Wachstum darf nie Vorgabe sein

Ein Unternehmen muss nicht unbedingt größer werden, sondern es muss in der Lage sein, auch ohne permanentes Wachstum zu prosperieren.

Wachstum ist ein wichtiger Faktor, als strategische Vorgabe ist er aber falsch und gefährlich.

 

Im Sinne einer langfristigen Überlebensfähigkeit kann Fortschritt heute nicht länger identisch sein mit Eigenschaften wie „mehr“, „schneller“, „größer“, „weiter“, die man mit dem Blick auf die Konkurrenz oder das andere Land und unabhängig von der Wirkung auf das eigene Unternehmen mit Fortschritt gleichsetzt.

 

Mit dem Blick nach innen sind längst andere Eigenschaften – etwa „schöner“, „kleiner“, „lustiger“, gesünder“, „flexibler“, „selbstregulierend“ – zu Anzeichen wirklichen Fortschritts im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens geworden.

 

Ist ein Unternehmen hingegen so strukturiert, dass es auf ständiges Wachstum angewiesen ist, ist der Kollaps nur eine Frage der Zeit. Wachstum ist als strategische Vorgabe falsch und gefährlich. Wachstum darf nicht Input für die Strategie sein, sondern ist ihr Output. Es darf nicht als Vorgabe an den Anfang gestellt werden, sondern es ist das Ergebnis.

Wenn ein Zwölfjähriger jedes Jahr ein paar Zentimeter wächst, ist er gesund; wenn ein Fünfzehnjähriger das auch tut, ist er krank. Größe als solche darf nie ein strategisches Ziel sein. Ein Unternehmen muss nicht groß sein, sondern stark. Nach Hans Ulrich wäre schon vieles gewonnen, wenn wir den kindlichen Glauben an ständiges Wachstum aufgeben könnten.

Der Glaube an einen linearen Fortschritt in Richtung auf ein immer besseres Leben hat uns schließlich zur Unzufriedenheit mit dem Erreichten geführt.

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