet-Geschäftsmodell geben kann – Innovation und Standard schließt sich per Definition aus).
Es sind in Zeiten wie diesen Unternehmer gefragt. Menschen, die sich nicht von (lediglich durch bis heute erfundenen mathematischen Modellen und somit lediglich) zufällig messbarem blenden lassen.
Menschen, die mit “Ungleichgewicht” umgehen können und versuchen Unternehmen nicht wieder in alte Zustände zurück zu führen, sondern die Unternehmen auf eine neue Ebene transferieren. Menschen, die anders und neu denken, nach den Grundsätzen des evolutorischen Management handeln und die aus Überzeugung und Leidenschaft neue Wege beschreiten wollen und Mut zur Veränderung haben – aber auch die Fähigkeit besitzen, diese durchsetzen zu können, Mitarbeiter mitreißen und begeistern und für eine Aufbruchstimmung sorgen können.

Mobile 2.0 auf der Web2.0-Expo

Getrieben von dem Erfolg des iPhones und des einfach zugänglichen Application-Store sowie des Google-Betriebssystems Android, springen immer mehr Unternehmen auf den Mobile-Application-Zug auf. So hat bspw. auch RIM einen Application-Store für den Blackberry vorgestellt. Um so spannender wird es sein zu sehen, was die Web2.0-Expo in Berlin zu dem Thema zu bieten hat. Nicht nur, weil die mobilen Endgeräte aufgrund ihres direkten persönichen und individuellen Bezugs für Social-Apps prädestiniert sind, sondern der App-Store des iPhones schon über 80 Applikationen nur zu Sozialen Netzen bereithält.

Leider gibt das Programm keinen eigenen Mobile-Track her, aber das Thema wird dennoch in verschiedenen Sessions zur Sprache kommen.

Ich habe einmal versucht, das Programm hinsichtlich relevanter Themen für Mobile2.0 zu durchforsten und kann interessierten folgende Empfehlungen geben:

Dienstag, 21.Okt., 8:30Uhr: Mobile2.0 im Track “Development”:
What are the learning outcomes?

  • assess the value of the mobile Web for your business 
  • plan your own mobile Web strategy 
  • integrate web and mobile technologies 
  • employ mobile web design principles 
  • apply mobile development practices 
  • implement mobile standards and best practices 
  • create a mobile information architecture 
  • analyze content adaptation strategies 
  • understand location-based services 
  • understand messaging services
  • plan for more advanced devices such as the iPhone and Android  

Mittwoch, 22.Okt., 11:10: Ovi: Connecting People in the Real World im Track “Sposored Sessions”

Inhalt:

A world where everybody can be connected. With open access to discover and share their life’s to making people feel closer. Mobility is at Nokia´s core and while more people want to be truly connected, independent of place and time, the next billion people will come to the web via connected mobile devices. The evolution from simple phones into smarter and connected devices, integrated open service platforms and open broadband will allow more people the ever before to discover, create, connect and share their experience in the real world with the people that matter. The goal is to make this experience as simple as making a call.

 

Donnerstag, 23. Okt., 10:00Uhr: Hello World! Meet Web 2.0

Inhalt:

Data has been creeping off the screen and moving into the world for some time now. A world of connected things, like the Tower Bridge in London, FedEx packages, environmental sensors, power consumption monitors for homes, our cars and even airplanes are being rigged to produce consumable data streams that can be accessed using feed seeders like Twitter. Increasingly, mobile devices know about physical space with orientation and location semantics integrated into their designs. Fitness logs from the Nike+ and wrist worn GPS devices flow through the network as meaningful real-world insights for the data analytics hungry exercise enthusiasts. All of this data comes from sensors of all sorts such as personal data recorders, mobile phones, RFID tags, buildings themselves, credit card transactions, and card swipes at public transportation hubs.

Donnerstag, 23. Okt., 11:00Uhr: Creating a Specialized Mobile UI im Track “Design & User Experience”

An wen richtet sich diese Präsentation?

“In this presentation we’ll have a look at a few real-world examples of successful mobile sites and what they do right and wrong.

We’ll explore how the mobile Web fits into the larger stack of data that you already control. By modeling the Apple 3-tier approach, iTunes store (in the cloud), iTunes (desktop app), and iPod (mobile), you can use your company’s strengths to create a mobile site that complements your existing presence.

By the end of this presentation you will understand some of the basic technologies used to target mobile devices and platforms, how to improve the user-experience and interaction with page elements such as forms, and generally what the mobile Web is and where it is heading in the near future—plus a bit of cheese slicing history thrown in for good measure.”

Donnerstag, 23. Okt., 11:00Uhr: Web Next Generation, The Future of Context and Mobile (leider sehr unklug geplant, da diese Session genau parallel zu der anderen läuft):  im Track Sponsored Sessions

Inhalt dieser Session:

“Web evolution has taken big steps towards more semantic becoming increasingly personal and meaningful over the years. Interoperability has improved enabling cross-service or multidevice access and individual user is in the spotlight. Social media have challenged the creation, sharing and monetization of content, and the roles of the producer and consumer are blurred. This trend will continue and the on-line life calls for more personal and contextual solutions – the promise of mobiles – and thus mobiles play a key role in defining the next generation of web.”

Donnerstag, 23. Okt., 11:00Uhr: Adding Emerging Media to the Marketing Mix im Track Marketing & Community

Der Inhalt ist nicht speziell auf Mobile gerichtet, sondern wird durch vielerlei unterschiedliche Aktivitäten von BMW geprägt – von SEO bis Video-Casts. Interessant im Hinblick auf Mobile sind jedoch folgende Themen:

 

• Mobile Media Channels

Mobile channels offer a mass and a targeted reach. Mobile data consumption of multimedia content is growing rapidly (iPhone, Android) implementations and practice examples.

• Mobile Content: BMW Mobile Channel http://www.bmw.mobi/

Adapted mobile value added content; images, wallpapers, ringtones as well as corporate information.

• BMW Podcast http://podcast.bmw.com/de/

Global reach, Top 40 in iTunes and more then 10,000 downloads within the first 2 weeks

 

Donnerstag, 23. Okt., 13:30Uhr: The Holy Grail of LBS im Track “Strategy & Business Models”

Inhalt:

Location based Services have entered the mainstream. Personal Navigation Devices in cars are ubiquitous and personal navigation on the phone is already a big business. Nokia alone is going to have over a hundred million GPS enabled devices across the whole product range in the market by 2010, challenges like battery live and slow positioning technology have been solved to a satisfying extent.

Now Location based services are about to get social, considered by some as the holy grail of LBS. Everyone is in the starting blocks to grab a piece of the pie, innovative start-ups, the operators with millions of customer relations and the handset manufacturers who put the ultimate gateway in our hands. And why are the big ones like Facebook missing the train so far? What is the ecosystem going to look like and how do we overcome major obstacles including privacy, signal vs. noise and user experience on the fourth screen?


Dies sind die Sessions, die sich direkt mit dem Thema “Mobile 2.0″ auseinandersetzen und ich identifizieren konnte.

Leider musste ich beim Screening der Inhalte feststellen, dass sich diese scheinbar nur an Spezialisten und nicht an Generalisten richten, da dieses so spannende Thema am Donnerstag meist in parallelen Sessions stattfindet, obwohl es sich sicher breiter auf den Tag hätte verteilen lassen…

Dennoch eine wie ich finde sehr gelungene Mischung, da sich hier sowohl Developer und Designer als auch Marketing-Menschen und Strategen wiederfinden!

Es kann zudem gut sein, dass es ebenfalls einen Workshop zu diesem Thema geben wird! 

Darüber hinaus hält vielleicht auch das Berlin Barcamp3 ebenfalls noch Interessantes zu dem Thema bereit…

Guy Kawasaki: Five most important lessons I’ve learned as an entrepreneur

Sehr interessanter Artikel von Guy Kawasaki zu Entrepreneurship:

Quelle: Sun Small and Medium Business – Guy Kawasaki on Innovations
Monday, August 18, 2008
Five most important lessons I’ve learned as an entrepreneur.

This is my last posting for my friends at Sun Microsystems, and I’d like to leave you with something that to remember me by: a list of the five most important lessons I’ve learned as an entrepreneur.

1.

Focus on cash flow. I understand the difference between cash flow and profitability, and I’m not recommending that you strive for a lack of profitability. But cash is what keeps the doors open and pays the bills. Paper profits on an accrual accounting basis is of no more than secondary or tertiary importance for a startup. As my mother used to say, “Sales fixes everything.”

2.

Make a little progress every day. I used to believe in the big-bang theory of marketing: a fantastic launch that created such inertia that you flew to “infinity and beyond.” No more. Now my theory is that you make a little bit of progress every day–whether that’s making your product slightly better, increasing your skill in one small way, or closing one more customer. The reason the press writes about “overnight successes” is that they seldom happen–not because that’s how all businesses work.

3.

Try stuff. I also used to believe that it’s better to be smart than lucky because if you’re smart you can out-think the competition. I don’t believe that anymore–this is not to say that you should strive for a high level of stupidity. My point is that luck is a big part of many successes, so (a) don’t get too bummed out when you see a bozo succeed; and (b) luck favors the people who try stuff, not simply think and analyze. As the Chinese say, “One must wait for a long time with your mouth open before a Peking duck flies in your mouth.”

4.

Ignore schmexperts. Schmexperts are the totally bad combination of schmucks who are experts–or experts who are schmucks. When you first launch a product or service, they’ll tell you it isn’t necessary, can’t really work, or faces too much competition. If you succeed, then they’ll say they knew you would succeed. In other words, they don’t know jack shiitake. If you believe, try it. If you don’t believe, listen to the schmexperts and stay on the porch.

5.

Never ask anyone to do something that you wouldn’t do. This goes for customers (“fill out these twenty-five fields of personal information to get an account for our website”) to employees (“fly coach to Mumbai, meet all day the day the arrive, and fly back that night”). If you follow this principle, you’ll almost always have a good customer service reputation and happy employees.

I hold these truths to be self-evident and hope you can use them to kick butt and change the world.