Quelle unseres linearen Denkens: Unsere Sprache

Unsere Sprache ist durch eine fundamentale syntaktische Struktur charakterisiert. Wir können keine Sätze bilden, in denen kein Subjekt vorkommt. In den meisten Sprachen müssen Handlungen (Verben) durch Dinge (Substantive) in Gang gesetzt werden und wir vergessen dabei, dass die grammatikalischen Regeln nicht unbedingt Regeln der Natur sind. Gewöhnlich reden wir so, als könne ein einzelnes „Ding“ irgendeine Eigenschaft „haben“.

Von einem Stein sagen wir, er sei „hart“, „klein“, „schwer“, „gelb“, „fest“, „zerbrechlich“, „heiß“, „bewegt“, „ruhend“, „sichtbar“, „eßbar“, „ungenießbar“, und so weiter.

Diese Redeweise ist gut genug für den Marktplatz: „Die Eier sind frisch.“ Die Verpackung ist beschädigt.“ „Der Diamant ist fleckig.“ „Ein Pfund Äpfel ist genug.“ Und so weiter.

Unsere Sprache versichert durch die Syntax von Subjekt und Prädikat ständig, dass „Dinge“ irgendwelche Qualitäten und Attribute „haben“.

Literaturhinweis: Alan Watts

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